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Windows Live® Suchergebnisse KrimEnzyklopädieartikel
Krim (Krym), Halbinsel im Südosten der Ukraine; die Grenzen entsprechen dem ehemaligen sowjetischen Verwaltungsgebiet (Oblast) Krim. Die Halbinsel und autonome Republik ist über die Landenge von Perekop mit dem Festland im Norden verbunden. Nach Süden ragt sie von der Ukraine aus ins Schwarze Meer, welches sie fast vollständig umgibt. Im Nordosten bildet das Asowsche Meer die Grenze. Die Straße von Kertsch verbindet das Asowsche mit dem Schwarzen Meer, und sie trennt die Krim vom Kaukasus im Osten. Von Osten nach Westen ist die Halbinsel etwa 320 Kilometer, von Norden nach Süden rund 175 Kilometer lang. Das gesamte Gebiet ist 25 993 Quadratkilometer groß. Es besteht vorwiegend aus einer flachen Hochlandebene, einer Verlängerung der russischen Steppen. Einige parallele Gebirgszüge bedecken den südöstlichen Teil der Halbinsel. Das Klima in den Ebenen ist im Winter ziemlich kalt und windig, im Sommer trocken. Am südöstlichen Küstenstreifen ist das Klima mild, das Land ist fruchtbar. Zur dortigen Pflanzenwelt gehören Korkeichen, Oliven, Lorbeerbäume und Zypressen. Es gibt viele Obst- und Weingärten. Die Küstenregion der Krim ist berühmt und als Erholungsgebiet sehr beliebt; der bekannteste Ferienort ist Jalta, Schauplatz der historischen Konferenz von Jalta im Jahr 1945, gegen Ende des 2. Weltkrieges. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 2,5 Millionen; davon sind 65 Prozent Russen und 25 Prozent Ukrainer. Daneben gibt es eine kleinere Zahl an Tataren, Bulgaren und Griechen. Die Bevölkerungsdichte beträgt 98 Einwohner pro Quadratkilometer. Verwaltungszentrum und größte Stadt der Region ist Simferopol, der wichtigste Hafen ist Sewastopol. Außer Früchten wie Kirschen, Pfirsichen, Feigen, Aprikosen, Äpfeln und Birnen gehören zu den landwirtschaftlichen Produkten der Krim auch Tabak, Weizen und Gerste, die hauptsächlich in den Ebenen angebaut werden, sowie Mais, Flachs und Mandeln. Rinder und Schafe werden entlang der Gebirgshänge gezüchtet. Die Krim birgt ertragreiche Bodenschätze, besonders Salz und phosphorhaltiges Eisenerz. Reiche Vorkommen an Eisenerz befinden sich in der Nähe von Kertsch, einem wichtigen Zentrum für die Herstellung von Eisen und Stahl. Weitere bedeutende Industriezweige sind Schiffbau und Fischerei sowie die Herstellung von Dünger, Chemikalien, Tabak- und Lederwaren, Mehl und Metallen. Im Altertum wurde die Krim Chersonesus Taurica (Taurische Chersones) genannt. Der Name leitete sich ab vom Namen eines Stammes, nämlich der Tauriner, die Nachfahren der Kimmerier waren. Zwischen dem 7. und dem 5. Jahrhundert v. Chr. errichteten die Griechen von Milet Kolonien in diesem Gebiet und gründeten viele Städte und Dörfer. Diese wurden 438 v. Chr. vereint zum Bosporanischen Reich. Im Jahr 114 v. Chr. akzeptierte das Königreich die Oberherrschaft durch Mithridates VI. Eupator, König von Pontus, zum Schutz vor den Stämmen der Skythen. Nach der Niederlage Mithridates’ gegen die Römer blieb die Krim fast drei Jahrhunderte lang unter der Herrschaft Roms. Die Goten eroberten das Gebiet 250 n. Chr. Dies war die erste einer Reihe aufeinander folgender Invasionen durch Hunnen, Chasaren, byzantinische Griechen, Kiptschaken und Genueser innerhalb eines Zeitraumes von fast 1 000 Jahren. Im Jahr 1475 wurde die Halbinsel von den Türken überrannt, die es gemeinsam mit den Tatarenprinzen, die Teile des Gebiets beherrschten, bis ins Jahr 1777 in ihrem Besitz hielten. Als Ergebnis des Sieges der Russen über die Türken wurde die Krim 1783 Teil des Russischen Reiches. Von 1854 bis 1856 