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    Stream of consciousness (englisch: Bewusstseinsstrom) Literaturwissenschaftlicher Fachbegriff zur Bezeichnung einer besonders im modernen ...

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    Der Begriff Bewusstseinsstrom (engl. stream of consciousness, oft fälschlich mit dem inneren Monolog gleichgesetzt) bezeichnet in der Literaturwissenschaft eine Erzähltechnik ...

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Stream of consciousness

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James JoyceJames Joyce

Stream of consciousness (englisch: Bewusstseinsstrom), literaturwissenschaftlicher Fachbegriff zur Bezeichnung einer besonders im modernen Roman verwendeten Erzähltechnik, die anstelle eines in sich geschlossenen äußeren Geschehens Gedanken und Bewusstseinsvorgänge der Hauptfiguren wiedergibt, die spontan-assoziativ und in ungeordneter Form ablaufen und nicht in einem direkten Bezug zur äußeren Handlung stehen müssen. So soll eine Simultaneität gleichzeitig nebeneinander sich entwickelnder Gedanken, Vorstellungen und Gefühle der psychischen Innenwelt abgebildet werden.

Die Technik des Stream of consciousness ist verwandt mit der des Inneren Monologs, des gedanklichen Selbstgesprächs einer Figur. Deshalb werden beide Begriffe häufig bedeutungsgleich verwendet. Der innere Monolog jedoch ist eher reflektierend und unterliegt in stärkerem Maße formalen Gestaltungsprinzipien, wobei bestimmte Gedanken noch öfter leitmotivisch aufeinander bezogen werden, während im Stream of consciousness, auch mit Durchbrechung syntaktischer und grammatikalischer Ordnungen, jener vage, un- oder vorbewusste Zustand fixiert werden soll, der besteht, bevor der Verstand die Empfindungen ordnen kann. Allerdings gelten auch hier literarische Strukturmomente: Der Stream of consciousness hat mit der so genannten écriture automatique, dem „automatischen Schreiben” des Surrealismus also, nichts gemein.

Der Begriff des Stream of consciousness wurde von dem amerikanischen Philosophen und Psychologen William James geprägt, der ihn zum ersten Mal in seiner Abhandlung The Principles of Psychology (1890) im Zusammenhang mit einem Roman des französischen Schriftstellers Edouard Dujardin (Les lauriers sont coupés, 1887) benutzte. Häufig wird auch die englische Schriftstellerin Dorothy Richardson als eigentliche Pionierin genannt, die in ihrem zwölfbändigen Roman Pilgrimage (1911-1938; Pilgerschaft) eine eingehende Analyse der psychischen Entwicklung einer empfindsamen jungen Frau in Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt unternahm. Die besonders in der englischsprachigen Romanliteratur des 20. Jahrhunderts häufig verwendete Technik erreichte einen Höhepunkt im erzählerischen Werk des irischen Schriftstellers James Joyce, wie Ulysses (1922) oder Finnegans Wake (1939), kennzeichnet aber auch den Erzählstil von William Faulkner (The Sound and the Fury, 1929) oder Virginia Woolf (Mrs. Dalloway, 1925). In der deutschen Literatur zeigt sich besonders das Werk Alfred Döblins, wie etwa sein Großstadtroman Berlin Alexanderplatz (1929), von der Technik einer assoziativen Bildlichkeit und „pausenloser” Monologströme geprägt. Weitere deutschsprachige Verfechter der Technik waren Hermann Broch (Der Tod des Vergil, 1945) und Wolfgang Koeppen. Vorformen finden sich bereits bei Laurence Sterne.

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