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Windows Live® Suchergebnisse SüßwasserpolypenEnzyklopädieartikel
Süßwasserpolypen, kleine Süßwassertiere, die zu den Hydrozoa gehören. Sie haben eine Länge von 0,25 bis 2,5 Zentimetern. Süßwasserpolypen weisen mit den einfachsten Körperbau aller vielzelligen Tiere auf: Es sind hohle, zylinderförmige Organismen, die am Fußende geschlossen sind und sich am anderen Ende zu einem Mund öffnen, der von sechs bis zehn Tentakeln umgeben ist. Ein Polyp bewegt sich fort, indem er entweder wie eine Schnecke auf seinem Fuß gleitet oder langsam „Purzelbäume” schlägt. Der Körper besteht aus zwei Lagen von Zellen: einer äußeren Schicht, dem Ektoderm, und einer inneren Schicht, dem Entoderm. Getrennt sind diese beiden Zellagen durch eine dünne Schicht aus abgesondertem Schleim (die so genannte Mesogloea). Beide Zellagen des Organismus enthalten dehnbare Fasern, Vorläufer der Muskeln höherer Tiere, die sich entspannen und es dem Tier so ermöglichen, sich auszudehnen und fortzubewegen. So genannte interstitielle Zellen, die zwischen den Ectoderm- und Entodermzellen verstreut liegen, erzeugen ein Netzwerk aus Nervensträngen, die über den gesamten Körper verlaufen. Außerdem bilden sie bei jedem Tier mehrere Hoden und Eierstöcke. Jeder Eierstock enthält eine einzelne Eizelle, und jeder Hoden enthält mehrere Samenzellen. Die Eizellen entwickeln sich in der Körperwand des elterlichen Organismus; die Embryonen brechen dann durch die Wand hervor und wachsen wie die Knospen an einer Pflanze zu erwachsenen Tieren voller Größe heran, die nach wie vor am Elterntier angeheftet sind. Aus einem Polypen können mehrere solcher Knospen gleichzeitig wachsen; schließlich trennen sich die Knospen vom Elterntier ab, werden unabhängig und heften sich selbst mit ihrem klebrigen Fuß an ein im Wasser treibendes Blatt oder an einen Zweig. Um winzige Lebewesen zu fangen und sich gegen größere Tiere zu verteidigen, sind Süßwasserpolypen mit Nesselzellen oder Nematocysten ausgestattet. Dies sind Zellen in der Ektodermschicht, die Gift enthalten. Durch das Gift der Nesselzellen gelähmte Kleintiere werden mit Hilfe der Tentakel zum Mund befördert und von dort in die Leibeshöhle transportiert; dort werden sie entweder von den Scheinfüßchen (Pseudopodien) amöbenähnlicher Zellen umschlossen und innerhalb der Zellen verdaut (siehe Phagozytose) oder durch Absonderungen aller Entodermzellen zersetzt. Die Fähigkeit der Tiere zur Regeneration ist bemerkenswert. Wird ein Süßwasserpolyp in relativ große Stücke zerschnitten, entwickelt sich jedes dieser Stücke zu einem vollständigen neuen Individuum; bringt man kleine Stücke miteinander in Kontakt, wachsen diese zusammen und bilden ebenfalls ein komplettes neues Tier. Zwei Arten sind häufig in Teichen anzutreffen: eine graubraune und eine grünliche Art. Die grüne Farbe der letzteren entsteht durch eine Alge, die in den Körperzellen als Symbiont lebt; die Alge wird an die Nachkommen des Polypen weitergegeben, nachdem sie in die Geschlechtszellen eingedrungen ist. Systematische Einordnung: Süßwasserpolypen gehören zum Stamm Cnidaria (Nesseltiere). Die graubraune Art heißt wissenschaftlich Hydra (Pelmatohydra) oligactis und die grüne Art Chlorohydra viridissima.
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