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Windows Live® Suchergebnisse Mohammed Anwar as-SadatEnzyklopädieartikel
Mohammed Anwar as-Sadat (1918-1981), ägyptischer Politiker, Staatspräsident von Ägypten (1970-1981). Aufgrund seiner Bemühungen um eine friedliche Lösung des Nahostkonflikts genoss Sadat international hohes Ansehen, und er war der erste arabische Staatspräsident, der Israel anerkannte. Sadat wurde am 25. Dezember 1918 in dem am Nildelta gelegenen Dorf Mit Abu Kom als Sohn eines Krankenhausangestellten geboren. Er besuchte die Militärakademie in Kairo, die er 1938 als Offizier abschloss. Aus dieser Zeit datiert seine Freundschaft mit Gamal Abd el-Nasser, mit dem ihn auf politischer Basis die Kritik am bestehenden politischen System und die Ablehnung der – trotz der 1936 zuerkannten Souveränität – noch immer fortbestehenden Einflussnahme der Briten in Ägypten verband; neben Nasser war Sadat einer der Mitbegründer des oppositionellen, im Untergrund agierenden „Komitees der freien Offiziere”. In den vierziger Jahren wurde Sadat mehrmals auf britisches Betreiben hin verhaftet und schließlich aus der Armee entfernt; bis er 1949 wieder in die Armee aufgenommen wurde, arbeitete er als Zeitungsreporter. 1952 war Sadat am erfolgreichen Staatsstreich der „Freien Offiziere” gegen König Faruk I. beteiligt, gehörte anschließend dem Revolutionsrat an, der nach dem Sturz des Königs die Macht übernommen hatte, und gab daneben die offiziöse Zeitung Al Gamhuria heraus. Nach der Ausrufung der Republik im Juli 1953 hatte Sadat verschiedene hohe Ämter inne: Von 1954 bis 1956 war er Informationsminister, von 1957 bis 1961 Generalsekretär der Einheitspartei Nationale Union, von 1960 bis 1969 Präsident der Nationalversammlung und ab 1969 schließlich Vizepräsident unter Staatspräsident Nasser. Nach Nassers plötzlichem Tod im September 1970 übernahm Sadat dessen Nachfolge; am 15. Oktober 1970 wurde er durch eine allgemeine Wahl offiziell im Amt des Staatspräsidenten bestätigt, und nach Ablauf seiner ersten sechsjährigen Amtszeit wurde er 1976 wiedergewählt. Außenpolitisch verfolgte er den von Nasser nach der Niederlage im Sechstagekrieg 1967 eingeleiteten Kurs der massiven Wiederaufrüstung gegen Israel weiter; in der Bündnispolitik allerdings schlug er einen neuen Weg ein: Er wahrte zwar vorerst noch das freundschaftliche Verhältnis zu den Staaten des Ostblocks, insbesondere zur UdSSR – 1971 schloss er ein Freundschaftsabkommen mit der Sowjetunion –, entließ aber 1972 sämtliche sowjetischen Militärberater aus Ägypten und suchte zunehmend die Annäherung an den Westen, allen voran an die USA. Mit Syrien und Libyen plante er 1971 die Errichtung einer „Föderation der arabischen Staaten”, die dann allerdings nicht zustande kam; verwirklicht wurde dagegen ein ägyptisch-syrischer Planungsrat. Im Oktober 1973 griffen Ägypten und Syrien zeitgleich Israel an und lösten den Jom-Kippur-Krieg aus. Ägypten errang einige Anfangserfolge auf der seit dem Sechstagekrieg von Israel besetzten Sinai-Halbinsel, musste jedoch – nach israelischen Gegenoffensiven – auf Druck der Vereinten Nationen Ende Oktober einem Waffenstillstand zustimmen; dennoch bedeuteten die militärischen Erfolge für Sadat einen deutlichen Prestigegewinn in Ägypten wie in der arabischen Welt. Durch das von dem amerikanischen Außenminister Henry Kissinger vermittelte ägyptisch-israelische Truppenentflechtungsabkommen vom Januar 1974 erhielt Ägypten einen Gebietsstreifen auf der Sinai-Halbinsel entlang des Suezkanals zurück, und der seit 1967 geschlossene Kanal wurde wieder für den Schiffsverkehr freigegeben. Das Abkommen markierte zugleich den Beginn der endgültigen Abkehr Sadats von der Sowjetunion (1976 kündigte er den Freundschaftsvertrag mit der Sowjetunion) und seiner engeren Anlehnung an die USA, und es markierte den Beginn seines konsequenten Einsatzes für einen arabisch-israelischen Frieden. Erster Höhepunkt von Sadats Nahost-Friedenspolitik war sein historischer Staatsbesuch vom 19. bis 21. November 1977 in Jerusalem bei dem israelischen Ministerpräsidenten Menachem Begin; ihm folgte am 17. September 1978 das bei einem weiteren Treffen mit Begin unter Vermittlung des US-Präsidenten Jimmy Carter zustande gekommene Abkommen von Camp David sowie der Abschluss des auf dem Camp-David-Abkommen basierenden ägyptisch-israelischen Friedensvertrages am 26. März 1979. International erfuhr Sadat für seine Bemühungen um den Frieden in Nahost höchste Anerkennung – 1978 erhielten er und Begin den Friedensnobelpreis –; innerhalb der arabischen Welt, deren Mehrheit Sadats Versöhnungspolitik und den Friedensvertrag strikt ablehnte, stieß er dagegen auf erbitterte Feindschaft, Ägypten wurde aus der Arabischen Liga ausgeschlossen. Sadats Innenpolitik war gekennzeichnet von Liberalisierungen in Wirtschaft und Politik. 1977 wurde ein neues Parteiengesetz verabschiedet, das das Einparteiensystem beendete und – kontrolliert – politische Parteien zuließ; 1978 wurde die Einheitspartei Arabische Sozalistische Union (ASU) aufgelöst. Die Wirtschaft wurde unter Abkehr von Nassers Sozialismus sowohl marktwirtschaftlichen Prinzipien als auch ausländischem Kapital geöffnet. Am 6. Oktober 1981 fiel Sadat während einer Militärparade in Kairo einem Attentat islamischer Fundamentalisten zum Opfer. Sein Nachfolger im Amt des Staatspräsidenten wurde der bisherige Vizepräsident Hosni Mubarak.
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