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BelizeEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Die wichtigste wirtschaftliche Grundlage ist das fruchtbare Land, von dem nur ein kleiner Teil kultiviert wird. Zu den landwirtschaftlichen Exportgütern Belizes gehören u. a. Zucker, Zitrusfrüchte und Bananen. Für den eigenen Nahrungsmittelbedarf werden Reis, Bohnen und Mais angebaut. Forstwirtschaft (Edelhölzer), Fischerei und Aquakulturen (Krabbenfarmen) sind ebenfalls bedeutende Wirtschaftsfaktoren für das mittelamerikanische Land. Wichtige Handelspartner sind u. a. die USA, Mexiko, Kanada und Großbritannien. Auch der Tourismus stellt eine wichtige Einnahmequelle dar. Die Korallenriffe von Belize (seit 1996 Weltnaturerbe) bilden das größte Riffsystem am Atlantischen Ozean und zählen zu den touristischen Zielen. Weitere Attraktionen sind die Maya-Ruinen (Siedlungen und Kultstätten) sowie unberührte Landschaften mit tropischer Flora und Fauna. Zahlreiche Auslandsgäste kommen per Schiff (Kreuzfahrt) nach Belize. Belize ist häufig Opfer verheerender Wirbelstürme, die auch die Wirtschaft des Landes nicht verschonen: Allein bei den Stürmen im Oktober 2000 und 2001 wurden Hotelanlagen und Häuser zerstört, Obstplantagen, Forstareale und Aquakulturbetriebe verwüstet. Die Hurrikane „Keith” (2000) und „Iris” (2001) richteten in den Städten vor allem an den Gebäuden starke Schäden an und ließen viele Einwohner obdachlos werden. Offizielle Schätzungen bezifferten die Sturmschäden auf über 200 Millionen US-Dollar. Belize erhielt und erhält aus dem Ausland finanzielle Unterstützung für Sofortmaßnahmen und für langfristige Wiederaufbauprogramme. Ein Straßennetz mit einer Gesamtlänge von etwa 2 900 Kilometern verbindet die großen städtischen Zentren, doch einige Regionen sind noch ohne Verkehrsanbindung. Belize City ist wichtigster Seehafen und besitzt einen internationalen Flughafen. Die Währungseinheit ist der Belize-Dollar zu 100 Cents. 2003 betrugen die jährlichen Exporteinnahmen 203 Millionen US-Dollar, die Importausgaben 396 Millionen US-Dollar. Damit war die Handelsbilanz negativ. Die Auslandsverschuldung liegt um 350 Millionen US-Dollar. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 1 214 Millionen US-Dollar (1996; Dienstleistungen 65 Prozent, Industrie 21 Prozent, Landwirtschaft 14 Prozent); daraus ergibt sich ein BIP pro Einwohner von 4 077,80 US-Dollar. Die Wachstumsrate liegt bei durchschnittlich 5,60 Prozent, die Inflationsrate bei 3,10 Prozent (2006).
In der Zeit vor Kolumbus war Belize Teil des Mayareiches. Im 16. Jahrhundert wurde es in das Reich des Vizekönigs von Neu-Spanien integriert, und 1683 ließen sich englische Holzfäller am Fluss Belize nieder. Während der Kriege zwischen England und Spanien im 18. Jahrhundert gelang es den Spaniern nicht, die Briten aus dem Gebiet zu vertreiben. 1836, nach der Loslösung Mittelamerikas von der spanischen Herrschaft, forderten die Briten, das Gebiet ihrer Verwaltung zu unterstellen. 1862 wurde das Land zu einer britischen Kolonie, die bis 1884 Jamaika untergeordnet war. Die Briten initiierten 1954 eine weit reichende Verfassungsreform, die zehn Jahre später zu einer neuen Verfassung führte. Alte Ansprüche Guatemalas auf die Oberherrschaft über das Gebiet erschwerten den Weg zur Unabhängigkeit. Als Belize schließlich am 21. September 1981 seine vollständige Unabhängigkeit erlangte, erkannte Guatemala den neuen Staat nicht an. Circa 1 500 britische Soldaten blieben im Land, um Belize vor der Bedrohung durch den Nachbarstaat zu schützen. Der Premierminister George Price von der United Democratic Party, der das Land zur Unabhängigkeit geführt hatte, wurde von Manuel Esquivel abgelöst, als Belize am 14. Dezember 1984 seine ersten nationalen Wahlen abhielt. Nach den Wahlen vom September 1989 gelangte Price wieder an die Macht, doch Esquivel gewann sein Amt als Premierminister in den Wahlen vom Juni 1993 zurück. Im Juli verkündete Esquivel die einstweilige Aufhebung eines Paktes, der unter der Regierung des Premierministers Price geschlossen wurde. Er begründete dies damit, dass Price zu viele Zugeständnisse gemacht hätte, um Guatemala zur Anerkennung Belizes zu bewegen. Der Pakt hätte einen 130 Jahre alten Streit über den Verlauf der Grenze zwischen beiden Ländern beendet. 1994 zog Großbritannien seine fest stationierten Truppen aus Belize ab. Die britische Armee hält heute noch Manöver in dem Tropenstaat ab. Die Wahlen vom 27. August 1998 gewann die People’s United Party. Der bisherige Oppositionsführer Said Musa wurde Nachfolger von Manuel Esquivel.
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