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Nordamerika

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Artikelgliederung
4.1

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft ist in Mexiko von vergleichsweise größerer Bedeutung als in den anderen nordamerikanischen Staaten; hier arbeiten etwa ein Viertel aller Erwerbstätigen (zum Vergleich: in den Vereinigten Staaten nur 3 Prozent und in Kanada 5 Prozent). In ganz Mexiko, insbesondere jedoch im Süden, ist die Subsistenzwirtschaft noch immer sehr bedeutend; die agrarische Nutzung wird überwiegend zur Deckung des eigenen Bedarfs durchgeführt. Die kommerzielle Landwirtschaft ist dennoch in vielen Gebieten gut entwickelt, vor allem im Bereich der zentralen Hochebene und im Norden. Die wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte sind Mais, Weizen und Bohnen, die hauptsächlich für den inländischen Verbrauch angebaut werden, sowie Kaffee, Zucker und Baumwolle. Darüber hinaus spielt die Viehhaltung eine bedeutende Rolle. Vor allem Rinder werden weitestgehend für den Export gezüchtet.

In den Vereinigten Staaten und Kanada ist die Landwirtschaft von hoch mechanisierten und im Vergleich zu Europa meist weite Flächen einnehmenden Landwirtschaftsbetrieben (Farmen) geprägt, die große Mengen an Feldfrüchten, Vieh und Tierprodukten erzeugen. Die Great Plains im zentralen Bereich der Vereinigten Staaten und die kanadischen Prärie-Provinzen (Alberta, Manitoba, Saskatchewan) sind weltweit eines der bedeutendsten Produktionsgebiete für Getreide (insbesondere Weizen, aber auch Gerste, Hafer, Roggen und Mohrenhirse), Ölsaaten und Vieh (Milch- und Fleischrinder sowie Schafe). Eine der weltweit wichtigsten Landwirtschaftsregionen ist der so genannte corn belt (Maisgürtel), der Teil des Mittleren Westens der Vereinigten Staaten, der sich vom Westen des Bundesstaates Ohio südlich der Großen Seen bis in den Osten des Bundesstaates Nebraskas erstreckt. Dies ist nicht nur das weltweit größte Anbaugebiet für Mais, sondern auch eine der wichtigsten Produktionsregionen für andere Getreidearten, Sojabohnen, Rinder und Schweine.

Die Landwirtschaft Kaliforniens erzeugt große Mengen hochwertiger Früchte aus dem Bewässerungsfeldbau – insbesondere Obst und Gemüse. Die Niederschläge reichen in den von sommerlicher Trockenheit gekennzeichneten Gebieten nicht für Regenfeldbau. Auch in Florida und Texas werden Obst und Gemüse in großem Maßstab erzeugt; in den Bundesstaaten Idaho, Washington, Oregon, Maine, North Dakota sowie im Südosten Kanadas werden riesige Mengen an Kartoffeln produziert. Weitere wichtige landwirtschaftliche Produkte sind Baumwolle, Masthähnchen, Molkereiprodukte und Zuckerrohr.

4.2

Forstwirtschaft und Fischfang

Die Forstwirtschaft ist in Kanada ein sehr wichtiger Wirtschaftssektor, insbesondere in den Provinzen British Columbia, Ontario und Quebec. Kanada zählt zu den weltweit größten Produzenten von Holz und Holzerzeugnissen. Im Westen der Vereinigten Staaten (insbesondere in den Bundesstaaten Washington, Oregon und Kalifornien) und im Südosten stellt vor allem die Verarbeitung von forstwirtschaftlichen Produkten einen wichtigen Industriezweig dar. In Mexiko besitzt die Forstwirtschaft nur eine untergeordnete Bedeutung.

Auf Grönland ist der Fischfang der bedeutendste Wirtschaftszweig; in Kanada, den Vereinigten Staaten und Mexiko hingegen ist er wirtschaftlich vergleichsweise unbedeutend, obwohl die Fänge groß sind und einige Küstengebiete abhängig sind von Einnahmen aus dem Verkauf von Fisch und Schalentieren. Neben den Gewässern nahe Grönland liegen bedeutende Fischgründe Nordamerikas vor der Pazifikküste, vor der Atlantikküste und vor der Küste am Golf von Mexiko. Große Thunfisch-Fangflotten haben ihren Stützpunkt im Süden von Kalifornien und im Westen von Mexiko. Vor allem der Küste der mexikanischen Halbinsel Baja California sind bedeutende Fanggründe vorgelagert.

4.3

Bergbau

Nordamerika besitzt große Vorkommen an vielen wichtigen Rohstoffen. Im Norden Alaskas, im Westen Kanadas, im Süden und Westen der USA und im Osten Mexikos gibt es umfangreiche Erdöl- und Erdgaslagerstätten; im Osten und Westen Kanadas und in den USA befinden sich mächtige Abbaugebiete für Kohle, und im Osten Kanadas, im Norden der USA und in Zentralmexiko liegen bedeutende Eisenerzvorkommen. Kanada besitzt außerdem wichtige Kupfer-, Nickel-, Uran-, Zink-, Asbest- und Kalkvorkommen; in den USA finden sich große Mengen an Kupfer, Molybdän, Nickel, Phosphatgestein und Uran; Mexiko weist große Lagerstätten an Schwerspat, Kupfer, Flussspat, Blei, Zink, Mangan und Schwefel auf. Alle drei Staaten besitzen daneben auch noch bedeutsame Gold- und Silbervorkommen.

