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Giovanni Bellini

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Giovanni Bellini: Madonna mit Heiligen (1505)Giovanni Bellini: Madonna mit Heiligen (1505)

Giovanni Bellini, genannt Giambellino, (um 1430 bis 1516), italienischer Maler, der zu den bedeutendsten Meistern der Frührenaissance gehörte und die Entwicklung der Malerei in Venedig maßgeblich beeinflusst hat. Bellini war der Sohn von Jacopo Bellini und der (wahrscheinlich jüngere) Bruder von Gentile Bellini.

Giovanni Bellini wurde um 1430 in Venedig geboren und begann seine künstlerische Ausbildung als Gehilfe in der väterlichen Werkstatt. Sein Frühwerk (z. B. Pieta mit Johannes, um 1470, Brera, Mailand) war in seiner eher schroffen Stilistik und der betont linearen Perspektive stark von seinem Schwager, dem aus Padua stammenden Maler Andrea Mantegna, beeinflusst (Christus am Ölberg, um 1470, National Gallery, London). Von ihm übernahm Bellini die plastisch-zeichnerische Figurendarstellung, aber auch kompositorische Ideen, wie in dem in den sechziger Jahren des 15. Jahrhunderts entstandenen Bild Gebet Christi im Garten Gethsemane (National Gallery, London). Seine Werke sind jedoch von einem individuellen Umgang mit Licht und Farbe geprägt und zeichnen sich durch die Sensibilität des Künstlers für natürliche Landschaften aus.

Die Begegnung mit der niederländischen Malerei um 1475 und seine Auseinandersetzung mit den Werken von Antonello da Messina, der die Technik der Ölmalerei in Italien bekannt machte, veränderte nicht nur sein eigenes Werk, sondern wirkte auch auf die Malerei nachfolgender Generationen. Bellinis Farbgebung setzte sich mit den Wechselwirkungen von Farbe, Licht, Luft und Stofflichkeit der Gegenstände auseinander. Der Unterschied zwischen Körper und Raum war immer weniger deutlich zu erkennen; die Luft als Medium ließ die Konturlinien allmählich verschwinden, um schließlich einem sanften Übergang vom Licht zum Schatten zu weichen. Das Bild Heiliger Franziskus (um 1480, Frick Collection, New York) repräsentiert eine frühe Phase dieses Prozesses. Eine spätere Phase dokumentieren zwei in den achtziger Jahren des 15. Jahrhunderts entstandene Bilder: Madonna im Wald (1487, Accademia, Venedig) und Marientriptychon (1488, Frari-Kirche, Venedig). Bis um 1500 hatte sich dann Bellinis charakteristischer, später Stil herausgebildet.

Das Werk Heiliger Franziskus stellt eine wichtige Erneuerung der in dieser Zeit geschaffenen Werke dar. Bei der Vermittlung von Stimmungen und Motiven spielten Landschaft und Figuren eine ebenbürtige Rolle. Die Landschaften gestaltete Bellini mit Genauigkeit und Brillanz in der Detailwiedergabe, wobei die Einflüsse der holländischen Malerei zum Tragen kamen. Diese verbanden sich mit einer spezifisch italienischen Auffassung allgemeiner Kunstprinzipien. Eine Folge monumentaler Altarbilder, die die thronende Muttergottes inmitten von Heiligen zeigt, war ebenfalls wegweisend. In diesen Gemälden stehen sich Figuren, Raum, Licht, Architektur und bisweilen auch die Landschaft in einem scheinbar selbstverständlichen, perfekten Gleichgewicht gegenüber. Bellini erreichte damit sein Ziel, komplexe, aber harmonische Bilder von Erhabenheit zu schaffen. Gemälde wie etwa Madonna mit dem Dogen Agostino Barbarigo (1488, Santa Pietro Martire, Murano) sind eindrucksvolle Beispiele für den Stil der Hochrenaissance.

Die letzte Folge von Gemälden, darunter eines seiner Hauptwerke, Madonna mit Heiligen (1505, San Zaccaria, Venedig), ist typisch für Bellinis späten Stil. Komplexe Farbmodulationen lassen einen warmen Grundton entstehen, in dem die Figuren wie verschiedene Aspekte einer einzigen Identität wirken. Die Formensprache des späten Bellini ist reich, aber nicht so verdichtet wie in seinem Frühwerk. Der Farbauftrag ist fein, um den Rändern und Flächen ineinanderfließende Konturen zu verleihen. Das Bild Gelage der Götter (1514, National Gallery, Washington), dessen Landschaft auf Einflüsse Tizians zurückzuführen ist, zeigt, wie sich der achtzigjährige Bellini nun antiken und weltlichen Themen zuwandte.

Bellinis Werke hatten entscheidenden Anteil daran, dass die venezianische Malerei in der Renaissance große Bedeutung erlangte. Giovanni Bellini starb am 29. November 1516 in Venedig.

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