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    Als Tsetsefliegen (Glossina spec.) bezeichnet man die einzige Gattung aus der Familie der Zungenfliegen (Glossinidae). Diese Stechfliegen leben in Afrika, ernähren sich von ...

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    Tsetsefliegen, Gattung Blut saugender afrikanischer Fliegen mit 23 Arten. ... Windows Live® Suchergebnisse. Tsetsefliegen – Wikipedia. Als Tsetsefliegen (Glossina spec ...

  • Deutsches Koloniallexikon 1920, SCHNEE, H.(Buchstabe: Tsetsefliegen)

    Tsetsefliegen (Glossinae) (s. farbige Tafel). Die Tsetsen (wahrscheinlich = nsi - nsi = Fliege) wurden schon frühzeitig in Afrika als Überträger der Nagana (s.d ...

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Tsetsefliegen

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TsetsefliegeTsetsefliege

Tsetsefliegen, Gattung Blut saugender afrikanischer Fliegen mit 23 Arten.

Tsetsefliegen kommen südlich der Sahara zumeist in feuchten Wäldern und entlang der Ufer von Seen und Flüssen vor. Die erwachsenen Fliegen (Imagines) werden bis 14 Millimeter lang, sie sind oberseits braun und unterseits braun mit gelben Streifen oder Flecken. Sie besitzen beißende Mundwerkzeuge und einen großen Rüssel, der waagrecht von der Spitze des Kopfes her absteht und nicht eingeklappt wird. Ihre stark geäderten Flügel halten Tsetsefliegen im Gegensatz zu anderen Blut saugenden Fliegen im Ruhezustand über dem Hinterleib gekreuzt. Die Larven entwickeln sich im Hinterleib des Weibchens, wo sie durch Futterdrüsen ernährt werden. Das Weibchen bringt die Larven kurz vor der Verpuppung zur Welt und gräbt sie in den Boden oder zwischen faulende Blätter ein. Dort machen sie eine vollständige Metamorphose durch und entwickeln sich zu erwachsenen Fliegen. Die Siedlungsdichte der als Einzeltiere lebenden Tsetsefliegen ist zumeist gering: Sie beträgt häufig nicht mehr als 30 (selten über 100) Insekten pro Quadratkilometer.

Die in Südafrika verbreitete Tsetsefliege überträgt jene parasitischen Protozoen, welche die oft tödliche Schlafkrankheit hervorrufen (Trypanosomiasis). Die Fliegen nehmen diese Parasiten mit dem Blut infizierter Personen auf; nach einer gewissen Entwicklungszeit können sie die Parasiten dann in den Blutkreislauf gesunder Opfer übertragen. Der rhodesische Typ der Schlafkrankheit, der auf Teile Simbabwes und Tansanias beschränkt ist, wird ebenfalls durch eine Tsetsefliegenart übertragen, ebenso wie die Naganaseuche, unter der in Süd- und Zentralafrika zahlreiche Rinder, Pferde und Ziegen leiden. Dauernd dieser Krankheit ausgesetzte Tiere können immun werden.

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) verabschiedete 1997 ein internationales Aktionsprogramm zur Bekämpfung der Tsetsefliegen. Die Organisation für Afrikanische Einheit (OAU) plante 2001 sogar, die Tsetsefliegen ganz auszurotten. Zur Bekämpfung werden u. a. zeltförmige Fallen mit blauschwarzem, insektizidgetränktem Stoff eingesetzt. Ein Forscher der britischen University of Greenwich berichtete 2001 über den erfolgreichen Einsatz von Insektenfallen, die Tsetsefliegen durch künstlich erzeugten Rindergeruch anlocken. Eine weitere Bekämpfungsmethode besteht darin, Tsetsefliegen im Labor in großer Zahl zu züchten und die Männchen Röntgenstrahlen auszusetzen, um sie unfruchtbar zu machen. Die sterilen Männchen werden anschließend über mehrere Jahre im wöchentlichen Rhythmus ausgesetzt, so dass sie die Zahl der fruchtbaren Männchen in dem betreffenden Gebiet schließlich um das Zehn- bis Hundertfache übertreffen und Weibchen sich in aller Regel mit einem unfruchtbaren Männchen paaren. Mit diesem Verfahren wurden die Tsetsefliegen in den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts auf Sansibar (also in einem geographisch relativ isolierten Gebiet) ausgerottet.

Systematische Einordnung: Tsetsefliegen werden als Gattung Glossina entweder der Familie Muscidae (Ordnung Diptera) zugeordnet oder heute oft in eine eigene Familie Glossinidae gestellt. Die südafrikanische Tsetsefliege heißt Glossina palpalis, die Überträgerin der rhodesischen Form der Schlafkrankheit und der Nagana Glossina morsitans.

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