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Beifuß

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Beifußart Artemisia tridentataBeifußart Artemisia tridentata

Beifuß, Gattung aromatisch duftender, ein- bis mehrjähriger Kräuter und Sträucher aus der Familie der Korbblütler mit etwa 300 Arten, die in der nördlichen gemäßigten Zone, im Westen Südamerikas und in Südafrika vorkommen.

In den Steppen der Ebenen und Berge des westlichen Nordamerika, insbesondere im Great Basin westlich der Rocky Mountains, bilden (dort als sagebrush bezeichnete) Beifußarten einen charakteristischen Bestandteil der Vegetation. Die silbrigen Büsche werden je nach Art 30 Zentimeter bis sechs Meter hoch. Die häufigste und größte Art ist Artemisia tridentata mit gezähnten Blättern und gelben, endständigen Blütenständen. Die Blätter enthalten etherische Öle, die nach Terpentin und Kampfer duften – dieser Geruch liegt insbesondere bei hohen Sommertemperaturen in der Luft. Da Beifuß bitter schmeckt, wird er von den Weiderindern gemieden, so dass sich die Pflanzen ungestört als Weideunkräuter ausbreiten können.

Eine in Mitteleuropa vorkommende, ursprünglich aus Südeurasien stammende Beifußart ist der Wermut, auch Absinth genannt. Diese bis zu einem Meter hohe Pflanze hat schmale, einfache oder gefiederte, silbrig-filzige Blätter; sie duftet ebenfalls aromatisch. Wermut wird zum Aromatisieren verschiedener Spirituosen verwendet und als bitterer Magentee zubereitet. Die etherischen Öle des Wermuts enthalten die Terpene Thujon und Thujol, die sowohl ein Suchtpotential beinhalten als auch schwere psychische Störungen hervorrufen können. Herstellung und Vertrieb von reinen Wermutschnäpsen wurden deshalb Anfang des 20. Jahrhunderts in den meisten Ländern verboten.

Eine ausdauernde und vielfach kultivierte Beifußart, deren Blätter sich sehr gut als Küchengewürz eignen, ist der aus Südrussland stammende Estragon. Seine Blätter enthalten ebenfalls etherische Öle (vorwiegend Methylchavicol) sowie Bitterstoffe und werden sowohl für das Würzen von Salaten und Essig als auch für Fisch-, Geflügel- und Wildgerichte verwendet. Einen anderen Charakter besitzt das etherische Öl (vorwiegend Cineol) des aus Eurasien und Nordafrika stammenden, in Amerika eingebürgerten Gewöhnlichen Beifuß; seine rötlich überlaufenen, filzigen Blütenstände werden ähnlich wie die Blätter von Estragon verwendet. Der Chinesische Beifuß enthält den Wirkstoff Artemisinin, der Malariaerreger abzutöten vermag, ohne die Nebenwirkungen anderer Präparate zu zeigen; diese Pflanze wird deshalb heute zur Gewinnung von Artemisinin in vielen Ländern angebaut.

Systematische Einordnung: Beifuß bildet die Gattung Artemisia der Familie Compositae. Der Chinesische Beifuß heißt botanisch Artemisia annua, der Gewöhnliche Beifuß heißt Artemisia vulgaris.

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