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BaumwolleEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Baumwollpflanzen; Anbau; Baumwollschädlinge und -krankheiten; Verarbeitung; Vermarktung; Baumwollsamen; Produktion
Wenn Baumwolle bei der baumwollverarbeitenden Fabrik angeliefert wird, so wird sie durch Röhren, die in die Lastwagen oder Güterwagen hineinreichen, in die Fabrik hineingesaugt; in vielen Fällen durchläuft sie dann zunächst Trockner, die zur leichteren Verarbeitung den Feuchtigkeitsgehalt verringern. Dann wird die Baumwolle zu einer Maschine befördert, die Pflanzenteile, Stöckchen, Reste von Blättern und andere Fremdkörper entfernt. Schließlich gelangt sie zum Cotton Gin, der Entkörnungsmaschine, wo der Lint von den Samen geschieden wird. Der Lint wird dann dicht gepresst zu Ballen verpackt. Über die Weiterverarbeitung der Baumwolle zu Garnen, Stoffen und Tauwerk informieren die Artikel Spinnen und Textilien.
Von jedem Ballen werden Stichproben genommen, um den Marktwert zu bestimmen. Dieser richtet sich nach Stapel, Gütegrad und Qualität. Mit Stapel wird die Faserlänge bezeichnet. Rund 25 Prozent der US-amerikanischen Baumwolle werden als kurz klassifiziert; hieraus werden viele gröbere Textilien hergestellt; rund 70 Prozent der in den Vereinigten Staaten geernteten Baumwolle hat eine mittlere Länge; rund fünf Prozent sind lang oder extra-lang. Der Gütegrad bezieht sich auf Farbe, Glanz und Anteil an Fremdkörpern. Sechs Farbstufen reichen von Weiß bis Grau. Die Qualität bezieht sich auf Durchmesser, Stärke, Reife (Verhältnis von reifen zu unreifen Fasern), Einheitlichkeit und Glätte der Fasern.
Früher war der Samen nur ein Entsorgungsproblem für die Baumwollfabriken; heute ist er ein wertvolles Nebenprodukt. In Ölmühlen wird er in einem dem Entkörnen ähnlichen Verfahren vom Linters befreit. Der nackte Samen wird dann aufgebrochen, der Kern entfernt. Das Mehl, das nach der Extraktion des Öles verbleibt, ist sehr proteinreich. Linters dient als Polstermaterial für Möbel und Autositze und wird zu saugfähigen Putztüchern und vielen Celluloseprodukten – etwa zu Reyon (Kunstseide), Kunststoffen, Lacken und rauchlosem Pulver für Granaten und Patronen – verarbeitet. Die Samenschalen oder -hülsen dienen als Viehfutter. Aus den Kernen wird Baumwollöl gewonnen. Presskuchen und Mehl werden als Futtermittel und zur Herstellung feinen Mehles verwendet. Der Bodensatz, der nach Raffinierung des Baumwollöles verbleibt, enthält Fettsäuren, die industriell verwertet werden.
Auch heute ist Baumwolle ein Hauptrohstoff für die Textilindustrie, wenngleich die synthetischen Fasern ihr mittlerweile die beherrschende Stellung streitig gemacht haben. Weltweit werden 24,8 Millionen Tonnen (2006) Baumwolle produziert. Zu den führenden Herstellerländern gehören China mit 6,73 Millionen Tonnen (2006), die USA mit 4,50 Millionen Tonnen (2006) und Indien mit 3,6 Millionen Tonnen (2006).
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