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TansaniaEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Tansania ist eines der ärmsten Länder der Welt. Die Hauptbeschäftigungszweige sind Land- und Forstwirtschaft sowie die Fischerei; 82 Prozent der Erwerbstätigen arbeiten in der Landwirtschaft. Tansania zählt zu den weltgrößten Erzeugern von Sisal (siehe Agaven) und Gewürznelken. Wirtschaftsreformen, die in den ausgehenden achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts eingeleitet wurden, sahen die Liberalisierung des Agrarmarktes vor, außerdem eine Senkung der Zölle und Einschnitte bei den staatlichen Ausgaben. Die Entwicklungspläne seit der Unabhängigkeit legten stets das Hauptgewicht darauf, den Verkauf von Agrarprodukten zu fördern und die Abhängigkeit vom Import an Industriegütern zu verringern. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 12 784 Millionen US-Dollar (2006; Dienstleistungen 37,3 Prozent, Industrie 17,4 Prozent, Landwirtschaft 45,3 Prozent); daraus ergibt sich ein BIP pro Kopf von 324 US-Dollar.
Wichtigster Produktionszweig innerhalb der Landwirtschaft ist der Ackerbau, wobei nur 4,5 Prozent der Landesfläche als Ackerland genutzt werden. Der größte Teil der Weltproduktion an Gewürznelken stammt von den Inseln Sansibar und Pemba. Kaffee, Baumwolle, Sisal, Gewürznelken, Tee, Tabak und Cashewnüsse sind die wichtigsten Exportgüter, daneben auch Pfeffer und Pyrethrum (ein aus Chrysanthemen extrahiertes Insektizid). Für die Ernährung am bedeutendsten sind Maniok, Mais, Reis, Mohrenhirse, Hirse, Weizen, Bataten, Honig und Bananen. Etwa 45 Prozent der Fläche werden als Weideland genutzt. Der Viehbestand umfasst vor allem Rinder, Ziegen, Schafe und Hühner.
Der überwiegende Teil des Nutzholzes wird als Brennstoff für Haushaltszwecke verwendet. Die wichtigsten Nutz- bzw. Edelhölzer sind Zedern, afrikanisches Rosenholz, Mahagoni und Kampfer. Drei Viertel der Fischfänge betreffen Süßwasserfische, überwiegend aus dem Victoriasee; im Indischen Ozean werden Thunfische gefangen.
Tansania war reich an Diamanten, deren Vorkommen jedoch weitgehend ausgebeutet sind. Es werden Gold und Steinsalz gewonnen. Im Süden gibt es große Vorkommen von Steinkohle und Eisenerz, die aber nur in geringem Maß abgebaut werden. Im Gebiet um die Insel Songo Songo südöstlich von Daressalam wurde Erdgas gefunden. Daneben gibt es Vorkommen an Glimmer, Blei, Zinn, Wolfram, Pyrochlor (für die Gewinnung von Niob, Tantal und Uran wichtiges Mineral) sowie Kaolin, Phosphat und Magnesit.
Der überwiegende Teil der Industrie in Tansania beschäftigt sich mit der Verarbeitung von Rohstoffen, insbesondere Kaffee, Getreide, Sisal, Kapok (Ceibawolle), Jute und Kokosfaser. In den siebziger Jahren wurde u. a. mit dem Fahrzeugbau begonnen, Zementfabriken und Gerbereien wurden ausgebaut. 3 Prozent der Erwerbstätigen sind in der Industrie beschäftigt. 91,1 Prozent der elektrischen Energie werden in Wasserkraftwerken erzeugt; die wichtigsten Kraftwerke liegen am Pangani.
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