Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse House Committee on Un-American ActivitiesEnzyklopädieartikel
House Committee on Un-American Activities (englisch: Senatsausschuss für unamerikanische Umtriebe; HUAC), Ausschuss des Kongresses der USA, der in den vierziger und fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts vermeintlich subversiven, kommunistischen Einflüssen auf Verwaltung und öffentliches Leben in den USA nachging. Als vorübergehende Einrichtung 1938 geschaffen, um die Aktivitäten ausländischer Agenten zu überwachen, wurde das HUAC 1945 zu einem ständigen Ausschuss des US-Senats. Während des 2. Weltkrieges konzentrierte das HUAC seine Untersuchungen in erster Linie auf profaschistische Gruppen, danach auf Kommunisten (bzw. diejenigen, die es dafür hielt). 1947 untersuchte das HUAC unter dem Vorsitz von J. Parnell Thomas die angebliche kommunistische Unterwanderung der Filmindustrie; das Resultat war die Inhaftierung einiger Schauspieler und Drehbuchautoren, der so genannten Hollywood Ten. Die Filmstudios entließen die zehn und distanzierten sich öffentlich von ihnen, bekundeten ihre Unterstützung für das HUAC und mieden in der Folgezeit in ihren Filmen schwierige oder kontroverse Themen. Wer „kommunistischer” Sympathien verdächtigt wurde, kam auf die schwarze Liste der Filmstudios; viele mussten das Land verlassen, um einer drohenden Inhaftierung zu entgehen oder um ihrer Arbeit weiter nachgehen zu können. Die in dieser Zeit produzierten Werke spiegeln verschiedene Reaktionen auf die Situation im Land wider: Arthur Millers Stück Hexenjagd (1953) basiert auf den Hexenprozessen von Salem 1692 und zieht deutliche Parallelen zu der vom Ausschuss veranstalteten „Hexenjagd”. Fred Zinnemanns Film Zwölf Uhr Mittags (1952) ist als Parabel zu verstehen; im Mittelpunkt des Filmes steht ein Mann, der von allen Freunden verlassen und trotzdem entschlossen ist, allen Angriffen standzuhalten. Der Film Die Faust im Nacken (1954) von Elia Kazan ist als Rechtfertigung des Regisseurs für seine Entscheidung, vor dem Ausschuss gegen Kollegen auszusagen, interpretiert worden. Die zu jener Zeit in den USA herrschende antikommunistische Hysterie spiegelte sich einerseits in dem Ausschuss wider, wurde aber andererseits erst von ihm geschaffen bzw. verschärft. Die Verbreitung von Nuklearwaffen, durch die sich die Amerikaner zum ersten Mal in ihrem eigenen Land verwundbar fühlten, heizte diese Hysterie weiter an; hinzu kam noch der Kalte Krieg, in dem sich die USA mit einer ideologisch vollkommen gegensätzlichen Supermacht konfrontiert sahen. In dieser Atmosphäre war es möglich, lediglich aufgrund vager Andeutungen und ohne Beweise Anklagen zu formulieren und Urteile zu erlassen. Senator Joseph McCarthy konnte daher im Februar 1950 öffentlich vollkommen haltlose Anschuldigungen über eine kommunistische Infiltration des amerikanischen Außenministeriums und in der Armee verlauten lassen, ohne einen einzigen Beweis vorlegen zu können. Während der folgenden vier Jahre, als McCarthy Vorsitzender des HUAC war, erlebten die USA eine beispiellose antikommunistische und antisemitische Verfolgungswelle (siehe McCarthyism). Im veränderten politischen Klima der sechziger Jahre kehrten die USA wieder zu einem gemäßigten Kurs zurück, und das HUAC reduzierte seine Aktivitäten. 1969 wurde das HUAC in Committee on Internal Security (Ausschuss für Innere Sicherheit) umbenannt, und 1975 wurde es aufgelöst.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |