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Illustration

Enzyklopädieartikel
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Edmund Dulac: Die Königin von SabaEdmund Dulac: Die Königin von Saba
Artikelgliederung
1

Einleitung

Illustration (lateinisch: Erhellung), Abbildungen, die den (gedruckten) Text, dem sie beigegeben sind, genauer erläutern oder verdeutlichen. Die im antiken Ägypten entwickelten Piktographen (bildliche Symbole, die für Wörter oder Sätze stehen) und Hieroglyphen (bildlich dargestellte Objekte, die für Wörter, Silben oder Laute stehen) bilden sowohl den Anfang der Illustration als auch des Textes. Bis zur Erfindung des Druckverfahrens konnten Illustrationen ebenso wie Handschriften nur vervielfältigt werden, indem man sie von Hand kopierte (siehe Buchmalerei).

2

Frühe Illustrationen

Das älteste erhaltene Beispiel eines illustrierten Buches ist eine ägyptische Papyrusrolle aus der Zeit um 2000 v. Chr. Im alten Ägypten war auch das Totenbuch, das als Grabbeigabe gedacht war und dem Verstorbenen in seinem Leben nach dem Tod zum Gebrauch zur Verfügung stehen sollte, mit zahlreichen Illustrationen versehen. Im antiken Europa scheinen die frühesten Illustrationen die wissenschaftlicher Texte zu sein. Bei dem griechischen Philosophen Aristoteles finden sich Verweise auf leider nicht mehr vorhandene textbegleitende Illustrationen zu seinen Schriften. Illustrationen in Form von Autorenporträts waren der nächste Entwicklungsschritt, gefolgt von Illustrationen zu literarischen Werken wie z. B. der Ilias oder der Odyssee. Die Illustration literarischer Texte existierte ab dem frühen 5. Jahrhundert v. Chr. auch in China. Im Europa des Mittelalters illustrierten Künstler Texte und schufen so illuminierte Handschriften mit Miniaturmalereien, bildlich ausgeschmückten Initialen oder Marginaldekorationen. In der islamischen Welt illustrierten persische und mongolische Künstler literarische und historische Werke mit filigranen Malereien. Illustrationen konnten ebenso wie die Handschriften nur vervielfältigt werden, indem man sie von Hand kopierte.

3

Mechanische Reproduktion

Für die ersten mechanischen Reproduktionen von Illustrationen benutzte man Holzblöcke. Die Illustration wurde auf die glatte Oberfläche eines Druckstocks aufgezeichnet und das Holz beiderseits der Linien ausgekerbt. Nach diesem Verfahren hergestellten Bücher werden Blockbücher genannt.

Mit dem Aufkommen der beweglichen Letter war schließlich die Möglichkeit gegeben, separat im Holzschnittverfahren angefertigte Illustrationen zusammen mit dem Text abzudrucken. Das Bedürfnis nach detaillierterer Darstellung führte zur Entwicklung des Radier- und Metallstichverfahrens, wobei beim Metallstich meist Kupferplatten verwendet wurden (siehe Druckgraphik und druckgraphisches Gestalten). Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Lithographie erfunden, was den Künstlern größere Flexibilität und Spielraum bei der Illustrationstechnik bot. Die darstellerischen Möglichkeiten wurden durch die Einführung der Farblithographie in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts noch erweitert. Die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte Photographie schuf die Möglichkeit der Reproduktion einer Originalillustration, unabhängig von der Technik, in welcher diese geschaffen war.

4

Gedruckte Illustrationen

Die Illustrierte Zeitschrift, ein Ableger des Illustrierten Buches, kam im 18. Jahrhundert auf und erfreute sich sofort großer Beliebtheit. Heute werden in Zeitschriften fast ausschließlich photographische Illustrationen benutzt. Die Illustration von Belletristik breitete sich im 19. Jahrhundert immer weiter aus. Es wurden fast keine Romane mehr veröffentlicht, die nicht mindestens ein meist farbiges Frontispiz (eine gegenüber oder vor dem Titelblatt eines Buches abgedruckte Illustration) aufwiesen. Im 20. Jahrhundert kam man allmählich davon ab, Prosa für Erwachsene zu illustrieren und beschränkte sich im Wesentlichen auf Lehrbücher und andere Nachschlagewerke. Illustrierte Kinderbücher hingegen wurden bereits im 19. Jahrhundert immer gängiger.

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