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DDT, Abkürzung für das Insektizid Dichlor-Diphenyl-Trichlorethan (systematischer Name: 1,1-Bis[4-chlorphenyl]-2,2,2-trichlorethan). Bei DDT handelt es sich in erster Linie um ein starkes und wirksames Kontaktgift, das im Gegensatz zu einem Fraßgift durch bloße Berührung eine Giftwirkung auslöst (siehe Schädlingsbekämpfung). Großtechnisch lässt sich dieses Insektizid relativ einfach durch eine sauer katalysierte Kondensationsreaktion von Chlorbenzol mit dem chlorierten Aldehyd Chloral (1,1,1-Trichlorethanal) gewinnen. DDT wurde erstmals 1874 in Straßburg synthetisiert. Seine Wirkung als Schädlingsbekämpfungsmittel erkannte jedoch erst 1939 der Schweizer Chemiker Paul Müller. Für seine Arbeiten erhielt Müller 1948 den Nobelpreis für Medizin.
Jahrzehntelang war DDT das weltweit erfolgreichste Insektizid. Jedoch erkannte man im Lauf der Zeit auch seine Nebenwirkungen. Besonders seine Beständigkeit gegenüber natürlichen Abbaureaktionen ließ die Befürchtung zu, dass das Insektizid sich immer stärker in der Umwelt anreichert. Mit der Veröffentlichung von Silent Spring (Der Stumme Frühling) im Jahr 1962, einem Buch der amerikanischen Meeresbiologin Rachel Carson, erhärtete sich der Verdacht, dass DDT in die Nahrungskette eingeht und schließlich in höheren Tieren angereichert wird. Dadurch verursacht es Fehlfunktionen bei der Fortpflanzung. Manche Schadinsekten entwickelten außerdem schrittweise DDT-resistente Stämme, deren Populationen sich unkontrolliert vermehrten, während ihre natürlichen Feinde wie Wespen durch die Besprühung ausgerottet wurden. Aus diesen Gründen wurde der Einsatz von DDT in fast allen Industrieländern – in der Bundesrepublik Anfang der siebziger Jahre – verboten. Weil es jedoch keine preiswerte Alternative auf dem Markt gibt, wird DDT weiterhin in einigen Entwicklungs- und Schwellenländern sowie Ländern des ehemaligen Ostblockes produziert. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) riet sogar von einem totalen Anwendungsverbot ab. Im Rahmen des Anti-Malaria-Programmes der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird das Insektizid weiterhin in den malariagefährdeten Regionen verschiedener Entwicklungsländer verwendet. Aber auch in einigen Schwellenländern kommt DDT zum Einsatz. So sind beispielsweise 1996/97 in den malariagefährdeten Gebieten Indiens rund 9 000 Tonnen des Insektizids versprüht worden. Die langzeitlichen Begleiterscheinungen bei der Anwendung von DDT werden heutzutage in der Fachwelt differenzierter gesehen. In der Zwischenzeit sind zahlreiche Studien über die Wirkungen und Folgeerscheinungen von DDT veröffentlicht worden. In manchen Fällen konnten diese Untersuchungen zeigen, dass einige beobachtete Nebeneffekte nicht auf DDT, sondern auf andere Substanzen zurückzuführen sind. So wird z. B. die Verdünnung von Eischalen bei bestimmten Vogelarten durch polychlorierte Biphenyle (PCBs) ausgelöst. Neueren Studien zufolge wird DDT unter Einfluss von UV-Strahlung sehr schnell zu Kohlendioxid und Chlorwasserstoff zersetzt. Dieses Ergebnis könnte eine mögliche Erklärung dafür sein, weshalb der Gehalt an DDT in der Umwelt nicht weiter zunimmt, obwohl es beispielsweise in den Ländern der Dritten Welt weiterhin produziert und verwendet wird. Chronische Vergiftungen beim Menschen sind bis heute nicht beobachtet worden.
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