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AlbanienEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Physische Geographie; Bevölkerung; Bildung und Kultur; Verwaltung und Politik; Wirtschaft; Geschichte
An der Küste ist die typische mediterrane Vegetation mit Hartlaubgewächsen als dominierenden Pflanzen verbreitet sowie mit Macchie im Hügelland. 27,6 Prozent des Landes sind von Wäldern bedeckt (2005), dichte Bestände mit immergrünen Eichen, Buchen und Kiefern gibt es jedoch nur in höheren Gebirgsregionen. Der Verlust von Waldflächen stellte in der Vergangenheit in Albanien zwar ein ernst zu nehmendes Problem dar, doch seit 1990 hat die Entwaldung nahezu einen Stillstand erreicht. Die früheren Waldverluste haben in Verbindung mit der Beweidung weiter Landstriche und wiederkehrenden Überschwemmungen maßgeblich zu einer so starken Erosion beigetragen, dass die Abtragung von Erdreich durch den natürlichen Prozess der Bodenentstehung nicht ausgeglichen werden kann. In den schwer zugänglichen Bergregionen leben Raubtiere wie Braunbären, Wölfe, Goldschakale, Luchse und Wildkatzen, zu den Paarhufern gehören Rehe, Rothirsche und Wildschweine. Im Bereich der größeren Seen rasten zahlreiche Zugvögel, auffallende Großvögel sind Adler, Pelikane und Reiher. Die Reptilienfauna besteht aus Schlangen (Nattern, Vipern), Eidechsen, Schleichen, Geckos und Schildkröten. Lediglich etwa 1 Prozent der gesamten Landesfläche Albaniens sind als Schutzgebiete ausgewiesen.
Albanien ist ethnisch eines der homogensten Länder der Welt; die Bevölkerung besteht zu rund 98 Prozent aus Albanern, die Nachfahren der Illyrer sind. Die Illyrer, ein indogermanisches Volk, besiedelten dieses Gebiet im Altertum. Zu den zahlenmäßig stärksten Minderheiten zählen Griechen, Mazedonier, Roma, Serben und Bulgaren. Die Albaner gliedern sich in zwei Hauptgruppen: die Gegen und die Tosken. Die ungefähre Grenze zwischen den Verbreitungsgebieten beider Gruppen bildet der Shkumbin, ein Fluss, der das zentrale Albanien von Ost nach West durchquert; die Gegen bewohnen vor allem das Gebiet nördlich, die Tosken überwiegend das Gebiet südlich des Flusses. Die Volksgruppen unterscheiden sich geringfügig in ihren Dialekten und Sitten. Die Gesamtbevölkerung Albaniens beträgt etwa 3,62 Millionen (2008). Einige hunderttausend Albaner leben in Griechenland, circa 500 000 in der Ehemaligen Jugoslawischen Republik Mazedonien und fast zwei Millionen in anderen Nachfolgestaaten des früheren Jugoslawien, vor allem in Serbien (siehe Kosovo) und Montenegro. Vor dem 2. Weltkrieg lebte die albanische Bevölkerung überwiegend in ländlichen Gegenden. Ab den fünfziger Jahren vollzog sich ein rascher Urbanisierungsprozess. Ungefähr 45 Prozent der Bevölkerung leben mittlerweile in Städten (2005). Die mittlere Lebenserwartung liegt für Frauen bei 80,7 Jahren, für Männer bei 75,1 Jahren (2008).
Hauptstadt und größte Stadt des Landes ist Tirana mit einer Einwohnerzahl von etwa 367 000 (2003). Andere wichtige Städte sind die Hafen- und Industriestadt Durrës (99 500 Einwohner), die alte Stadt Shkodër (82 400), Elbasan (87 800), ein Marktzentrum für Agrarprodukte, und der Seehafen Vlorë (77 700).
Amtssprache ist das Albanische, das einen eigenständigen Zweig innerhalb der indogermanischen Sprachfamilie bildet und zwei Hauptdialekte aufweist: Gegisch im Norden und Toskisch im Süden. Nach der Machtübernahme der Kommunisten 1944 wurde der toskische Dialekt zur Standardsprache erklärt und als Amtssprache eingeführt. Die albanische Sprache, deren Schriftkultur nicht weiter als ins 19. Jahrhundert zurückreicht, wird seit 1908 in lateinischer Schrift geschrieben.
1967 schaffte die albanische Regierung alle religiösen Einrichtungen ab. Das Recht auf Religionsfreiheit wurde offiziell erst ab 1990 wieder gewährt. Schätzungen zufolge sind etwa 70 Prozent der Bevölkerung Muslime, 20 Prozent griechisch-orthodoxe und 10 Prozent römisch-katholische Christen.
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