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Windows Live® Suchergebnisse CholesterinEnzyklopädieartikel
Cholesterin, mehrwertiger Alkohol und Bestandteil aller tierischen Fette und Öle.
Cholesterin ist Ausgangsprodukt für die Bildung von Vitamin D. Es gehört zu den Sterinen (siehe Steroide), einer Gruppe von Verbindungen, zu denen auch die Geschlechtshormone zählen, die in den Keimdrüsen (siehe Fortpflanzungsapparat) gebildet werden, sowie die Hormone der Nebennierenrinde.
Eine cholesterinreiche Ernährung führt zu abnorm hohen Blutwerten von Cholesterin und den verwandten Fetten und Lipiden. Erhöhte Werte gelten als Risikofaktor für die Entstehung von Arteriosklerose. Bei dieser Erkrankung setzen sich cholesterinhaltige Beläge an den Wänden von Arterien ab. Betroffen sind insbesondere kleine und mittelgroße Blutgefäße, deren Innendurchmesser durch die Ablagerungen verkleinert wird, so dass es zu einer Beeinträchtigung des Blutstromes kommt. Blutgerinnsel, die beispielsweise in den Herzkranzgefäßen auftreten und zum Herzinfarkt führen können, entstehen insbesondere dort, wo diese Beläge die Gefäße aufrauen. Viele Nahrungsmittel, insbesondere Milchprodukte und tierische Fette, enthalten Cholesterin. Der Körper kann diese Substanz jedoch auch mit Hilfe cholesterinfreier Stoffe synthetisieren. Es werden zwei Typen von cholesterinhaltigen Proteinen im Blut unterschieden: die so genannten HDL-(high density)Lipoproteine und die LDL-(low density)Lipoproteine. Während der LDL-Typ die Entstehung von Arteriosklerose sowie von Herzinfarkten und anderen Herzerkrankungen zu fördern scheint, verzögert der HDL-Komplex sie offenbar. HDL verursachen eine Weitstellung der Gefäße (Senkung des Gefäßtonus), weil sie die Bildung von Stickstoffmonoxid stimulieren, das in den Gefäßen als Botenstoff dient. HDL binden sich an Rezeptoren in der Zellwand. Daraufhin wird Stickstoffmonoxid freigesetzt, und das Lumen (die Lichtung) des Gefäßes weitet sich. Ohne regelmäßige Weitstellung kommt es leichter zur Bildung von Blutgerinnseln (Journal of Clinical Investigation, 2004). Eine ausgewogene Ernährung, nicht jedoch ein radikaler Fettverzicht, reduziert daher das Risiko für die Entstehung von Herz- und Kreislaufkrankheiten. Wer völlig auf Fett verzichtet, riskiert einen Rückgang der wertvollen HDL-Lipoproteine. Bei erblich bedingt hohem Cholesterinspiegel (dies betrifft insbesondere den LDL-Komplex) kann das Herzinfarktrisiko durch Senkung des Blutfettspiegels herabgesetzt werden. Dazu tragen eine an Cholesterin und gesättigten Fetten arme Ernährungsweise und ausreichend körperliche Bewegung bei. Zudem hemmen lipidsenkende Arzneimittel die Cholesterinsynthese. Es konnte allerdings nicht nachgewiesen werden, dass solche Präparate auch das Herzinfarktrisiko mit Todesfolge stärker verringern (Journal of the American Medical Association, 2005). Der Bayer-Konzern nahm 2001 das Cholesterin senkende Präparat Baycol/Lipobay vom Markt, das zur Vorbeugung von Herzinfarkt weltweit sechs Millionen Menschen verschrieben worden war. Als Nebenwirkung des Medikaments war die Auflösung von Muskelgewebe festgestellt worden. Der Tod von etwa 100 Patienten scheint mit der Einnahme im Zusammenhang zu stehen, unmittelbare Todesursache war ein aufgrund von Muskelverfall eingetretenes Nierenversagen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfahl zur Senkung eines erhöhten Cholesterinspiegels vor allem, Übergewicht zu verringern. In der Ernährung sind Obst, Gemüse (insbesondere Kartoffeln und Hülsenfrüchte) sowie Fisch empfehlenswert; bei der Zubereitung sind Kochen, Grillen und Backen dem Braten oder Frittieren vorzuziehen. Pflanzliche Fette wie Margarine oder Olivenöl sind besser geeignet als tierische. Ballaststoffe binden Cholesterin im Darm und verringern dessen Aufnahme durch den Körper. Eier sollten selten gegessen werden, da ein Eigelb bereits den Tagesbedarf an Cholesterin deckt. Nach neuen Forschungsergebnissen ist nicht nur ein hoher, sondern auch ein zu niedriger Cholesterinspiegel problematisch. So wurde ein Zusammenhang zwischen einem niedrigen Cholesterinspiegel und dem Auftreten von Depressionen sowie einem hohen Suizidrisiko festgestellt. Offenbar wird diese Beziehung durch eine Verbindung zwischen Cholesterin und dem Neurotransmitter Serotonin hergestellt: Menschen mit niedrigen Cholesterinwerten haben oftmals auch niedrige Serotoninwerte. Da das Gehirn aufgrund der Blut-Hirn-Schranke kein mit der Nahrung aufgenommenes Cholesterin erhält, produzieren Gliazellen des Gehirns Cholesterin, das zur Bildung neuer Synapsen gebraucht wird (Science, 2001). Cholesterin und seine Derivate werden über die Talgdrüsen der Haut abgesondert und halten Haut und Haare geschmeidig. Lanolin, ein aus Schafwolle gewonnenes Wollfett, das sich überwiegend aus Cholesterinester zusammensetzt, wird in vielfältiger Weise verwendet: z. B. als Schmiermittel, zur Lederpflege sowie für Salben und Kosmetika.
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