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SüdkoreaEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Südkorea ist in neun Provinzen (Do) und sieben Städte mit Provinzstatus aufgeteilt (Seoul, Pusan, Taegu, Taejŏn, Kwangju, Incheon und Ulsan). Die Provinzgouverneure und die Bürgermeister der sieben großen Städte wurden früher vom Präsidenten ernannt, seit 1995 werden sie gewählt. Die einzelnen Provinzen sind in 139 Distrikte und 57 Städte aufgegliedert.
Die führende konservative Partei in Südkorea ist die Große Nationalpartei (Grand National Party, GNP), die in den neunziger Jahren aus der Fusion verschiedener konservativer Parteien hervorging und sich zunächst Demokratisch-Liberale Partei bzw. Neue Korea-Partei nannte. Die GNP behauptet sich regelmäßig als zweitstärkste oder stärkste Kraft im Parlament. Die bedeutendste liberale Partei war zu Beginn des 21. Jahrhunderts für einige Jahre die Demokratische Millenniumspartei (Millennium Democratic Party, MDP), die aus dem Nationalkongress für Neue Politik (National Congress for New Politics, NCNP) hervorgegangen war; sie verschwand relativ rasch wieder in der Bedeutungslosigkeit. Aus Teilen der MDP, aber auch einigen GNP-Mitgliedern konstituierte sich 2003 die linksliberale Partei Uri („Wir”), die 2004 als erste linksorientierte Partei in Südkorea die Regierung übernahm, aber schon nach wenigen Jahren Zerfallstendenzen zeigte.
Der Präsident ist Oberbefehlshaber über die Streitkräfte. Sie umfassen etwa 687 700 Soldaten (davon 560 000 in der Armee, 63 000 bei der Marine und 64 700 in der Luftwaffe). Daneben gibt es etwa 4,5 Millionen Reservisten. Außerdem sind etwa 36 000 US-amerikanische Soldaten im Land stationiert.
Seit Beginn der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts hat sich Südkorea von einem Agrarstaat in eine auf den Export ausgerichtete Industrienation verwandelt. Südkorea gehört heute zu den größten Handelsnationen der Welt. Anfang der sechziger Jahre erhielt Südkorea Wirtschaftshilfe, insbesondere aus den Vereinigten Staaten und Japan, die dem Land ein kräftiges Wirtschaftswachstum bescherte. Nach den anfänglichen Boomjahren verzeichnete Südkoreas Wirtschaft gegen Ende der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts moderate Wachstumsraten. Mitte der neunziger Jahre verschlechterte sich Südkoreas wirtschaftliche Entwicklung. Die wirtschaftliche Lage in Europa, Preisverfälle und zunehmende Konkurrenz durch Niedriglohnländer belasteten vor allem Südkoreas Schlüsselindustrien, wie z. B. Schiffsbau, Automobil- und Halbleiterindustrie. Hinzu kamen eine schwere innenpolitische Krise (Ende 1996) und die Asienkrise (1997), die zusätzlich Südkoreas Wirtschaft und den Finanzsektor destabilisierten. Durch einschneidende Wirtschaftsreformen, eine umfassende Umstrukturierung und Liberalisierung des Finanz- und Kapitalmarktes sowie drastische Sparmaßnahmen im Staatshaushalt gelang es dem Tigerstaat gegen Ende des 20. Jahrhunderts, die negativen Entwicklungen wieder ins Positive zu wenden. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 888 Milliarden US-Dollar (2006; Landwirtschaft 3,2 Prozent, Industrie und Bergbau 39,6 Prozent, Dienstleistungen 57,2 Prozent); daraus ergibt sich ein BIP pro Einwohner von 18 340,80 US-Dollar. Die Handelsbilanz ist nahezu ausgeglichen. Die Zahl der Erwerbstätigen beträgt 24,5 Millionen (2006). Davon sind rund 8 Prozent in Land- und Forstwirtschaft sowie in der Fischerei tätig, 27 Prozent in der Industrie und 65 Prozent im Dienstleistungssektor. Die wichtigste Arbeitnehmervertretung ist der Koreanische Gewerkschaftsbund mit über 1,5 Millionen Mitgliedern.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde eine Bodenreform durchgeführt. Der Grundbesitz beträgt durchschnittlich 0,89 Hektar. In Verbindung mit der Industrialisierung des Landes wurde auch die Landwirtschaft mechanisiert; gleichzeitig sank die Bedeutung des primären Sektors für den Arbeitsmarkt. Hauptanbauprodukt ist Reis (6,31 Millionen Tonnen pro Jahr), das Grundnahrungsmittel. Er wird auf 53 Prozent der Nutzfläche, überwiegend im Nassfeldbau, angebaut. Weitere Anbauprodukte sind Kartoffeln, Bataten, Gerste und Weizen. In den letzten Jahren wurde die Obstproduktion gesteigert, insbesondere Äpfel, Melonen, Pfirsiche und Birnen. Sojabohnen, Baumwolle, Hanf und Maulbeerbäume (zur Zucht von Seidenraupen) spielen ebenfalls eine Rolle. Die Viehwirtschaft ist von geringerer Bedeutung. In der Holzwirtschaft werden jährlich etwa 4,91 Millionen Kubikmeter Stammholz produziert. Aufgrund des jahrzehntelangen Rodens besteht ein großer Teil der koreanischen Wälder nur noch aus Buschwald; die Holzindustrie spielt daher keine große Rolle. Seit Ende der sechziger Jahre ist Südkorea zu einer der führenden Fischfangnationen geworden; die Hochseeflotte und die Fisch verarbeitende Industrie sind vor allem in Ulsan und Masan beheimatet.
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