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Schweden

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Schweden (Flagge und Hymne)Schweden (Flagge und Hymne)
Artikelgliederung
2.3

Klima

Trotz der ausgesprochen nördlichen Lage ist das Klima in Schweden relativ mild. Dies ist vor allem auf die Einflüsse des Golfstromes und der vorherrschenden Westwinde zurückzuführen, die vom relativ warmen Nordatlantischen Ozean kommen. Im Winter gleichen sich diese Einflüsse durch die vom Osten hereinströmenden kalten Luftmassen aus. In Nordschweden herrscht, bedingt vor allem durch die höhere geographische Breite und die Gebirgsketten, welche die Wirkung mäßigender maritimer Einflüsse behindern, ein erheblich raueres Klima als im Süden. Die mittlere Temperatur liegt im Februar, dem kältesten Monat, in ganz Schweden unter 0 °C; die Mittelwerte für Februar schwanken von -3 °C in Stockholm und -1 °C in Göteborg bis -12 °C in Haparanda im Norden des Landes. Im Juli, dem wärmsten Monat, liegen die mittleren Temperaturen bei 16,7 °C in Göteborg, 18,4 °C in Stockholm und 15 °C in Haparanda. Der Anteil der Tageslichtstunden nimmt im Sommer nach Norden mit zunehmender geographischer Breite zu und im Winter ab. In dem ein Siebtel der Fläche Schwedens einnehmenden Teil jenseits des nördlichen Polarkreises bleibt es den Sommer über bis zu zwei Monate ununterbrochen hell (Polartag) und etwa zwei Monate lang im Winter durchgehend dunkel (Polarnacht).

Die durchschnittliche Niederschlagsmenge beträgt in Schweden 535 Millimeter. In Stockholm liegt der jährliche Niederschlag bei 385 Millimetern und in Göteborg bei 760 Millimetern. Am meisten regnet es im Südwesten und in den Gebirgsregionen an der norwegischen Grenze. Die Niederschläge fallen überwiegend im Spätsommer; starker Schneefall ist für Mittel- und Nordschweden charakteristisch.

2.4

Flora und Fauna

In Nordschweden dominiert alpine und arktische Vegetation. An die karge Vegetation der höchsten Gebirgsregionen schließen sich mit abnehmender Höhe Moorlandschaften an, in denen Moose und Flechten dominieren. In den tiefer gelegenen Regionen folgt zunächst eine Baumzone mit Birken und Weiden. Die daran anschließende, die größte Fläche einnehmende Zone besteht aus Nadelwäldern vorwiegend mit Fichten und Kiefern. Im Süden sind Laubbäume verbreitet, darunter Eichen und Buchen als Hauptbaumarten.

Die in Schweden am weitesten verbreiteten Paarhufer sind Rehe und Elche, zudem gibt es Rot- und Damhirsche sowie in den nördlichen Landesteilen Rentiere. In den Wäldern leben die Großraubtiere Braunbär, Wolf und Luchs, ein weiteres bemerkenswertes Raubtier ist der im Nordwesten des Landes vorkommende Vielfraß, eine Marderart. Zu den Nagetieren gehören zwei Arten von Lemmingen, die für ihre periodischen Bestandsvermehrungen und Wanderungen bekannt sind. Die Greifvogelfauna ist u. a. durch Stein-, See- und Fischadler repräsentiert, zu den Eulen gehören Habichtskauz, Bartkauz und Sperbereule. Weitere bemerkenswerte Vogelarten sind die Raufußhühner Alpenschneehuhn, Moorschneehuhn, Auerhuhn und Birkhuhn.

Etwa 9 Prozent des Bodens in Schweden können für die Landwirtschaft genutzt werden; der größte Teil davon befindet sich im Süden des Landes. Fruchtbare marine Lehmsedimente sind an der Südküste verbreitet, tiefer gelegene sedimentäre Kalksteine und Schiefertone, die nach Verwitterung zur Anreicherung des Bodens mit Nährstoffen beitragen, treten in den Hochebenen des südlichen Schweden auf. In den übrigen Teilen des Landes dominieren relativ nährstoffarme, quarzreiche Podsole sowie große Gebiete mit anstehendem Gestein.

2.5

Umweltsituation

Zu den gravierendsten Umweltproblemen Schwedens gehört der saure Regen. Er belastet den Boden, verursacht Übersäuerung der Gewässer und Waldsterben. Das Land hat bereits große Fortschritte bei der Bekämpfung der Ursachen gemacht. Schweden führt ein ehrgeiziges Umweltschutzprogramm durch und hat außerdem als eines der ersten Länder ökologisch orientierte Steuern eingeführt. Der Großteil der Luftverschmutzung in Schweden, die sich in saurem Regen niederschlägt, wird jedoch von außen in das Land hineingetragen. Als Folge der Umweltverschmutzung in anderen Ländern wird ein Anstieg der Säurewerte in den Böden Schwedens verzeichnet. Der in landwirtschaftlichen Abwässern enthaltene Stickstoff hat zu großen Schäden und zur Eutrophierung in Nordsee, Ostsee und in vielen Seen des Landes geführt.

3

Bevölkerung

Schweden hat 9,05 Millionen Einwohner (2008) und eine Bevölkerungsdichte von 22 Einwohnern pro Quadratkilometer. Die Lebenserwartung zählt mit 78,5 Jahren für Männer und 83,1 Jahren für Frauen (2008) zu den höchsten auf der Welt. Die mittlere Wachstumsrate der Bevölkerung liegt bei 0,16 Prozent im Jahr. Der überwiegende Teil der Bevölkerung lebt im südlichen Drittel Schwedens, vor allem in der mittelschwedischen Senke und in den Tiefebenen an der Küste. Weite Gebiete der nördlichen Gebirge sind dünn besiedelt.

Rund 90 Prozent der Bevölkerung des skandinavischen Landes sind Schweden, etwa 2 Prozent Finnen. Andere in Schweden lebende Volksgruppen sind Dänen, Norweger, Staatsbürger der Nachfolgestaaten Jugoslawiens und Türken. Die Ausländerzahl ist durch den Flüchtlingsstrom aus dem Kriegsgebiet Bosnien und Herzegowina angestiegen (nach Deutschland nimmt Schweden am meisten Flüchtlinge aus dieser Region auf). Etwa 17 000 Samen leben vorwiegend in den nördlichen Regionen des Landes, im schwedischen Teil von Lappland.

3.1

Wichtige Städte

Etwa 83 Prozent der Bevölkerung leben in städtischen Gebieten (2005). Zu den größten Städten Schwedens gehören die Hauptstadt Stockholm mit etwa 762 000 Einwohnern (2004), Göteborg (478 000) und Malmö (267 000). Weitere Großstädte sind Uppsala, Linköping, Ørebro, Norrköping und Västerås.

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