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Geschichte der Pädagogik

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1

Einleitung

Geschichte der Pädagogik (griechisch paidagogike: Erziehungskunst), Bezeichnung von Theorie und Methode der Erziehung.

Erziehungsinhalte sind üblicherweise die Einweisung in kulturelle, soziale, religiös-moralische und seit Beginn der Aufklärung auch wissenschaftliche Werte, Normen und Erkenntnisse einer Gesellschaft. Diese werden von Generation zu Generation weitergegeben. Der Begriff der Pädagogik meint darüber hinaus die Techniken zur Vermittlung dieser Inhalte, abhängig von den jeweiligen körperlichen und geistig-seelischen Voraussetzungen der zu erziehenden Kinder, Jugendlichen oder auch Erwachsenen. Pädagogisch tätig in diesem Sinne werden neben Eltern und Familie auch weitere Institutionen und Gruppen (Kirche, Gesellschaft, Politik) sowie professionelle Erzieher in Kindergärten, Schulen und anderen Einrichtungen.

2

Frühe Bildungssysteme

Die ältesten geschichtlich bekannten Bildungssysteme erfüllten zwei Aufgaben: Sie unterwiesen in der Religion und gaben die Traditionen des Volkes weiter. Die Tempelschulen des alten Ägypten vermittelten ihren Schülern außerdem auch das Schreiben, die Naturwissenschaften, die Mathematik und die Baukunst. Auch in Indien, wo der Buddhismus entstand, wurde religiöses und weltliches Wissen vornehmlich von Priestern in buddhistischen Klöstern weitergegeben. Die buddhistischen Werte beeinflussten auf dem Weg über China den gesamten Fernen Osten. Im alten China waren aber auch die Lehren von Konfuzius, Lao-tse und anderen Philosophen maßgeblich, die den Schwerpunkt der Erziehung auf Philosophie, Dichtkunst und Religion legten.

Die in Persien weit verbreiteten Methoden der körperlichen Übungen dienten als Vorbild für das Bildungswesen im alten Griechenland, in dem auf Gymnastik ebenso Wert gelegt wurde wie auf Mathematik und Musik.

Im traditionellen Judentum gebot der Talmud den Eltern, ihren Kindern u. a. berufliche Kenntnisse, das Schwimmen und eine Fremdsprache beizubringen. Auch heute bildet nach wie vor die Thora die Grundlage für die Erziehung zu Hause, in der Synagoge und in der Schule.

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Grundlegende abendländische Traditionen

Die Bildungssysteme, die heute in Europa verbreitet sind, basieren einerseits auf der jüdisch-christlichen Tradition, andererseits auf der griechischen Antike. Sokrates, Platon, Aristoteles und Isokrates beeinflussten mit ihren Gedanken das griechische Erziehungswesen, dessen Ziel es war, vielseitig gebildete junge Menschen für Führungspositionen in Staat und Gesellschaft heranzubilden. Auf dieser Grundlage bildeten sich später die Geisteswissenschaften, die Philosophie, die Kunst und die Gymnastik heraus.

In der nachhellenistischen Zeit übte vor allem Plutarch einen großen Einfluss auf die Erziehung aus. Er strebte die Erziehung des Kindes durch eine Erziehung der Eltern an, die dann im Haus ihre Bildung weitergeben sollten.

Später setzte sich auch bei den Römern das griechische Erziehungsideal durch, woraufhin viele Lehrer von Griechenland nach Rom geholt wurden, um die römische Jugend auszubilden. Quintilian, ein Rhetoriklehrer des ersten nachchristlichen Jahrhunderts, vertrat die Auffassung, dass zur Ausbildung eines guten Redners das Studium der Sprache, der Literatur, der Philosophie und der Naturwissenschaften gehören, wobei er einen besonderen Wert auf die Entwicklung des Charakters legte.

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Das Christentum als bestimmende Kraft

Nachdem das Christentum im Römischen Reich zur Staatsreligion geworden war, gewann auch die christliche Erziehung an Bedeutung. Sie breitete sich von der Mittelmeerregion in die übrigen Teile Europas aus. Zu den Formen der christlichen Erziehung gehörten u. a. der Katechumenenunterricht, der Taufbewerber in das Christentum einführte, Katechismusunterricht für Christen sowie die Priesterausbildung an Pfarr- oder Domschulen. Auch die Kirchenväter, insbesondere Augustinus, beschäftigten sich in ihren Werken ausführlich mit Fragen der Erziehung und Bildung im frühen Christentum.

In den ersten Jahrhunderten wurden viele Klöster sowie Kloster- und Domschulen gegründet, die die Artes liberales (die freien Künste) vermittelten: das Trivium, das die Fächer Grammatik, Rhetorik und Logik, sowie das Quadrivium, das Arithmetik, Geometrie, Astronomie und Musik umfasste. Vom 5. bis zum 7. Jahrhundert stellten viele Gelehrte, wie z. B. der lateinische Schriftsteller Martianus Capella aus Nordafrika, der römische Historiker Cassiodor und der spanische Kleriker Isidor von Sevilla, Kompendien zusammen, die das vorhandene Wissen sammelten und Schülern als Lehrbücher dienten.

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