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Alligatoren (nach spanisch el lagarto: die Echse), Familie mit sieben Arten aus der Ordnung der Krokodile. Alligatoren haben im Gegensatz zu den langen, spitzeren Schnauzen anderer Krokodile ein breites, flaches, rundliches Maul. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal besteht darin, dass die Zähne des Unterkiefers bei geschlossenem Maul nicht zu sehen sind; dies betrifft auch den bei anderen Krokodilen auffallenden (besonders großen) vierten Unterkieferzahn, der bei Alligatoren in eine Grube des Oberkiefers eingreift. Zur Gattung der Alligatoren gehören nur zwei Arten: der amerikanische Mississippi-Alligator und der asiatische China-Alligator; die übrigen Arten der Familie sind Kaimane.
Die beiden Arten der Gattung Alligator ernähren sich hauptsächlich von Fischen, Fröschen, Schlangen, Schildkröten, Vögeln, Säugetieren und Aas. Wie andere Krokodile können sie ihre Beute nicht kauen, sondern verschlingen sie entweder ganz oder reißen Stücke ab. Die Gattung Alligator ist in weniger heißen Regionen anzutreffen als andere Krokodile; bei kühlem Wetter gehen Alligatoren in einen Ruhezustand über. Sie bewohnen unterschiedliche Gewässertypen und graben in die Gewässerufer Baue, deren Gänge teilweise über dem Wasserspiegel liegen. Bei der Suche nach Paarungspartnern erzeugen Alligatoren brüllende Laute, mit denen sie auf sich aufmerksam machen. Konkurrenten werden mit einer Reihe von ritualisierten Warnsignalen wie Maulaufsperren, schnellen Scheinangriffen und Zischlauten bedroht. Die Männchen sind polygyn (sie paaren sich mit mehreren Weibchen). Begattete Weibchen bauen in der Nähe des Wassers oberhalb der Flutgrenze aus Schlamm und Pflanzen ein Nest. Die circa 30 bis 60 Eier werden mit Schlamm bedeckt und von der Sonne ausgebrütet, aber das Weibchen hält sich in der Nähe seines Geleges auf, um es zu bewachen. Das Geschlecht der Jungen hängt von der Bruttemperatur ab: Bei höheren Temperaturen (je nach Art oberhalb von etwa 32 bis 33 °C) schlüpfen Männchen, bei niedrigeren (unterhalb von etwa 28 bis 30 °C) Weibchen, bei mittleren sowohl Männchen als auch Weibchen. Die Jungen schlüpfen nach ungefähr 60 Tagen; das Weibchen begleitet und beschützt sie bis zum darauf folgenden Frühjahr und trägt sie zeitweilig auch im Maul. Im Freiland können Alligatoren rund 50 Jahre alt werden, in Gefangenschaft mehr als 70 Jahre.
Der Mississippi-Alligator lebt hauptsächlich in Sümpfen, Seen und Bayous (Seitenarmen des Mississippi) der südöstlichen Bundesstaaten der USA, kommt aber westlich bis zum Rio Grande in Texas vor. Er wird zwei bis sechs Meter lang, große Exemplare gelten als gefährlich für den Menschen. Der Mississippi-Alligator bevorzugt ruhige Gewässer, in denen er bis auf die Nasenöffnungen untergetaucht auf Beute lauern kann. Seine Position im Wasser kann er ohne Schwimmbewegungen und damit lautlos verändern, indem er die Lage seiner Lunge durch Muskelkontraktionen variiert. Mississippi-Alligatoren werden zur Gewinnung von Leder in Farmen gehalten. Die Zahl dieser Alligatoren nahm bis in die sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts ständig ab, weil sie als „Sport” und wegen ihrer Häute bejagt wurden; der Mississippi-Alligator wurde schließlich 1967 als bedrohte Art unter Schutz gestellt. Dies führte zu einer deutlichen Bestandszunahme und einem dem Menschen gegenüber weniger scheuen Verhalten; in einigen US-Bundesstaaten ist die Jagd auf Alligatoren deshalb wieder gestattet.
Der früher möglicherweise bis nach Korea verbreitete China-Alligator lebt heute nur noch im Flussgebiet des Jangtsekiang in der chinesischen Provinz Anhui. Er bewohnt Flüsse, Sümpfe, Seen und Teiche. Mit einer Länge von selten mehr als 1,5 Metern ist er viel kleiner und auch scheuer als die amerikanische Art. Er gilt für Menschen als wenig gefährlich. Der China-Alligator ist akut vom Aussterben bedroht; in Gefangenschaft wird er jedoch erfolgreich gezüchtet. Systematische Einordnung: Alligatoren bilden die Familie Alligatoridae. Die Gattung Alligator heißt auch in der zoologischen Systematik Alligator. Der Mississippi-Alligator heißt wissenschaftlich Alligator mississippiensis und der China-Alligator Alligator sinensis.
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