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Gabriel García Márquez

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Gabriel García MárquezGabriel García Márquez

Gabriel García Márquez (*1928), kolumbianischer Schriftsteller. Er ist einer der bedeutendsten und populärsten Vertreter der lateinamerikanischen Literatur der Gegenwart.

García Márquez wurde am 6. März 1928 als ältestes von 16 Kindern eines Telegraphisten in Aracataca geboren. Als Journalist war er nach 1946 Herausgeber und Reporter mehrerer Zeitungen zunächst in Cartagena, wo er zudem ein in Bogotá begonnenes Jurastudium wieder aufnahm und mit dem Rebellenpriester Camilo Torres befreundet war, später in Barranquilla (1948-1952) und Bogotá (1952). 1957 reiste García Márquez in die DDR und in die Sowjetunion. Von 1959 bis 1961 arbeitete er in Bogotá als Korrespondent für die kubanische Nachrichtenagentur La Prensa Latina, danach in New York. Um der Verfolgung der von ihm kritisierten Diktatoren Laureano Gómez und Gustavo Rojas Pinilla zu entgehen, verbrachte er die Folgejahre im Exil in Mexiko (bis 1967) und Barcelona (bis 1975). 1982 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. In Kolumbien vermittelte er Anfang der achtziger Jahre zwischen der kolumbianischen Regierung und den linken Rebellen. Heute lebt García Márquez wieder in Mexiko.

Weltberühmt machte García Márquez das kolumbianische Familienepos Cien años de soledad (1967; Hundert Jahre Einsamkeit), das vom magischen Realismus beeinflusst ist und dessen Auflage in den achtziger Jahren auf über zehn Millionen Exemplare anwuchs. Danach erschienen der erzähltechnisch raffinierte Roman El otoño del patriarca (1975; Der Herbst des Patriarchen) über die Mechanismen lateinamerikanischer Diktaturen und Crónica de una muerte anunciada (1981; Chronik eines angekündigten Todes) über die tödlichen Konsequenzen des Ehrenkodexes. Wie in seinen ersten Erzählungen und Romanen, so ist auch hier der Schauplatz ein fiktives Dorf an der kolumbianischen Karibikküste. Crónica de una muerte anunciada wurde 1986 unter der Regie von Francesco Rosi mit Ornella Muti und Rupert Everett in den Hauptrollen verfilmt. Als Band mit Erzählungen kam 1962 Los funerales de la Mamá Grande (Das Leichenbegängnis der Großen Mama) heraus. Weitere Werke von García Márquez sind El amor en los tiempos del cólera (1985; Die Liebe in den Zeiten der Cholera) und der Erzählbericht El general en su laberinto (1989; Der General in seinem Labyrinth) über die letzten Tage des südamerikanischen Revolutionärs und Staatsmannes Simón Bolívar. Mit Del amor y otros demonios (1994; Von der Liebe und anderen Dämonen) präsentierte er eine moderne Besessenheitsgeschichte. Drehbücher schrieb García Márquez für die Filme Tiempo de morir (1965; Zeit des Sterbens, gemeinsam mit Carlos Fuentes und Roberto Malenotti, Regie Arturo Ripstein) und Un Señor muy viejo con unas alas enormes (1988; Ein sehr alter Mann mit großen Flügeln, Regie Fernando Birri).

Unter dem Titel Vivir para contarlo (2002; Leben, um davon zu erzählen) legte er den ersten Teil seiner lange erwarteten, auf drei Bände angelegten Memoiren vor. Sein frivoler Kurzroman Memoria de mis putas tristes (2004; Erinnerung an meine traurigen Huren), eine Meditation über die Liebe und das Alter, erzählt von der Leidenschaft eines 90-jährigen Journalisten für eine minderjährige Prostituierte.

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