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Windows Live® Suchergebnisse Peter Carl FabergéEnzyklopädieartikel
Peter Carl Fabergé (1846-1920), russischer Goldschmied und Juwelier. Fabergé wurde in Sankt Petersburg als Nachkomme hugenottischer Einwanderer geboren und erhielt seine Ausbildung in Westeuropa und im elterlichen Juweliergeschäft, das er 1870 übernahm. Durch seine kostbaren, phantasievollen Arbeiten in unterschiedlichsten Stilrichtungen und Materialien machte er das Unternehmen bald zur führenden Juwelierfirma der Stadt, die 1881 zum offiziellen Lieferanten des Zarenhofes ernannt wurde. Kurz darauf trat sein Bruder Agathon in die Firma ein, der in Dresden mit den Werken des Barockgoldschmiedes Johann Melchior Dinglinger bekannt geworden war. Dessen prachtvoll-repräsentativer Stil bestimmte in der Folge auch die Produktion der Fabergés, die auf der panrussischen Ausstellung in Moskau (1882) mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wurde. Weitere Ehrungen gingen Hand in Hand mit einer Expansion des Geschäfts durch Filialen in Moskau (1887), Kiew (1905) und London (1906). Auf dem Höhepunkt des Erfolgs beschäftigte die Firma über 500 Mitarbeiter. Offenbar hat Fabergé nur die herausragenden Stücke selbst entworfen, wie die reich verzierten Ostereier aus Email und Gold, die jährlich zu diesem Anlass in der Zarenfamilie verschenkt wurden. Ihre Besonderheit bestand darin, dass sie aufklappbar waren und sich in ihrem Hohlraum winzige, minutiös gearbeitete Plastiken von Kutschen, Zügen, Palästen etc. verbargen. Als Geschenke der Romanows an hochgestellte Persönlichkeiten wurden sie auch in Westeuropa verbreitet. Neben diesem Markenzeichen umfasste das reichhaltige Angebot der Werkstätte u. a. Zigarettendosen, Schreibgeräte, Bonbonnieren, Tafelservice und Ziergegenstände wie Vasen und Statuetten. Motivisch lehnten sie sich zumeist an französische Vorlagen des Rokoko, gelegentlich an die russische Volkskunst an. Einige spätere Werke weisen auch Züge des Jugendstiles auf. Nach der Revolution 1917 wurde das Familienunternehmen zunächst verstaatlicht und wenig später aufgelöst. Fabergé starb im Exil in Lausanne. Seit einigen Jahren stoßen seine Arbeiten wieder auf vermehrtes Interesse, wie u. a. die Werkschau in München (1986-1987, Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung) bewies.
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