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Korsika

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An der Westküste KorsikasAn der Westküste Korsikas
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Geschichte

Die ältesten Siedlungsspuren stammen aus der Jungsteinzeit. Den Phöniziern folgten im 6. Jahrhundert v. Chr. Griechen, später Etrusker und Karthager. 227 v. Chr. wurde die Insel der römischen Provinz Sardinien angeschlossen, bevor es eigene Provinz wurde. Im 3. Jahrhundert n. Chr. setzte die Christianisierung ein. Nach dem Untergang des Weströmischen Reiches im Jahr 476 n. Chr. wurde Korsika von den Wandalen regiert, danach fiel es zuerst an das Byzantinische Reich, später an das Langobardische Königreich. Ab dem 11. Jahrhundert wetteiferten die Seemächte Genua und Pisa um Korsika, bis Genua 1284 in der entscheidenden Seeschlacht bei Meloria die Oberhand behielt. Die Genueser regierten Korsika bis zum 18. Jahrhundert, mit Ausnahme einer Periode von 1458 bis 1558, in der die Insel unter französischer Herrschaft stand.

Im 18. Jahrhundert versuchte der korsische Patriot Pasquale Paoli, durch eine Reihe von Revolten, die Herrschaft der Genueser zu brechen. Andere europäische Mächte schalteten sich in den Konflikt ein, vor allem England und Frankreich. 1768 traten die Genueser die Insel im Vertrag von Versailles an Frankreich ab.

Eine bedeutende Folge dieser Übergabe war, dass Napoleon, der ein Jahr später in Ajaccio geboren wurde, ein Bürger Frankreichs war. Während der Französischen Revolution und der Napoleonischen Kriege war die Insel zweimal in der Hand der Briten.

Im 2. Weltkrieg wurde Korsika von deutschen und italienischen Truppen eingenommen. Die Bevölkerung lehnte sich jedoch gegen die Besetzer auf, so dass die Insel Ende 1943 wieder befreit wurde. Seit den siebziger Jahren gibt es auf Korsika eine starke Unabhängigkeitsbewegung, die bis heute durch Bombenanschläge auf Regierungsgebäude und Touristenzentren auf sich aufmerksam macht.

Im Dezember 2001 verabschiedete das französische Parlament ein Gesetz, das den Korsen größere Eigenständigkeit in den Bereichen Bildungs- und Kulturpolitik, Infrastruktur und Raumordnung einräumte und dem zufolge das korsische Regionalparlament die Befugnis bekommen sollte, bestimmte französische Gesetze den Besonderheiten der Insel anzupassen. Letzteres wurde im Januar 2002 durch einen Entscheid des Verfassungsrates jedoch für verfassungswidrig erklärt. Durch die Übertragung größerer Autonomie an Korsika suchte die Regierung Jospin die korsischen Separatisten so weit zu beruhigen, dass sie ihre militanten Aktionen gegen den französischen Staat einstellten.

Von den Korsen eines „Kurses der Unterdrückung” verdächtigt, brachte die neue französische Regierung unter Jean-Pierre Raffarin im Sommer 2002 den Dialog über die Zukunft der Mittelmeerinsel wieder in Gang. Dabei wurden die Planungen für eine weiter reichende Autonomie Korsikas in den Prozess der allgemeinen Dezentralisierung Frankreichs eingebettet, für die Korsika eine Vorreiterrolle übernehmen sollte. Im Juli 2003 stellte die französische Regierung ihren Entwurf für eine Verwaltungsreform in einem Referendum auf Korsika zur Abstimmung. Laut dem Reformvorschlag sollte der Insel noch größere Unabhängigkeit von Paris eingeräumt werden, das Regionalparlament sollte mehr Rechte erhalten, die beiden korsischen Departements sollten zu einem zusammengelegt werden, und es sollte ein Exekutivorgan gebildete werden, das die Leitlinien der korsischen Politik bestimmte. Aber die Korsen lehnten mit knapp 51 Prozent der Stimmen den Reformvorschlag ab.

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