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BelizeEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Der größte Teil des Landes (72 Prozent) ist von Wäldern bedeckt, insbesondere tropischen Regenwäldern. In trockeneren Lagen gedeihen Kiefernwälder, in Küstennähe und im Norden gibt es Savannen, an der Küste Sumpfgebiete und Mangrovenwälder. Weit verbreitet sind Mahagonigewächse, Kieferngewächse, Kapokbäume, Kautschukbäume, Eichen und Palmen; zu den über 3 500 Gefäßpflanzenarten gehören außerdem viele Orchideen. Die ausgedehnten Korallenriffe vor der Küste sind durch Umweltverschmutzung, Tourismus und Fischerei bedroht. Die Säugetierfauna umfasst 153 Arten, mehr als die Hälfte davon sind Fledermausarten, u. a. Vampirfledermäuse und fischfressende Hasenmaul-Fledermäuse. Weitere bemerkenswerte Säugetiere sind Jaguare, Jaguarundis, Pumas, Ozelots, Brüllaffen, Klammeraffen, Ameisenbären, Tapire, Pekaris, Agutis, Opossums (Beutelratten) und Manatis. Vögel sind mit 541 Arten vertreten, u. a. durch Papageien, Kolibris, Pelikane, Tukane, Flamingos, Schlangenhalsvögel, Adler wie die Harpyie, Tyrannen, Tangaren, Fregattvögel und Tropikvögel. Die Reptilienfauna besteht aus 122 Arten; Schlangen machen die Mehrzahl dieser Spezies aus, daneben gibt es Echsen wie Geckos und Leguane sowie Schildkröten und Krokodile.
Belize hat etwa 301 000 Einwohner (2008). Mit einer Bevölkerungsdichte von 13 Einwohnern pro Quadratkilometer ist Belize das am dünnsten besiedelte Land in Zentralamerika. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Männer liegt bei 66,3 Jahren, die der Frauen bei 70,1 Jahren (2008). Etwa 43 Prozent der Bevölkerung sind Mestizen, rund 30 Prozent Kreolen. Eine weitere zahlenmäßig bedeutende ethnische Gruppe stellen die Indianer (11 Prozent) dar, vor allem die im Norden und Westen lebenden Kariben und Maya. Neben Garífuna (7 Prozent), der Mischbevölkerung aus Kariben und afrikanischen Sklaven, leben in Belize auch Asiaten und Europäer. Ein Großteil der Bevölkerung verteilt sich auf eine kleine Anzahl wichtiger städtischer Zentren, größte Stadt und zugleich wichtigste Hafenstadt ist Belize (59 400 Einwohner). Die junge, neu gegründete Stadt Belmopan (12 300 Einwohner), löste 1970 Belize als Hauptstadt ab.
Die Amtssprache ist Englisch; außerdem werden in Belize Karibisch, verschiedene Mayasprachen, Spanisch und eine weit verbreitete Kreolsprache, die auf dem Englischen basiert, gesprochen. Mit einem Anteil von 58 Prozent sind Katholiken die größte Glaubensgemeinschaft, 28 Prozent der Bevölkerung sind Protestanten. Außerdem leben in Belize Muslime, Hindus, Juden und Anhänger indigener Religionen. Der wichtigste nationale Feiertag ist Carnaval. Er wird am Samstag vor dem Saint George’s Caye Day (10. September) mit langen Straßenumzügen und Festveranstaltungen gefeiert. Am 21. September wird der Unabhängigkeitstag begangen. Weitere gesetzliche Feiertage sind der Baron-Bliss-Tag (9. März), zu Ehren eines portugiesischen Adligen, der sein gesamtes Vermögen Belize hinterließ, der Tag der Arbeit (1. Mai) und der Garífuna-Gründungstag (19. November), an dem sich die Garinagu in Belize niederließen. Weihnachten und Ostern werden ebenfalls gefeiert.
Belize besitzt ein dreistufiges Schulsystem. Für Kinder und Jugendliche von 8 bis 16 Jahren besteht Schulpflicht. 93,2 Prozent der Bevölkerung können lesen und schreiben; Belize ist damit das Land mit der niedrigsten Analphabetenrate in Lateinamerika. In Belize City und Corozal befinden sich Gymnasien. 2000 konstituierte sich die „University of Belize”. Außerdem bestehen mehrere Colleges, z. B. für Landwirtschaft und die Lehrerausbildung. Elf Radiosender und zwei Fernsehsender strahlen ihre Programme aus. 2000 hatten 12 000 Nutzer Zugang zum Internet.
Dem Regierungssystem von Belize liegt eine Verfassung zugrunde, die 1981, als das Land unabhängig wurde, verabschiedet wurde. Staatsoberhaupt ist die Britische Krone, die durch einen Generalgouverneur vertreten wird. Die Exekutive liegt in erster Linie beim Kabinett, dem der Premierminister vorsteht. Die Nationalversammlung setzt sich aus einem Senat mit acht durch den Generalgouverneur ernannten Mitgliedern und einem Repräsentantenhaus mit 29 Abgeordneten zusammen. Die Staatsrepräsentanten werden in einer allgemeinen Wahl vom Volk für bis zu fünf Jahre gewählt. Der Premierminister benötigt die mehrheitliche Unterstützung der Mitglieder des Repräsentantenhauses. Führende politische Parteien sind die People’s United Party (PUP; 1950 gegründet) und die United Democratic Party (UDP; 1974 gegründet).
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