war die Halbinsel Schauplatz des Krimkrieges. Im Bürgerkrieg, der zwischen 1917 und 1920 nach der Russischen Revolution herrschte, nahm die Krim gleichfalls eine bedeutende Position ein. 1921 wurde die Krim als autonome Republik für die Krimtataren innerhalb der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik (RSFSR) etabliert. Im Jahr 1941 drangen deutsche Truppen in die Krim ein. Nach dem Fall Sewastopols im Juli 1942 besetzten die Deutschen die Republik ganz und hielten sie bis in den Frühling des Jahres 1944. Nach dem Krieg wurde die Krim 1945 von einer autonomen Republik zu einer Oblast (Verwaltungsgebiet) degradiert, angeblich wegen weit verbreiteter Zusammenarbeit der Krimtataren mit dem Feind. Die Krimtataren wurden durch den sowjetischen Führer Jossif Wissarionowitsch Stalin als Nation offiziell abgeschafft und massenweise nach Zentralasien zwangsdeportiert. Im Jahr 1954 wurde die Krim eine Region der Ukrainischen Sowjetischen Sozialistischen Republik. Kurz nach der Auflösung der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR) im Jahr 1991 entstanden hinsichtlich des Besitzes der Krim Spannungen zwischen Russland und der Ukraine. 1992 verabschiedete der Russische Oberste Sowjet eine Resolution, die die Übergabe der Krim an die Ukraine 1954 für nichtig erklärte; ebenfalls 1992 erklärte der Oberste Sowjet der Krim die Region zur Republik. Trotz dieses politischen Druckes bestand die Regierung der Ukraine weiterhin darauf, die Region innerhalb der Verwaltungsstrukturen der Ukraine zu behalten. Im Januar 1994 wurden zum ersten Mal in der Geschichte Präsidentschaftswahlen für die Krim abgehalten. Fünf der sechs Präsidentschaftskandidaten sprachen sich öffentlich für eine Wiedervereinigung der Krim mit Russland aus, darunter auch der Gewinner der Wahl, Jurij Meschkow, ein früherer sowjetischer Grenzsoldat und Staatsanwalt. Meschkow ernannte einen Russen, Jewgenij Saburow, zum Premierminister. Bald nach der Amtsübernahme begann Meschkow damit, die Kontrolle über ukrainische Institutionen in der Krim zu gewinnen. Er entließ einige Minister und ordnete die Entfernung des örtlichen Direktors des Ukrainischen Fernsehens an. Er verfügte, dass Bewohner der Krim nicht durch das ukrainische Militär eingezogen werden durften und ordnete an, die Uhren um zwei Stunden vorzustellen, damit sie mit der Moskauer Zeit übereinstimmten. Er rief auch zu einer öffentlichen Volksabstimmung über den Status der Krim auf, die zeitgleich mit den ukrainischen Parlamentswahlen im März stattfinden sollte. Ukrainische Regierungsmitglieder erklärten, dass Meschkow seine Befugnisse überschritten habe und schlugen vor, das geplante Referendum zu verbieten. Das Resultat war eine stattdessen durchgeführte Art von Meinungsumfrage. Über 70 Prozent der Wähler befürworteten eine größere Unabhängigkeit von der Ukraine und das Recht auf eine doppelte russisch-ukrainische Staatsbürgerschaft. Im Mai 1994 stimmte das Parlament der Krim für eine Wiedereinsetzung seiner Verfassung, die im Mai 1992 angenommen, doch nach Zugeständnissen an die Stadt Kiew für ungültig erklärt worden war. Forderungen, dass die Verfassung erneut für ungültig erklärt werden solle, wurden von der Krim ignoriert. Im Juni 1997 schlossen Russland und die Ukraine einen Freundschaftsvertrag, in dem beide Länder die bestehenden Grenzen akzeptieren. Somit erkennt Moskau auch die Zugehörigkeit der Krim und des Schwarzmeerhafens Sewastopol zur Ukraine an. In einem Zusatzabkommen wurde festgelegt, dass die ehemalige sowjetische Schwarzmeerflotte für 20 Jahre in Sewastopol stationiert bleiben soll.
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