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Windows Live® Suchergebnisse ArbeitsteilungEnzyklopädieartikel
Arbeitsteilung, die innerbetriebliche, zwischenbetriebliche und internationale Zerlegung der Arbeit durch Spezialisierung im Hinblick auf das Arbeitsergebnis (Produkte und Dienstleistungen) und die Arbeitsabläufe (Bearbeitungsstufen). Die modernen Volkswirtschaften sind durch ein hohes Maß an Arbeitsteilung und Verflechtung zwischen den einzelnen Wirtschafteinheiten (private Haushalte, Unternehmen, öffentliche Organisationen) gekennzeichnet. Die Einheiten sind miteinander verzahnt und in ihrer Wirtschaftsführung aufeinander angewiesen. An der Fertigung der meisten Endprodukte ist eine Reihe von Unternehmen beteiligt, von denen jedes einzelne weitgehend spezialisiert ist. Die Arbeitsteilung kommt durch eine Abfolge von Produktionsstufen zum Ausdruck, wobei die auf jeder Stufe erzeugten Güter nach ihrem Verwendungszweck in Vorleistungen, Investitionsgüter und Konsumgüter bzw. nach ihrer Konsumnähe in Rohstoffe, Zwischenprodukte und Endverbrauchsgüter gegliedert sind. Innerhalb eines Betriebs bedeutet Arbeitsteilung die Zerlegung des Produktionsprozesses in Teilaufgaben. Diese werden Menschen zugewiesen, die Kenntnisse und Fähigkeiten den speziellen Anforderungen der jeweiligen Aufgabe gemäß besitzen. Der wichtigste Vorteil der Arbeitsteilung liegt darin, dass sie die Produktivität erhöht. Die „Mehrergiebigkeit arbeitsteiliger Produktion” hat der britische Nationalökonom Adam Smith in seinem berühmten Beispiel von der Stecknadelfabrikation besonders eindrucksvoll gezeigt: Während seinerzeit ein Handwerker, der sämtliche Arbeitsgänge zur Herstellung einer Stecknadel selbst vornahm, täglich allenfalls 20 Stück herstellen konnte, brachte es eine Werkstätte mit zehn jeweils auf einzelne Arbeitsgänge spezialisierten Arbeitskräften in derselben Zeit auf einen Ausstoß von 48 000 Nadeln. Die prozess- und produktbezogene Spezialisierung in arbeitsteiligen Volkswirtschaften setzt voraus, dass die einzelnen Wirtschaftseinheiten in einem System miteinander verbunden werden, das die Koordination ihrer Entscheidungen und Handlungen ermöglicht. Dieses System kann entweder eine autoritäre Lenkungsinstitution, d. h. eine Planwirtschaft, oder ein Selbstregelungsmechanismus wie in der Marktwirtschaft sein. Neben der Arbeitsteilung innerhalb der und zwischen den Einheiten einer Volkswirtschaft besteht auch eine internationale Arbeitsteilung, d. h. eine Arbeitsteilung zwischen den Volkswirtschaften der verschiedenen Länder. Die internationale Arbeitsteilung ist das Ergebnis der Spezialisierung der Länder auf die Produktion von Gütern, die sie im Verhältnis zu allen anderen Gütern besonders günstig herstellen können. Die Freihandelstheorie des Liberalismus lehrt, dass internationale Arbeitsteilung und Welthandel zum größtmöglichen Weltsozialprodukt führen. Sie berücksichtigt allerdings nicht die Probleme der Verteilung der aus dem internationalen Handel resultierenden Vorteile und die damit verknüpften wirtschaftlichen und politischen Abhängigkeiten vom Ausland. Historisch betrachtet, gab es Frühformen arbeitsteiligen Wirtschaftens bereits bei den ältesten Völkern. Doch handelte es sich bei den Familien, Sippen und Dorfverbänden ebenso wie später bei den Lehnshöfen und Klöstern überwiegend um isolierte Subsistenzwirtschaften ohne auswärtige Wirtschaftsbeziehungen, bei denen die Sicherung der Selbstversorgung (Autarkie) im Vordergrund stand. Karl Marx betrachtete die Arbeitsteilung des Industriezeitalters als Ursache für die Selbstentfremdung des Menschen: Der Lohnarbeiter stellt als privates, isoliertes Wesen Dinge her, äußert in der Arbeit jedoch nicht sein eigenes Wesen; vielmehr unterwirft er sich dem Zwang zur Veräußerung seiner Arbeitskraft und ist dabei abhängig von den gesellschaftlichen Produktionsverhältnissen, die als anonyme Macht die Art und die Rahmenbedingungen seiner Tätigkeit bestimmen.
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