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Windows Live® Suchergebnisse LyrikEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Lyrik der Antike; Lyrik des Mittelalters und der Renaissance; Lyrik des Manierismus und Barock; Lyrik des 18. und 19. Jahrhunderts; Moderne Lyrik
Lyrik (zu griechisch lyra: Leier), neben Epik und Dramatik (siehe Drama) eine der drei Hauptgattungen der Dichtung. Entscheidende Aspekte der Lyrik sind sprachlicher Rhythmus und – zumindest bis ins 20. Jahrhundert – strukturierendes Versmaß (siehe Verslehre; Blankvers; Jambendichtung; Knittelvers; Freie Verse) und Reim (siehe Schüttelreim; Stabreim; Kreuzreim; Kehrreim). Ein weiteres Gliederungsmerkmal ist die Strophe. Als lyrisches Ich wird jenes im Gedicht auftretende fiktive Subjekt bezeichnet, das als empfindender Erlebnisträger der in der 1. Person Singular geschriebenen Lyrik fungiert. Siehe Traumdichtung; aleatorische Dichtung; Nonsens-Verse
Die Lyrik ist musikalischen Ursprungs. In der griechischen Antike wurden lyrische Gedichte gesungen oder vorgetragen und dabei auf der Leier (Lyra) begleitet. Bereits zu dieser Zeit bilden sich Lyrikformen wie Elegien, Hymnen und Oden heraus. Bedeutende Lyriker der Antike waren Sappho, Alkaios und Pindar in Griechenland und Horaz, Ovid und Catull im Römischen Reich. Auch die alten Kulturen Chinas, Indiens und Japans brachten lyrische Dichtungen hervor. Von deren traditionellen Formen ist heute nur noch das japanische Haiku geläufig.
Im Hochmittelalter entwickelten die französischen Troubadoure und Trouvères (Minnesänger) die Kanzone und das Rondeau als lyrische Formen des Gesanges. Die frühesten Beispiele deutscher Lyrik finden sich ebenfalls im höfischen Minnesang. Neben zahlreichen anonymen Verfassern sind im Mittelalter schon hervorragende Dichterpersönlichkeiten anzutreffen, wie der Franzose François Villon mit seiner Vagantendichtung oder der Engländer Geoffrey Chaucer. Im deutschen Sprachraum gilt Walther von der Vogelweide als bedeutendster Dichter seiner Zeit; aber auch Wolfram von Eschenbach betätigte sich zeitweise als Minnesänger. Die seinerzeit entstehenden Balladen sind zwar Erzähllieder und grenzen daher an die Epik, wurden aber häufig gesungen und werden daher ebenfalls der Lyrik zugerechnet. Siehe auch Kreuzzugsdichtung; Spielmannsdichtung; Spruchdichtung Bis zu Beginn der Renaissance wurde die Bezeichnung Lyrik auch für nicht gesungene Gedichte verwendet. Gesungene Lyrik, einschließlich des Madrigals, war in der englischen Dichtung des Elisabethanischen Zeitalters stark vertreten, z. B in den Werken von Thomas Campion und John Dowland oder in den Liedeinlagen der Theaterstücke von Shakespeare. Nach dem Vorbild des italienischen Dichters Petrarca verfasste Shakespeare auch eine große Zahl von Sonetten. Das Sonett war bis ins frühe 17. Jahrhundert sehr populär ( Pierre de Ronsard, Joachim du Bellay, Shakespeare, John Donne).
Im 16. Jahrhundert entstand in Italien die antiklassizistische Bewegung des Manierismus in Kunst und Literatur. Sie führte zu ersten noch heute „modern” wirkenden Sprachexperimenten. Die wichtigsten Vertreter waren der Italiener Marino und der Spanier Góngora, in Deutschland Hofmann von Hofmannswaldau und die Gruppe des so genannten Nürnberger Blumenordens. Die gewagte Formenvielfalt des Manierismus wurde später zum Vorbild der Lyriker des 20. Jahrhunderts. Siehe auch Schäferdichtung
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