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Schweden

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Schweden (Flagge und Hymne)Schweden (Flagge und Hymne)
Artikelgliederung
7.4

Die Napoleonischen Kriege

Gustavs Sohn und Nachfolger, Gustav IV. Adolf, schloss sich der Koalition gegen Napoleon I. an. Die Eroberung Finnlands durch Russland (1808) führte ein Jahr später zur Absetzung Gustavs IV. 1809 entwarf der Reichstag eine neue Verfassung, die bis 1975 in Kraft blieb, und wählte Karl XIII. zum König. Durch den Friedensvertrag mit Russland und Frankreich von 1809 verlor Schweden einen Großteil von Finnland und die Åland-Inseln. 1810 garantierte Schweden einen pronapoleonischen Kurs. Thronfolger wurde der französische General Jean-Baptiste Bernadotte. Im selben Jahr trat ein Erbfolgegesetz in Kraft, das die Thronfolge auf das Bernadotte-Geschlecht festschrieb. Bernadotte wurde fast umgehend zur dominanten Figur der schwedischen Politik. Er brach den Treueeid gegenüber Frankreich und kämpfte von 1813 bis 1814 an der Seite der Koalition gegen Napoleon. 1814 musste Dänemark Norwegen an Schweden abtreten und erhielt im Tausch die schwedischen Besitzungen in Pommern. Am Ende der Napoleonischen Kriege hatte Schweden alle Besitztümer in Deutschland verloren. 1815 erkannte der Wiener Kongress die norwegisch-schwedische Personalunion an. Seit dem Feldzug gegen Napoleon hat Schweden keinen Krieg mehr geführt.

7.5

Die ersten Herrscher des Hauses Bernadotte

1818 bestieg Bernadotte als Karl XIV. Johann den Thron. Seine Herrschaft (1818-1844) war von Machtkämpfen zwischen der Krone und dem Reichstag geprägt. Unter seiner Führung erlebten die vereinigten Königreiche Norwegen und Schweden einen beträchtlichen wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Aufschwung. Seine Nachfolger (Oskar I., Karl XV. und Oskar II.) wurden bereits als schwedische Könige akzeptiert. Zwischen 1864 und 1866 wurde die Verfassung überarbeitet.

Infolge von Nahrungsmittelknappheit und Arbeitslosigkeit wanderten zwischen 1867 und 1886 fast 500 000 Schweden nach Nordamerika aus. Im späten 19. Jahrhundert traten größere Spannungen innerhalb der norwegisch-schwedischen Beziehungen auf. Auf der Grundlage eines Gesetzes, das ohne nennenswerte Opposition vom Reichstag ratifiziert wurde, erklärte die norwegische Regierung im Juni 1905 die Lösung aus der Personalunion mit Schweden. Unter der Herrschaft Oskars II. wurden beachtliche Fortschritte in der Sozialgesetzgebung erzielt.

7.6

Das frühe 20. Jahrhundert

1907 bestieg Gustav V. den Thron. Zwei Jahre später wurde auf der Grundlage von Verfassungsänderungen das Wahlrecht ausgedehnt und das Verhältniswahlrecht eingeführt.

Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges erklärte sich Schweden neutral und bekräftigte die 1912 mit Norwegen und Dänemark geschlossene Vereinbarung zur Wahrung der Neutralität der skandinavischen Länder. 1920 trat Schweden dem Völkerbund bei. Unter der Führung des schwedischen Staatsmannes Karl Hjalmar Branting wurde die Sozialdemokratische Arbeiterpartei zur stärksten politischen Kraft. Mit kurzen Unterbrechungen blieben die sozialdemokratischen Regierungen bis 1928 an der Macht und führten umfangreiche Reformen ein, die Schweden zu einem modernen Sozialstaat machten. Die Konservative Partei kam 1928 an die Macht. Bedingt durch die kurz darauf einsetzende Weltwirtschaftskrise lösten 1932 die Sozialdemokraten mit Per Albin Hansson die Konservativen wieder ab.

