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Kuwait

Enzyklopädieartikel
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Kuwait (Flagge und Hymne)Kuwait (Flagge und Hymne)
Artikelgliederung
6.3

Währung und Außenhandel

Die Währung ist der Kuwait-Dinar zu 1 000 Fils. Kuwaits bedeutende Handelspartner sind z. B. Länder der EU (u. a. Deutschland, Großbritannien, Italien, Niederlande), Japan, Saudi-Arabien, Südkorea und die USA. Außerdem unterhält das Emirat beispielsweise auch Handelsbeziehungen zu Pakistan und Taiwan.

Mit Erdöl und Erdölprodukten werden rund 90 Prozent der Exporteinnahmen erzielt. Weitere Ausfuhrprodukte sind chemische Düngemittel und Fisch. Importiert werden Nahrungsmittel, Kraftfahrzeuge, Maschinen und Geräte, Bekleidung und anderes mehr.

6.4

Verkehrswesen

Kuwait besitzt zwar kein Schienennetz, verfügt aber über ein durchgehend asphaltiertes Straßennetz, das sich über 5 749 Kilometer (2004) erstreckt. Von den sechs modernen Seehäfen sind vier mit Ölterminals ausgestattet. In der Nähe von Kuwait (Stadt) befindet sich ein internationaler Flughafen.

7

Geschichte

Kuwait kam im 7. Jahrhundert zum arabischen Kalifat. Im 15. Jahrhundert errichteten Portugiesen als erste Europäer an der Küste des späteren Kuwait einen Stützpunkt. 1716 ließ sich der arabische Stamm der Anaiza hier nieder und gründete 1756 unter Scheich as-Sabah ein Scheichtum. Seit 1829 stand Kuwait unter osmanischer Oberhoheit. 1899 versuchte Kuwait, sich durch einen Schutzvertrag mit Großbritannien der osmanischen Herrschaft zu entledigen, und wurde britisches Protektorat. Durch die britisch-türkische Konvention von 1913 wurde Kuwait als autonomes Gebiet innerhalb des Osmanischen Reiches bestätigt.

1938 wurde in Kuwait Erdöl entdeckt, in der Folgezeit wurde es planmäßig gefördert, und seit 1946 wird es exportiert. Die Entdeckung von Erdöl hatte nicht nur eine Modernisierung der Wirtschaft zur Folge, sondern veränderte auch die sozialen Strukturen des Landes, denn das Erdöl machte das Emirat zu einem der wohlhabendsten Länder im arabischen Raum. Unter Scheich Abdullah as-Salim as-Sabah (1950-1965) erhielt Kuwait 1961 seine Unabhängigkeit, nachdem der Schutzvertrag von 1899 mit Großbritannien aufgehoben worden war.

Im Juni 1961 wurde das Emirat Mitglied der Arabischen Liga, im Mai 1963 trat es der UNO bei. 1963 verzichtete der Irak auf seine historisch begründeten Ansprüche auf Kuwait und erkannte dessen Unabhängigkeit an, gab jedoch seinen Anspruch auf das Emirat nie wirklich auf.

Im 1. Golfkrieg zwischen Irak und Iran (1980-1988) unterstützte Kuwait den Irak materiell und politisch. Das Verhältnis beider Staaten verschlechterte sich aber zusehends, vor allem als sich das Emirat weigerte, strategisch wichtige Inseln im Golf abzutreten. Als der Irak nach Kriegsende von Kuwait die Streichung seiner Kriegsschulden verlangte, verschärften sich die Spannungen noch.

In der Nacht zum 3. August 1990 besetzten irakische Truppen Kuwait. Der kuwaitische Herrscher Emir Jabir al-Ahmad al-Jabir as-Sabah, der vor der irakischen Invasion nach Saudi-Arabien geflohen war, wurde für abgesetzt erklärt und Kuwait offiziell als 19. Provinz in den Irak eingegliedert.

Mit seiner Weigerung, der ultimativen Aufforderung des UN-Sicherheitsrates zum Rückzug aus Kuwait nachzukommen, löste der Irak den 2. Golfkrieg aus, in dessen Verlauf alliierte Streitkräfte unter der Führung der USA im Januar/Februar 1991 die irakischen Invasoren aus Kuwait verdrängten. Zurück blieb ein schwer zerstörtes Land, zahlreiche Ölquellen standen in Flammen, von den irakischen Truppen in Brand gesetzt, und konnten teilweise erst Monate nach Kriegsende gelöscht werden.

Im März 1991 kehrte die Herrscherfamilie nach Kuwait zurück und regierte das Land während der folgenden etwa drei Monate unter Ausnahmezustand. Das bereits 1986 suspendierte parlamentarische System wurde jedoch erst 1992 wiederbelebt, und zwar mit der Wahl eines neuen Parlaments im Oktober 1992, in dem nun oppositionelle Kräfte die Mehrheit stellten.

Bei den Parlamentswahlen im Oktober 1996 gewannen Vertreter islamistischer Gruppen und der Regierung nahe stehende Abgeordnete die Mehrheit der Mandate. Bei den Parlamentswahlen im Juli 1999 konnten die oppositionellen Liberalen hohe Stimmenzuwächse verzeichnen und gewannen 16 Sitze; als stärkste politische Kraft wurden jedoch die islamisch orientierten Gruppen mit insgesamt 20 Mandaten bestätigt. Die darauf folgenden Wahlen, im Juli 2003 kurz nach dem Ende des Irak-Krieges abgehalten, bescherten den für Reformen eintretenden Liberalen wieder schwere Verluste und stärkten Islamisten und Regierungstreue. Nach dem Tod von Emir Jabir as-Sabah im Januar 2006 wurde Kronprinz Saad al-Abdullah al-Salim as-Sabah als neuer Emir ausgerufen; nur wenige Tage später setzte das Parlament in einem außergewöhnlichen, aber verfassungskonformen Akt den schwer kranken Saad wegen Amtsunfähigkeit wieder ab und ernannte den bisherigen Ministerpräsidenten, Scheich Sabah al-Ahmad as-Sabah, zum neuen Emir.

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