Die Gewinnung von Mineralien ist ein Wirtschaftszweig, der in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die Vereinigten Staaten waren jahrelang weltweit führend in der Erdölförderung; Kanada ist seit Ende der vierziger Jahre ein wichtiger Erdölproduzent, und Mexiko ist dies seit Ende der siebziger Jahre. Die Vereinigten Staaten sind der zweitgrößte Erdgasproduzent der Welt und außerdem führend in der Kohleförderung, die insbesondere in den weitläufigen Kohlerevieren der Appalachen stattfindet. Eisenerz war lange Zeit ein Hauptprodukt sowohl der Vereinigten Staaten als auch Kanadas; es stammt vorwiegend aus Lagerstätten am westlichen Ende des Oberen Sees. Seit kurzer Zeit werden im Grenzgebiet zwischen der Provinz Quebec und Labrador große Mengen an Eisenerz abgebaut. Weitere Rohstoffe, die in Nordamerika in größeren Mengen gewonnen werden, sind Kupfer, Silber, Blei, Zink, Nickel, Cobalt, Schwefel, Asbest, Uran, phosphathaltige Mineralien und Kalk.

4.4

Industrie

Die Fertigungsindustrie ist schon seit langer Zeit ein bedeutender Wirtschaftssektor der Vereinigten Staaten. Sie konzentriert sich überwiegend in den städtischen Gebieten innerhalb des so genannten Industriegürtels (manufactoring belt), der sich ungefähr von Boston bis nach Chicago und entlang der Küste des Atlantischen Ozeans bis nach Washington erstreckt. Seit den fünfziger Jahren hat sich die Fertigungsindustrie jedoch auch in anderen Landesteilen beträchtlich ausgeweitet – insbesondere in den Großstädten Kaliforniens und in den südöstlichen Bundesstaaten. Die Palette der Industrieproduktion ist äußerst vielfältig, wobei der Schwerpunkt auf unbehandelten und verarbeiteten Metallen, verarbeiteten Lebensmitteln, Maschinen, elektronischen Produkten, Raumfahrtausrüstung, Kraftfahrzeugen, chemischen Produkten, Bekleidung, Papier und Druckerzeugnissen liegt. Auch in Kanada stellt die Fertigungsindustrie einen Hauptwirtschaftszweig dar. Die Produktionsstätten liegen hier hauptsächlich in den Städten der Provinzen Ontario, Quebec, British Columbia und Alberta, wobei Toronto und Montreal die bedeutendsten Zentren darstellen. Die kanadischen Betriebe produzieren eine große Vielfalt an Gütern, insbesondere Lebensmittelkonserven und Getränke, Maschinen, Fahrzeuge und Transportanlagen, Papier und andere forstwirtschaftliche Erzeugnisse, primäre und verarbeitete Metalle, chemische Erzeugnisse sowie elektrische und elektronische Geräte.

Trotz weiterer Orientierung auf den Agrarsektor und den Bergbau wurde das produzierende Gewerbe Mexikos während der vergangenen Jahrzehnte gezielt gefördert. Seit den vierziger Jahren hat sich die Fertigungsindustrie auch in diesem Land zu einem zunehmend wichtigen Sektor entwickelt. Wenn die Fabriken in Mexiko technisch auch nicht so gut ausgestattet sind wie in den Vereinigten Staaten und Kanada, so produzieren sie doch ein breites Spektrum an Gütern, insbesondere chemische Produkte, verarbeitete Nahrungsmittel, Bekleidung, Kraftfahrzeuge und Fahrzeugteile, Baumaterialien sowie metallische Rohstoffe (Eisen und Stahl), elektrische und elektronische Geräte. Mexiko-Stadt ist das mit Abstand bedeutendste Zentrum der Fertigungsindustrie, aber auch mehrere andere Städte wie Monterrey und Guadalajara besitzen wichtige Fabrikzentren.

4.5

Energie

Der Energieverbrauch ist in Nordamerika sehr hoch. Kanada nutzt die Wasserkraft viel stärker zur Stromgewinnung als die Vereinigten Staaten und Mexiko, es setzt dazu jedoch auch große Mengen an Erdöl und Erdgas ein. Der enorme Energieverbrauch in den Vereinigten Staaten erfordert den Import großer Mengen an Erdöl und Erdgas, zusätzlich zu der ohnehin beträchtlichen inländischen Produktion an Kohle, Erdöl, Erdgas und der Stromproduktion aus Wasser- und Kernkraftwerken. In Mexiko weitete sich die Energieerzeugung in den letzten Jahrzehnten beträchtlich aus, vorwiegend aufgrund der verstärkten Förderung von heimischem Erdöl und Erdgas.

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