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Windows Live® Suchergebnisse SalpetersäureEnzyklopädieartikel
Salpetersäure, farblose, an feuchter Luft rauchende Flüssigkeit mit der chemischen Formel HNO3. Bereits die Alchimisten des Mittelalters nannten sie Scheidewasser, weil sich Gold und Silber mit Hilfe von 50-prozentiger Salpetersäure trennen lassen – dieser Begriff existiert auch heute noch z. B. in der Metallurgie. Bis zum 1. Weltkrieg wurde Salpetersäure in der Industrie durch die Reaktion von Schwefelsäure mit Chilesalpeter (siehe Salpeter) hergestellt. Seit der großtechnischen Einführung der Synthese von Ammoniak wird sie jedoch (aus wirtschaftlichen Gründen) durch Verbrennung von Ammoniak unter Verwendung eines Katalysators (Platin- oder Platin-Rhodium-Katalysator) erzeugt. Salpetersäure ist eine starke Säure und ein starkes Oxidationsmittel. Auf der Haut und auf Wolle hinterlässt sie eine Gelbfärbung, weil sie mit bestimmten Eiweißen gelbe Xanthoproteinsäure bildet (Xanthoproteinreaktion). Die im Handel befindliche konzentrierte Salpetersäure enthält etwa 69 Prozent HNO3; der Rest ist Wasser. Die Säure lässt sich u. a. destillativ mit Hilfe von Schwefelsäure auf 98 bis 100 Prozent hochkonzentrieren. Das in der Säure gelöste Stickstoffdioxid verleiht der hochkonzentrierten oder auch rauchenden Salpetersäure eine rote bis braune Farbe. Normale und rauchende Salpetersäure sind in vielen industriellen Prozessen verwendbar. Sie werden z. B. bei der chemischen Synthese und bei der Nitrierung organischer Stoffe zu Nitroverbindungen (Verbindungen, die eine NO2-Gruppe enthalten) und zur Herstellung von Farbstoffen sowie Sprengstoffen verwendet. Verbrauchte Salpetersäure wird heutzutage meistens wieder aufbereitet. Die Säure schmilzt bei -42 °C und siedet bei 83 °C. Die Salze der Salpetersäure nennt man Nitrate. Fast alle Nitrate sind wasserlöslich; eine der Ausnahmen ist Bismutsubnitrat (BiONO3 · H2O). Amitol ist eine Mischung aus Ammoniumnitrat und Trinitrotoluol (TNT) und wird als Sprengstoff eingesetzt. Mit Glycerin und Cellulose bildet Salpetersäure Nitroglycerin (Glyceroltrinitrat) und Cellulosenitrat (veraltet: Nitrocellulose). Ammoniumnitrat wird im Bergbau als Sprengstoff eingesetzt. In Mineraldüngern sind Nitratsalze als Stickstoffquelle für das Pflanzenwachstum enthalten. So zählt beispielsweise Kaliumnitrat oder Salpeter zu den kommerziell wichtigsten Nitraten und wird u. a. als Nitratdünger verwendet.
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