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Danzig (polnisch Gdańsk), Hafenstadt im Norden Polens, an der Ostseeküste gelegen; Hauptstadt der Woiwodschaft Pomorskie. Durch Danzig fließt die Motława (Mottlau), ein Nebenfluss der Weichsel.
Danzig ist eine bedeutende Industrie- und Handelsstadt. Über den Hafen von Danzig wird ein beträchtlicher Teil des polnischen Außenhandels abgewickelt. Zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen gehören Schiffbau, chemische und petrochemische Industrie, Holzverarbeitung sowie die Herstellung von Metallwaren, Textilien und Nahrungsmitteln. Darüber hinaus haben sich vermehrt Unternehmen aus den Bereichen Telekommunikation und Informationstechnologie in Danzig angesiedelt. Eine bedeutende Einnahmequelle ist auch der Fremdenverkehr. Der internationale Flughafen (Gdańsk Lech Wałęsa Airport) etwa zehn Kilometer nordwestlich der Stadt wurde 1974 eröffnet. Über Fernstraßen, Eisenbahnlinien und Binnenwasserstraßen bestehen Verbindungen nach Warschau und anderen Großstädten in Polen und den Nachbarstaaten.
Die Innenstadt von Danzig erstreckt sich zu beiden Seiten der Motława. Viele historisch bedeutende Bauwerke wurden im 2. Weltkrieg zerstört und anschließend rekonstruiert. Zu den bekanntesten Bauwerken zählen die Oberpfarrkirche Sankt Marien (1343-1505) als ein Meisterwerk der Backsteingotik, das Rechtstädtische Rathaus mit dem Roten Saal (1593-1608) und die Katharinenkirche (1227-1239) mit dem Grabmal des Astronomen Johannes Hevelius. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Langgasse und der von Patrizierhäusern umrahmte Lange Markt, das Goldene Haus (1609), der Artushof (1481), das Große Zeughaus (1602-1605) und die Große Mühle (1350). Die Stadtmauer weist einige bemerkenswerte Tore auf, darunter Krantor, Hohes Tor, Marientor, Frauentor, Bäckertor, Grünes Tor und Goldenes Tor. Zu den herausragenden Museen gehören das Nationalmuseum mit dem ursprünglich in der Marienkirche aufgestellten Flügelalter mit der Darstellung des Jüngsten Gerichts von Hans Memling, das Archäologische Museum und das Meeresmuseum. Renommierte Bildungseinrichtungen sind die Technische Universität Danzig (1945), die Universität Danzig (1970) sowie Hochschulen für Musik, Kunst, Medizin und Sport.
Danzig wurde 980 erstmals erwähnt, die Burg der Siedlung war Sitz slawischer Fürsten. Neben der slawischen Siedlung entwickelte sich im 12. Jahrhundert auch eine deutsche Siedlung, die um 1240 Stadtrecht erhielt. 1308 eroberte der Deutsche Orden Danzig. 1358 trat die Stadt der Hanse bei; damit begann ihr Aufstieg zur bedeutenden Handelsstadt. 1440 schloss sich Danzig mit anderen Städten zum Preußischen Bund gegen den Deutschen Orden zusammen, und 1454 unterstellte sich der gesamte Preußische Bund einschließlich Danzigs polnischer Oberhoheit; Danzig konnte sich jedoch weitreichende Privilegien bewahren. Durch die zweite polnische Teilung kam Danzig 1793 an Preußen. Im Frieden von Tilsit 1807 wurde Danzig auf Betreiben Napoleons zur Freien Stadt erklärt, 1815 schlug sie der Wiener Kongress wieder Preußen zu. Gemäß den Bestimmungen des Versailler Vertrags von 1919 wurde Danzig aus dem Deutschen Reich ausgegliedert und 1920 als Freie Stadt der Kontrolle des Vökerbundes unterstellt (siehe Danzigfrage). Zu Beginn des 2. Weltkrieges (1939) besetzten deutsche Truppen die Stadt, die nun wieder dem Deutschen Reich eingegliedert und Hauptstadt des Reichsgaus Danzig-Westpreußen wurde. 1945 wurde Danzig von sowjetischen Einheiten eingenommen; weite Teile des Stadtzentrums wurden bei den Kampfhandlungen zerstört. Auf der Potsdamer Konferenz 1945 wurde Danzig wieder Polen zugesprochen. In den siebziger Jahren war Danzig Zentrum der Proteste der Werftarbeiter unter Lech Wałęsa gegen die kommunistische Regierung Polens, die in der Gründung der unabhängigen Gewerkschaft Solidarność gipfelten. Nach dem Beitritt Polens zur Europäischen Union im Jahr 2004 verzeichnete der Handel mit den Staaten Nord-, Mittel und Westeuropas hohe Zuwachsraten. Danzig gehört mittlerweile zu den wichtigsten Hafenstädten im Ostseeraum. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 457 000 (2005).
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