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Karlisten

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KarlistenkriegeKarlistenkriege

Karlisten, Mitglieder einer königstreuen Splittergruppe im Spanien des 19. und 20. Jahrhunderts. Die Karlistenbewegung bildete sich während der dreißiger Jahre des 19. Jahrhunderts aus Anhängern des Kronprätenten Carlos de Borbón (1788-1855), dem Bruder des spanischen Königs Ferdinand VII. Don Carlos berief sich auf das Salische Gesetz, welches Frauen den Thron verwehrte, um gegen die Inthronisation Isabellas II. nach dem Tod ihres Vaters Ferdinand 1833 vorzugehen. Seine Forderung fand bei verschiedenen, streng klerikalen und monarchistischen Traditionalisten Zustimmung. Die Karlisten waren am zahlreichsten im ländlichen Nordspanien, hauptsächlich in Navarra und in den Baskengebieten, vertreten. Ihre Erhebung führte zu den drei Karlistenkriegen. Im ersten Karlistenkrieg, der 1833 begann, wurde Ferdinands Witwe Maria Christina, die als Regentin für die noch im Kindesalter stehende Isabella eingesetzt war, von der liberalen Fraktion gegen die Karlisten unterstützt. Diese wurden 1839 zur Aufgabe gezwungen. Don Carlos, unter seinen Anhängern als König Karl V. bekannt, floh nach Frankreich und verzichtete 1845 zugunsten seines Sohnes Carlos auf den Thronanspruch. 1860 führte Carlos einen erfolglosen Aufstand in Spanien an. Nach Don Carlos’ Tod (1861) übernahm sein Bruder Juan für kurze Zeit die Führung der Karlisten, bevor er 1867 zugunsten seines Sohnes Don Carlos, Herzog von Madrid, auf seine Ansprüche verzichtete. Eine weitere Niederlage während des dritten Karlistenkrieges (1872-1876), verbunden mit inneren Streitigkeiten, führten zu einer Schwächung der Bewegung. Im Spanischen Bürgerkrieg (1936-1939), erwachte sie jedoch wieder zum Leben, als Freiwillige der Karlisten aus Navarra für General Francisco Franco gegen die Republik kämpften, die 1931 nach Abdankung von Alfons XIII. errichtet worden war (1939, als Führer Spaniens, besetzte Franco zahlreiche wichtige Posten seines Regimes mit Karlisten). 1937 vereinten sich die Karlisten unter Führung Francos mit der Falange zur offiziellen Partei des Franco-Regimes.

Nach dem Tod des letzten direkten Nachkommen des ersten Thronbewerbers der Karlisten, Herzog Alfons Carlos, bekräftigten einige Karlisten ihre Treue zur Familie des entthronten Königs Alfons XIII. 1969 wurde dessen Enkel Juan Carlos I. zum Nachfolger Francos ernannt und bestieg 1975 den Thron. Andere Karlisten blieben weiterhin dem Thronbewerber Prinz Carlos Hugo von Bourbon-Parma treu. Obwohl der Besuch des Prinzen bei König Juan Carlos 1978 von manchen als stille Anerkennung des Königs gewertet wurde, war der Thronbewerber dennoch nicht zu einer eindeutigen Verzichterklärung seiner Ansprüche bereit.

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