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ViehhaltungEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Zugtiere; Schafe und Ziegen; Schweine; Rinder; Geflügel; Andere Tiere; Derzeitige Entwicklungen
Heute unterscheidet man bei der Rinderhaltung im Allgemeinen drei Gruppen: Fleischvieh, Milchvieh und Zweinutzungsrinder. Die letzte Gruppe wird sowohl wegen ihres Fleisches als auch wegen der Milch gehalten. Das Rind wurde vermutlich vor etwa 8 500 Jahren in Südosteuropa domestiziert, wobei Südostasien ein zweites Domestizierungszentrum gewesen sein könnte. Weltweit umfasst die Rinderpopulation 1,383 Milliarden Tiere. Die Hälfte davon ist auf Südamerika, Europa, Russland, die USA und Indien konzentriert. Die meisten Fleischrinder werden in großen Arealen gehalten. Zur Fleischproduktion bestimmte Tiere werden manchmal nach dem Entwöhnen in Boxen, also kleinen Stallabteilen, gemästet. Bei Milchkühen herrscht in der Nähe von Ballungszentren die Intensivhaltung in verhältnismäßig großen Herden vor. Siehe auch Milchviehhaltung; Käse
Der Begriff Geflügel umfasst in der Hauptsache Hühner, Enten, Truthühner und Gänse. Man schätzt, dass es weltweit über sechs Milliarden Hühner und jeweils rund 100 Millionen Enten und Truthühner als Haustiere gibt. Fast überall auf der Erde werden Hühner in großer Zahl gehalten, Enten jedoch hauptsächlich in Europa und Asien und die meisten Truthühner in den USA. In den Industrieländern erfolgt die Geflügelfleisch- und Eierproduktion in großen Betrieben mit Intensivhaltung, bei der die Vögel zumeist entweder einzeln in Käfigen oder zu vielen Individuen gemeinsam gehalten werden. Siehe auch Geflügelhaltung; Batteriehaltung
Weitere wichtige domestizierte Tiere aus der Familie der Rinder sind die tibetanischen Yaks oder Grunzochsen, die indischen Gayals oder Stirnrinder und das südostasiatische Banteng oder Rotrind. Das Rentier hat in Nordeuropa und Nordasien große Bedeutung. Es gibt zwar Betriebe, die sich auf die Zucht verschiedener Pelztierarten (hauptsächlich Nerz und Fuchs) spezialisiert haben, die meisten Pelze stammen aber von Wildtieren, die geschossen oder in Fallen gefangen werden. In Nordamerika machen Bisam und Waschbär fast die Hälfte des Gesamtertrags aus. Die ehemalige Sowjetunion (UdSSR) war ebenfalls führend in der Pelzproduktion. Siehe auch Pelzgewerbe
In wirtschaftlicher Hinsicht besteht das Hauptproblem der heutigen Tierhaltung darin, die Produktion dem heutigen Bevölkerungswachstum anzugleichen. Die Forschung konzentriert sich darauf, die Tierproduktion durch genetische Selektion und mit Hilfe der Gentechnik zu steigern. So können Wissenschaftler z. B. die Größe von Schafen positiv beeinflussen, indem sie Gene, die Wachstumshormone (siehe Somatotropin) steuern, in Embryonen einbauen. Das gleiche Verfahren kann auch auf Rinder und andere Tiere angewendet werden. Die Forschung beschäftigt sich auch mit der Entwicklung von Tierrassen in Gegenden, in denen Mangel an Proteinen herrscht. So wird in Südamerika das Capybara (Wasserschwein) zur Fleischerzeugung genutzt. Wild lebende Capybaras werden in großem Umfang eingefangen und in Gebiete gebracht, die zur Viehzucht vorgesehen sind. In Peru unterstützt die Regierung die Zucht von Meerschweinchen wegen deren Bedeutung als Nahrungsmittel. In anderen lateinamerikanischen Ländern erforscht man die Möglichkeit, Leguane landwirtschaftlich zu nutzen. Zur Intensivproduktion von Tierprodukten gehört, dass Geflügel in kleinen Käfigen, Schweine in engen Verschlägen und Schafe und Rinder in kleinen Höfen gehalten werden. Durch die Haltung auf engem Raum werden Arbeitskraft, Futter und sonstige Produktionskosten eingespart. Solche Haltungsbedingungen werden allerdings häufig als tierquälerisch verurteilt, und es werden strengere Gesetze zum Schutz der Tiere gefordert. Siehe auch artgerechte Tierhaltung
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