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Windows Live® Suchergebnisse NagetiereEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Körpergrößen; Nagetiergebiss; Verbreitung und Lebensräume; Lebensweise; Bedeutung für den Menschen
Nagetiere, nahezu weltweit verbreitete, artenreichste Ordnung der Säugetiere, die mit gut 2 200 Arten und rund 30 Familien mehr als 40 Prozent aller Säugetierarten umfasst.
Die größte heute lebende Art ist das südamerikanische Capybara, das 70 Kilogramm schwer werden kann und eine maximale Kopfrumpflänge von 1,3 Metern erreicht. Als größtes fossil bekanntes Nagetier gilt die zu Beginn des 21. Jahrhunderts in Uruguay entdeckte, möglicherweise bis zu einer Tonne schwere Spezies Josephoartigasia monesi, die im Pliozän vor etwa zwei bis vier Millionen Jahren lebte. Die kleinsten Nagetiere – dazu gehört die europäische Zwergmaus – haben eine Kopfrumpflänge von ungefähr fünf Zentimetern und wiegen wenige Gramm. Die große Mehrzahl der Arten hat etwa Hausmaus- bis Rattengröße.
Für das Gebiss der Nagetiere sind zwei Paar breite, scharfkantige, meißelartige Schneidezähne charakteristisch, die ständig nachwachsen und auch zum Benagen harter Substanzen wie Nussschalen und Holz geeignet sind. Die Vorderfläche eines Schneidezahnes besteht aus Zahnschmelz und die hintere Fläche aus weicherem Dentin, das sich beim Nagen schneller abnutzt; dadurch bleibt stets eine dünne Schmelzkante stehen, so dass die Zähne immer scharf sind. Nagetiere haben keine Eckzähne, zwischen den Schneidezähnen und (soweit vorhanden) Vorbackenzähnen (Prämolaren) oder Backenzähnen (Molaren) befindet sich eine Lücke.
Nagetiere besiedelten eigenständig mit Ausnahme der Antarktis alle Kontinente und sind in praktisch allen terrestrischen Lebensräumen von Wüsten und Steppen über Wälder und Gebirge bis zum Kulturland und auch in Gebäuden anzutreffen. Zudem verschleppte der Mensch Hausmäuse und Ratten weltweit mit Schiffen (siehe Faunenverfälschung), so dass diese Nagetiere heute fast überall auf der Erde und auch in der Antarktis vorkommen. In Regionen mit kalten Wintern halten manche Nagetiere Winterschlaf, etwa Bilche und Murmeltiere. Einige Arten, dazu gehören die Biber, leben semiaquatisch (teilweise im Wasser); etliche legen Gangsysteme unter der Erde an, Blindmäuse und einige andere Arten sind sogar vollständig an eine unterirdische Lebensweise angepasst. Wieder andere Nagetiere sind Baumbewohner, dazu gehören die nordamerikanischen Ursons sowie Gleithörnchen, die mit Flughäuten ausgestattet Gleitflüge von einem Baum zum nächsten unternehmen. Nagetiere sind als Beute zahlloser Räuber, etwa Greifvögel, Eulen und Raubtiere, für die Nahrungsnetze von Ökosystemen von größter Bedeutung.
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