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BevölkerungEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Die Demographie; Demographische Daten und Messungen; Wachstum und Verteilung der Weltbevölkerung; Bevölkerungspolitik
Die meisten Menschen, die in den nächsten zwei Jahrzehnten Eltern werden, sind bereits geboren. Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung über diesen Zeitraum können daher mit relativ hoher Sicherheit gemacht werden. Für die Zeit danach herrscht jedoch zunehmende Ungewissheit über demographische Größen und andere Charakteristika menschlicher Gesellschaften. Voraussagen erscheinen daher eher spekulativ. Die Wachstumsrate der Weltbevölkerung ist seit den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts rückläufig, sie beträgt seit der Jahrtausendwende 1,2 Prozent und wird in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts voraussichtlich gegen null streben. Als ein Grund für den Rückgang der Wachstumsrate der Weltbevölkerung werden Erfolge bei den Informationskampagnen zur Geburtenkontrolle gewertet, die in den vergangenen Jahrzehnten von internationalen Organisationen durchgeführt wurden. Diese auf allen Kontinenten durchgeführten Kampagnen standen auch in Verbindung mit Programmen, die die Anhebung der wirtschaftlichen und sozialen Stellung der Frauen zum Ziel hatten.
Mit ihrer Bevölkerungspolitik versucht eine Regierung, die jeweilige nationale Entwicklung zu fördern und dabei die Ziele eines Wohlfahrtsstaates zu verfolgen. Die zu diesen Zwecken eingesetzten Maßnahmen zielen direkt oder indirekt auf eine Beeinflussung demographischer Entwicklungen ab, vor allem auf die Geburtenrate und die Zu- und Abwanderungsrate. Beispiele für solche Maßnahmen sind das gesetzlich festgeschriebene Mindestalter für die Heirat, Programme zur Förderung der Verwendung von Verhütungsmitteln und Zuwanderungsbeschränkungen. Bis ins 20. Jahrhundert beschäftigten sich die europäischen Länder nicht mit einer Politik zur Begrenzung des Bevölkerungswachstums. Länder wie Großbritannien, Schweden und die UdSSR gewährten vielmehr wachsenden Familien staatliche Unterstützung. In den zwanziger Jahren machten die Faschisten in Italien und in den dreißiger Jahren die Nationalsozialisten in Deutschland das Bevölkerungswachstum zu einem grundlegenden Bestandteil ihrer Ideologie. Japan, dessen Wirtschaft mit der westeuropäischer Länder vergleichbar ist, war die erste moderne Industrienation, die ein Programm zur Geburtenkontrolle einführte. 1948 betrieb die japanische Regierung offiziell eine Politik, die sowohl Verhütung als auch Abtreibung vorsah, um die Größe der Familien zu beschränken.
1952 verkündete Indien eine offizielle Politik zur Senkung des Bevölkerungswachstums und übernahm damit auf diesem Gebiet die Führung unter den Entwicklungsländern. Es war das erklärte Ziel Indiens, die soziale und wirtschaftliche Entwicklung des Landes zu erleichtern, indem man ihm die Bürde einer jungen und rasch anwachsenden Bevölkerung abnahm. Erhebungen zur Überprüfung des Wissens, der Einstellung und der Praxis in Verhütungsfragen ergaben einen hohen Prozentsatz an Paaren, die sich keine weiteren Kinder mehr wünschten. Wenige verwendeten allerdings wirksame Verhütungsmittel. Programme zur Familienplanung wurden als Möglichkeit betrachtet, die Nachfrage nach Verhütungsmitteln vonseiten eines großen Bevölkerungsanteils zu befriedigen und durch die Verteilung und Einschränkung der Geburten die allgemeine Gesundheit zu fördern. Asiens sinkende Geburtenrate ist hauptsächlich auf die strikten bevölkerungspolitischen Maßnahmen Chinas zurückzuführen. Obwohl China über eine riesige Bevölkerung verfügt, hat es sowohl seine Geburten- als auch seine Sterberate erfolgreich reduziert. Die Regierung propagiert seit mehreren Jahren die Ein-Kind-Familie, um die nationale Wachstumsrate fast auf null zu bringen. Siehe auch Armut; Lebensmittelversorgung der Weltbevölkerung
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