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Kredit

Enzyklopädieartikel
Artikelgliederung
1

Einleitung

Kredit (aus lateinisch creditum: das leihweise Anvertraute, Darlehen), Begriff der in der Wirtschaft sowohl die Leihwürdigkeit von Wirtschaftsubjekten (Privatpersonen oder Unternehmungen) wie auch im engeren Sinn eine befristete Überlassung von Geld oder anderem Eigentum unter der Auflage der Rückzahlung oder Rückgabe bezeichnet. Der Geldgeber wird dabei zum Gläubiger, und der Geldnehmer wird zum Schuldner; Kredit und Schuld sind also Begriffe, die dieselbe Sache von gegensätzlichen Standpunkten aus betrachten. In der Buchführung wird deshalb die Habenseite des Kontos, auf der die Gutschrift steht, auch Kredit genannt. Siehe auch Darlehen

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Kreditarten

Kredite können nach verschiedenen Kriterien eingeteilt werden: Nach ihrer Laufzeit, nach der Verfügbarkeit, nach der Verwendung, nach der Sicherheit und nach dem Kreditnehmer bzw. Kreditgeber.

Ein kurzfristiger Kredit wird auf eine Laufzeit von bis zu sechs Monaten gewährt, ein mittelfristiger Kredit bis vier Jahre, ein langfristiger Kredit hat eine Laufzeit von mehr als vier Jahren.

Bei der Verfügbarkeit unterscheidet man zwischen dem Darlehen, das einmalig ausgezahlt wird und eine regelmässige Tilgung zur Auflage hat, und dem Kontokorrentkredit, der nach Bedarf bis zu einer bestimmten Grenze in Anspruch genommen werden kann. Der Dispositionskredit ist eine Sonderform des Kontokorrentkredites, der einem privaten Kunden von einer Bank meist formlos auf seinem Lohn- oder Gehaltskonto eingeräumt wird.

Verwendet werden Kredite als Investitionskredite, die von Geschäftsfirmen dazu benötigt werden, den Erwerb einer Fabrikanlage oder von Ausrüstung zu finanzieren, und die durch Gesellschaftsbonds, langfristige Schuldscheine und andere Nachweise der Verschuldung ausgewiesen werden, als Betriebsmittelkredit zur Aufrechterhaltung der Produktion sowie als Konsumtivkredite zur Finanzierung des Endverbrauchs.

Als Sicherheiten gelten beim so genannten Personalkredit die Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers, eventuell in Verbindung mit einer persönlichen Bürgschaft, beim so genannten Realkredit dagegen Sachen wie z. B. Hypothek oder Grundschuld.

Handelskredite gewähren Kaufleute und Unternehmer einander zur Finanzierung der Produktion und Distribution von Gütern. Bankkredite bestehen aus den Einlagen, Krediten und Diskontierungen von Einlageinstituten. Öffentliche oder Staatskredite werden durch die Ausgabe von Bundesobligationen (Pfandbriefen) und kommunalen Schuldverschreibungen aufgenommen. Internationale Kredite werden bestimmten Staaten von anderen Staaten gewährt, von den Bürgern fremder Nationen oder durch internationale Bankinstitute wie die Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung.

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Funktion

Die wichtigste Funktion des Kredits ist die Übertragung von Vermögen von denen, die es besitzen, auf die, die es benutzen möchten, wie z. B. bei der Vergabe von Krediten durch Banken an Einzelpersonen, die planen, ein Wirtschaftsunternehmen zu gründen oder auszuweiten. Die Übertragung ist zeitlich begrenzt und erfolgt zu einem Preis, dem so genannten Zins. Dieser schwankt je nach Risiko und entsprechend von Angebot und Nachfrage für Kredite sowie entscheidend nach Maßgabe des von der Zentralbank (in Deutschland die Deutsche Bundesbank) festgesetzten Leitzinses, das ist der Zins, den Banken für Kredite bei der Zentralbank bezahlen müssen.

Kreditgeschäfte werden mit Hilfe von Dokumenten ausgeführt, die man Krediturkunden nennt. Hierzu gehören Wechsel, Zahlungsanweisungen, Schecks, Schuldscheine und Inhaberschuldverschreibungen. Diese sind gewöhnlich begebbare Papiere, d. h., sie können rechtlich in der gleichen Weise weitergegeben werden wie Geld. Wenn die Partei, die die Krediturkunde ausstellt, deren Gebrauch durch eine andere als die Partei, an die sie ausgestellt ist, vermeiden möchte, dann kann sie das tun, indem sie die Worte „nicht begebbar” auf der Krediturkunde vermerkt.

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Kreditvergabe und Kreditschöpfung

Ein Kreditnehmer muss gegenüber seinem Gläubiger seine Kreditwürdigkeit glaubhaft machen, d. h., er muss einen Nachweis darüber führen, dass er sich bei der Erfüllung finanzieller Verpflichtungen bislang als zuverlässig erwiesen hat, und er muss darüber hinaus glaubhaft machen können, dass er die eingegangene Verpflichtung auch in Zukunft wird erfüllen können. Auch ein Sachwert kann als Kreditsicherheit für den Gläubiger dienen, ebenso die Bürgschaft einer dritten Partei. Schuldverschreibungen sind oft durch eine Hypothek auf das Eigentum des begebenden Unternehmens gesichert. Öffentliche Kreditaufnahmen, z. B. durch Ausgabe von Schuldverschreibungen eines Staates, sind gewöhnlich ungesichert und bauen auf das Vertrauen des Käufers in die wirtschaftliche und politische Stabilität des Staates. Wenn Waren auf Raten oder per Mietkauf verkauft werden, kann der Verkäufer entweder einen rechtlichen Eigentumsvorbehalt geltend machen, oder ein Sicherungseigentum einbehalten, bis die letzte Zahlung erfolgt ist. Die Hinterlegung von Geldmitteln bei einer Bank zur Aufbewahrung kann ebenfalls als eine Form von Kredit gegenüber der Bank angesehen werden, da solche Mittel für Kredite und Investitionen verwendet werden, und die Bank gesetzlich verpflichtet ist, sie als gewöhnlicher Schuldner zurückzuzahlen.

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