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Volkswirtschaftslehre

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Adam SmithAdam Smith
Artikelgliederung
1

Einleitung

Volkswirtschaftslehre (Nationalökonomie), Sozialwissenschaft, neben der Betriebswirtschaftslehre ein Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaften. Im deutschen Sprachraum wird die Volkswirtschaftslehre üblicherweise unterteilt in Wirtschaftstheorie, Wirtschaftspolitik, Finanzwissenschaft und Wirtschaftsgeschichte.

Die Wirtschaftstheorie ist das Kerngebiet der Volkswirtschaftslehre. Sie hat die Aufgabe, die wirtschaftlichen Zusammenhänge zu erklären und vorherzusagen. In der Regel macht sie Kausalaussagen, d. h., sie stellt Bezüge zwischen Ursache und Wirkung her, z. B.: „Wenn die Geldmenge ständig vermehrt wird, steigt das Preisniveau.” Die Wirtschaftstheorie erklärt das Wirtschaftsgeschehen aus dem Verhalten der einzelnen Wirtschaftssubjekte (Haushalte, Unternehmen, Staat, Ausland) und deren Handlungsrahmen (Wirtschaftsordnung, -system). Sie legt ihren Analysen Hypothesen über das Verhalten der Wirtschaftssubjekte zugrunde. Sie geht beispielsweise davon aus, dass der Mensch nach dem Wirtschaftsprinzip handelt (Nutzenmaximierung der privaten Haushalte, Gewinnmaximierung der Unternehmen u. a.). Viele Hypothesen sind als mathematische Gleichungen formuliert. Aus den einzelnen Verhaltenshypothesen und dem jeweils angenommenen Handlungsrahmen entstehen Denkmodelle (gedankliche Hilfskonstruktionen), z. B. das Modell des vollkommenen Wettbewerbs.

Die Wirtschaftstheorie unterteilt sich in die Hauptgebiete Mikroökonomik und Makroökonomik. Die Mikroökonomik untersucht das Verhalten einzelner Personen, Haushalte und Unternehmen.

Die Makroökonomik analysiert gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge auf der Basis von Aggregatgrößen, z. B. die Nachfrage aller Haushalte nach Konsumgütern. Sie erhält die Aggregatgrößen, indem sie die einzelnen Entscheidungseinheiten zusammenfasst: die Haushalte zum Sektor Haushalt, die Unternehmen zum Unternehmenssektor usw. Die Makroökonomik geht auf John Maynard Keynes zurück.

2

Geschichte der Volkswirtschaftslehre

Aristoteles und Platon befassten sich ansatzweise mit der Analyse wirtschaftlicher Zusammenhänge. Beide vertraten die Ansicht, dass es nicht wünschenswert sei, vom Handel zu leben. Auch die Römer verachteten den Handel. Im Mittelalter verdammte die römisch-katholische Kirche den Wucher (die Annahme von Zinsen für verliehenes Geld) als unmoralisch.

Eine eigenständige, von Philosophie und Politik unabhängige Wirtschaftswissenschaft entstand erst in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts, und zwar 1776. Damals erschien das Werk Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations (Untersuchung über die Natur und die Ursachen des Nationalreichtums) des schottischen Philosophen und Nationalökonoms Adam Smith. Er gilt als Begründer der klassischen Nationalökonomie. Sie folgte auf die wirtschaftspolitischen Erörterungen des Merkantilismus und die Lehren der Physiokraten.

2.1

Merkantilismus

Der Merkantilismus war die staatliche Wirtschaftspolitik im Absolutismus vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Die absolutistischen Staaten bedurften großer Geldmengen für Hofhaltung, Heer und Beamtenschaft. Oberstes Ziel der merkantilistischen Wirtschaftspolitik war es, die Finanzkraft und damit die Macht des Staates zu steigern.

Im Mittelpunkt stand die Förderung des Außenhandels. Die merkantilistischen Staaten strebten eine aktive Handelbilanz an, d. h., sie führten mehr Waren aus als sie einführten. So konnten sie das Geld und Edelmetall anhäufen, das im Gegenzug zu den ausgeführten Waren in ihr Land floss.

Es entstanden großgewerbliche Betriebsformen wie Verlage, Manufakturen und Fabriken. In ihnen sollten Wirtschaftsgüter kostengünstig und in ausreichender Menge produziert werden. Das Ausfuhrgewerbe wurde durch Privilegien begünstigt. Profitträchtige Bereiche wurden vom Staat mit einem staatlichen Monopol belegt (z. B. Porzellanmanufakturen in Meißen und Berlin). Subventionen und protektionistische Maßnahmen wie Einfuhrzölle und -verbote schützten die heimische Wirtschaft. Kolonien wurden gegründet, um den Bezug von Rohstoffen zu sichern und neue Absatzmärkte zu gewinnen. Menschliche Arbeitskraft galt als entscheidender Produktionsfaktor. Die Merkantilisten verfolgten daher in Deutschland und anderswo eine Peuplierungspolitik mit dem Ziel, die Bevölkerungszahl zu steigern, z. B. durch Begünstigung von Einwanderungen.

2.2

Physiokratie

Die erste volkswirtschaftliche Schule bildeten die Physiokraten in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Frankreich. Die physiokratische Lehre war eine Reaktion auf die restriktive Wirtschaftspolitik des Merkantilismus. Der Begründer dieser Schule, François Quesnay, war Arzt am königlichen Hofe von König Ludwig XV. In seinem Hauptwerk Tableau économique (1758) entwickelte er ein Modell eines natürlichen Wirtschaftskreislaufes. Es stellt die Einkommensverteilung innerhalb einer Volkswirtschaft dar und ist ein Vorläufer der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung des 20. Jahrhunderts. Gemäß dem Lehrsatz der Physiokraten entsteht aller Reichtum in der Landwirtschaft. Daher sollten alle Staatseinnahmen aus einer einzigen direkten Steuer auf Grund und Boden bestehen. Die Physiokraten waren Anhänger des Freihandels und des Laissez-faire. Ihre Lehren über die freie Marktwirtschaft beeinflussten Adam Smith. Karl Marx übernahm die physiokratische Kreislauftheorie. Sie spielt in seiner Kritik der politischen Ökonomie (1859) eine große Rolle.

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