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Luxemburg

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Luxemburg  (Flagge und Hymne)Luxemburg  (Flagge und Hymne)
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Geschichte

In römischer Zeit gehörte Luxemburg zur Provinz Belgica Prima; später wurde es ein Teil des Fränkischen Königreiches und danach des Reiches von Karl dem Großen. 1060 gelangte das Land unter die Herrschaft von Graf Konrad, der sein Haus nach der um 963 erbauten Lützelburg (kleine Burg) benannte. Die Luxemburger stellten mit Heinrich VII. (ab 1308 König, 1312/13 Kaiser) den ersten der insgesamt vier Kaiser des Heiligen Römischen Reichs aus dem Hause Luxemburg, bis die Kaiserwürde ab 1437 bei den Habsburgern verblieb. Sigismund war der letzte Kaiser (1410-1437) der einstigen Grafschaft, die 1354 zum Herzogtum erhoben worden war.

1441 wurde Luxemburg an Philipp den Guten von Burgund verkauft. Als Herzog Karl der Kühne von Burgund 1477 in der Schlacht bei Nancy fiel, kam das Herzogtum in den Besitz der Habsburger. Bei der Teilung des Habsburger Besitzes 1555 wurde Luxemburg zusammen mit den Niederlanden dem Reich Philipp II. zugeschlagen. Von 1684 bis 1694 besetzte Frankreich das kleine Land, das aber weiterhin zum Habsburgerreich gehörte. 1794 marschierten die französischen Revolutionstruppen ein.

Nach dem Ende der Napoleonischen Kriege 1815 erhob der Wiener Kongress das Land zum Großherzogtum und setzte den niederländischen König Wilhelm I. als Großherzog ein. Luxemburg wurde in Personalunion mit den Niederlanden Mitglied des Deutschen Bundes. 1830 unterstützte das Großherzogtum den Aufstand in Belgien gegen Wilhelm.

Als Belgien 1831 selbständiges Königreich wurde, bekam es von den damaligen Großmächten Frankreich, Großbritannien, Preußen, Russland und Österreich den wallonischen westlichen Teil Luxemburgs zugesprochen; die Abtretung wurde aber erst 1839 vollzogen. Von 1839 bis 1867 wurde Luxemburg von den Niederlanden regiert. 1842, nach dem Beitritt Luxemburgs in den Deutschen Zollverein, setzte die Industrialisierung des Landes ein. Wilhelm II. der Niederlande verkündete 1848 eine neue liberale Verfassung.

1867 versuchte Frankreich, das selbständig gewordene Großherzogtum zu kaufen und beschwor damit die Luxemburg-Krise hervor, die die Beziehung Frankreichs zu Preußen schwer belastete. Die Krise wurde mit dem Londoner Protokoll vom 11. Mai 1867 beendet, das einerseits die Unabhängigkeit Luxemburgs garantierte, es aber andererseits zu immerwährender Neutralität verpflichtete. Das Großherzogtum verblieb bis nach dem 1. Weltkrieg im Deutschen Zollverein. Mit dem Tod von Wilhelm III. im Jahr 1890 ging die Großherzogswürde auf Adolf von Nassau über. 1912 wurde das Fränkisch-Salische Thronfolgegesetz, das die weibliche Thronfolge ausschloss, abgeschafft; erste Großherzogin wurde Marie Adélaide.

1914 verletzten deutsche Truppen die luxemburgische Neutralität und hielten das Land während des 1. Weltkrieges besetzt. 1920 trat das Großherzogtum in den Völkerbund ein, 1921 wurde eine Zoll- und Handelsunion mit Belgien beschlossen.

Auch im 2. Weltkrieg (am 10. Mai 1940) wurde Luxemburg von den deutschen Truppen besetzt und bis 1944 annektiert. Die amtierende Großherzogin Charlotte bildete in London eine Exilregierung. Die Alliierten befreiten Luxemburg im September 1944. Luxemburg war 1945 eines der Gründungsmitglieder der Vereinten Nationen. 1948 wurde eine erneute Zollunion mit Belgien und den Niederlanden begründet, und im selben Jahr kündigte Luxemburg seine traditionelle Neutralität auf. 1949 gehörte Luxemburg zu den Gründungsmitgliedern der NATO.