In den späten dreißiger Jahren wurden mit dem drohenden Kriegsausbruch die militärische Stärke und die nationale Verteidigung zu einer Frage von höchster Dringlichkeit. Bei Ausbruch des 2. Weltkrieges erklärte die schwedische Regierung erneut die Neutralität des Staates. Trotz zahlreicher Grenzzwischenfälle und Angriffe des Deutschen Reiches auf schwedische Schiffe konnte das Land seinen neutralen Status bis zum Kriegsende wahren. Erst im Februar 1997 wurde bekannt, dass Schweden während des 2. Weltkrieges mit der nationalsozialistischen Regierung Deutschlands umfangreiche Goldgeschäfte getätigt hatte, die 1944 durch eine Intervention der damaligen US-Regierung unterbunden werden konnten.

7.7

Nach dem 2. Weltkrieg

Im Juli 1945 trat die Koalitionsregierung, die während des 2. Weltkrieges die politische Führung innehatte, zurück. Die Sozialdemokraten übernahmen unter Ministerpräsident Per Albin Hansson alle Regierungsgeschäfte. Nach dem Tod von Hansson wurde Tage Erlander im Oktober 1946 Ministerpräsident. Kurz darauf trat Schweden den Vereinten Nationen (UN) bei.

1948 nahm Schweden die Unterstützung im Rahmen des Europäischen Wiederaufbauprogramms (European Recovery Program) an, lehnte jedoch eine Mitgliedschaft im 1949 gegründeten Nordatlantikpakt ab. Nach erfolglosen Bemühungen, einen skandinavischen Verteidigungsblock ohne Anbindung an den Osten oder Westen zu bilden, begann Schweden systematisch mit dem Ausbau des Verteidigungssystems. Während des Kalten Krieges verhielt sich das Land neutral.

Innenpolitisch von Bedeutung waren der Tod von Gustav V. (1950), die Thronbesteigung seines ältesten Sohnes Gustav VI. Adolf, die Bildung einer Regierungskoalition der Sozialdemokraten mit den Bauernbündlern (1951-1957) sowie die Entstehung eines starken Inflationsdruckes in der schwedischen Wirtschaft in den Jahren 1951 bis 1952. Bei den im September 1956 abgehaltenen Wahlen blieb die Regierungskoalition aus Sozialdemokratischer Partei und Bauernbund an der Macht.

7.8

Ausbau des Wohlfahrtsstaates

1957 kam es zu einer politischen Kontroverse über widersprüchliche Vorschläge zur Finanzierung der Altersrenten. Der Vorschlag der Sozialdemokraten, Pflichtbeiträge einzuführen und von der Regierung eine Garantie der Anpassung der Rentenbeträge an die Inflationsrate zu fordern, erreichte in einem im Oktober durchgeführten Referendum keine Stimmenmehrheit. Da die Sozialdemokraten im Parlament auf der Durchführung ihres Planes bestanden, löste sich der Bauernbund aus der Regierungskoalition. Ende Oktober wurde eine rein sozialdemokratische Regierung unter der Führung Erlanders gebildet.

Im April 1958 musste die Regierung Erlander aufgrund innerparteilicher Uneinigkeiten über den Rentenplan zurücktreten, kehrte nach den Wahlen im Juni desselben Jahres jedoch wieder an die Macht zurück. Am 14. Mai 1959 stimmte das Parlament dem Rentenplan zu. Im selben Jahr wurde Schweden Gründungsmitglied der Europäischen Freihandelszone. Aus den Wahlen von 1960 gingen die Sozialdemokraten erneut als stärkste Partei hervor, Erlander blieb Ministerpräsident. Nach seinem Rücktritt 1969 wurde Olof Palme zu seinem Nachfolger ernannt. Gemäß einer Verfassungsänderung, die 1971 in Kraft trat, wurden ein Einkammerparlament und ein neues Wahlrecht eingeführt. Nach dem Tod Gustavs VI. Adolf 1973 folgte ihm sein Enkel Karl XVI. Gustav auf den Thron. Am 1. Januar 1975 trat eine neue Verfassung in Kraft, nach der der König auch seinen letzten politischen Einflussbereich verlor.

Bedingt durch die schwedische Opposition gegen den Vietnamkrieg verschlechterten sich in den späten sechziger und den siebziger Jahren die Beziehungen zu den USA. Die von Ministerpräsident Palme 1972 geäußerte Kritik an den militärischen Handlungen der USA führte bis 1974 fast zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern.

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