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Jean-Baptiste-Camille Corot

Enzyklopädieartikel

Jean-Baptiste-Camille Corot (1796-1875), französischer Maler und Graphiker, zu dessen bedeutendsten Werken stimmungsvolle Landschaftsbilder zählen, die auf den Impressionismus vorausweisen.

Er wurde am 16. Juli 1796 als Sohn eines Tuchhändlers in Paris geboren, der ihm nur widerwillig erlaubte, Malerei zu studieren. Der Landschaftsmaler Victor Bertin vermittelte ihm die klassischen Regeln der Komposition in Anlehnung an Nicholas Poussin oder Claude Lorrain, die zu seinen wichtigsten Vorbildern gehörten. Auf dieser Grundlage entstanden in der Zeit zwischen 1825 und 1828 auf einer Italienreise erste Landschaftsgemälde, darunter Das Forum (1826) und Ansicht von Narni (1827), die heute beide im Pariser Louvre hängen.

Von 1828 bis zu seinem Tod lebte er in Paris, reiste jedoch während der Sommermonate häufig durch Frankreich und Italien und fertigte kleine Ölskizzen an, die, wie die Werke der Schule von Barbizon, der er zeitweilig nahe stand, zu den ersten französischen Freilicht-Landschaften gehörten. Sie beeindrucken besonders durch ihre ausgewogene Komposition und eine natürliche Lichtwirkung. Während der Wintermonate arbeitete Corot im Atelier und schuf große Salonbilder mit biblischen oder historischen Themen. Um 1845 stellte sich durch die breite Anerkennung bei der Kunstkritik auch der kommerzielle Erfolg ein. Seine Landschaften begannen sich immer stärker zu reinen Stimmungsbildern zu wandeln, die in eine zarte, leicht verschwimmende Atmosphäre getaucht waren – eine Wirkung, die er durch silbrige Farbtöne und weiche Pinselstriche erzielte. Ein Beispiel für diese ersten vor-impressionistischen Ansätze ist das leicht schwermütig wirkende Ölgemälde Erinnerung an Mortefontaine (1864, Louvre, Paris). Obwohl Corot geneigt war, um der großen Nachfrage zu entsprechen, frühere Themen immer aufs Neue zu wiederholen, wobei er sich teilweise von seinen Schülern unterstützen ließ, schuf er in dieser Zeit auch hervorragende Werke wie Der Belfried von Douai (1871, Louvre, Paris). Qualitätvolle Aktstudien und Porträts, wie Die Frau mit der Perle (um 1868 bis 1870, ebenfalls Louvre, Paris), aber auch Radierungen und Zeichnungen runden sein künstlerisches Werk ab, wenngleich er seine größte künstlerische Qualität im Bereich der Landschaftsmalerei erreichte. Er starb am 22. Februar 1875 in Paris.

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