Seit den fünfziger Jahren fördert Luxemburg die europäische Zusammenarbeit und spielt eine wichtige Rolle in der Europapolitik: das Land gehörte der Europäischen Montanunion, der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und EURATOM seit der Gründung an. Heute ist Luxemburg ein bedeutendes Finanzzentrum (222 Banken, davon 72 deutsche) und Sitz einiger EU-Institutionen, u. a. des Sekretariats des Europaparlaments und der Europäischen Investitionsbank. Am 4. Mai 1961 wurde Erbprinz Jean von seiner Mutter, der Großherzogin Charlotte, als Regent vereidigt. Unmittelbar nach ihrem Tod am 12. November 1964 wurde Jean neuer Großherzog.

Die Nachkriegspolitik in Luxemburg ist gekennzeichnet durch Konsens, Koalitionen und lange Amtszeiten der Ministerpräsidenten. Pierre Werner war von 1959 bis 1974 Chef von Koalitionsregierungen seiner Christlich-Sozialen Partei (CSV) mit der Demokratischen Partei (DP, 1959-1964; 1968-1974) und der Luxemburgischen Sozialistischen Arbeiterpartei (LSAP, 1964-1968). Bei den Wahlen im Mai 1974 verlor die CSV erstmals seit 1919 ihre beherrschende politische Rolle. Eine Mitte-links-Koalition aus Demokraten und Sozialisten übernahm die Regierung; Ministerpräsident wurde Gaston Thorn von der DP. Werner und seine CSV erlangten 1979 ihre politische Führungsrolle zurück und bildeten eine durch die anhaltende Rezession als notwendig erachtete Koalition mit den Demokraten, die strenge Sparmaßnahmen umsetzte. Werner zog sich vor den Wahlen 1984 aus der Politik zurück; sein Nachfolger als Parteichef und Ministerpräsident wurde Jacques Santer. Die Wirtschaftskrise und die Sparmaßnahmen führten bei den Wahlen von 1984 zu gewaltigen Stimmengewinnen bei den Sozialisten. Santer bildete eine Koalitionsregierung mit der LSAP, die – wenn auch mit Stimmenverlusten – auch in den Wahlen von 1989 und 1994 bestätigt wurde: Bei den Wahlen im Juni 1994 gewann die CSV 21 Sitze, die LSAP erhielt 17 Mandate, und die DP stellte zwölf Abgeordnete.

Das luxemburgische Parlament hat im Juli 1992 den Maastrichter Vertrag ratifiziert. Die Klauseln in dem Abkommen über das Wahlrecht von Ausländern und über die Währungsunion machen allerdings noch Änderungen der luxemburgischen Verfassung nötig. Im Januar 1995 wurde Santer Nachfolger von Jacques Delors als Präsident der EU-Kommission. Großherzog Jean ernannte daraufhin Jean-Claude Juncker von der CSV zum neuen Ministerpräsidenten.

Wie Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien konnte Luxemburg am 1. Januar 1999 an der Einführung des Euro teilnehmen. Aufgrund der wirtschaftlichen Daten von 1997 war dies von den EU-Staats- und Regierungschefs am 3. Mai 1998 in Brüssel beschlossen worden. Seit dem 1. Januar 2002 ist der Euro offizielles Zahlungsmittel in Luxemburg.

Aus den Parlamentswahlen vom Juni 1999 ging erneut die CSV – allerdings unter Verlusten – mit 19 Mandaten als stärkste Fraktion hervor, gefolgt von der DP mit 15 und der LSAP mit zwölf Mandaten. Erneut mit der Regierungsbildung beauftragt, formierte Juncker – wie seit 1979 üblich – mit der zweitstärksten Partei, der DP ein Regierungsbündnis und gab die Koalition mit der LSAP auf.

Am 7. Oktober 2000 dankte Großherzog Jean zugunsten seines Sohnes Henri ab. Henri war bereits seit März 1998 offizieller Vertreter des Großherzogs.

Bei den Parlamentswahlen im Juni 2004 gewann die regierende CSV unter Ministerpräsident Juncker deutlich hinzu und verfügte nun über 24 Sitze, während ihr bisheriger Koalitionspartner, die DP, mit zehn Mandaten nur drittstärkste Kraft wurde. Zweitstärkste Partei wurde mit 14 Mandaten die LSAP. Aus den gleichzeitig abgehaltenen Europawahlen ging – ganz gegen den Trend in den meisten anderen EU-Ländern, wo die regierenden Parteien teils erhebliche Verluste hinnehmen mussten – die CSV ebenfalls als stärkste Kraft hervor.

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