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Schrifttype

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SchrifttypenSchrifttypen
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1

Einleitung

Schrifttype, ursprünglich das mechanische Mittel, mit dem Geschriebenes im Druckereiwesen gesetzt und auf Papier übertragen wird.

Eine Schrifttype war ein rechteckiger Metallblock von etwa 2,5 Zentimetern Länge, der an einem Ende einen hervorstehenden Buchstaben oder ein anderes Zeichen enthielt. Man ordnete Schrifttypen zu Reihen an, schwärzte sie mit Farbe und positionierte sie auf einer Druckpresse, welche die Schrifttypen gegen Papier oder ähnliches Material drückte, so dass lesbare Abbildungen entstanden. Obwohl die Blütezeit der Metalltypen und des Typendruckens lange vorbei ist, wird der Begriff Schrifttype immer noch für die Beschreibung von Druckzeichen verwendet, unabhängig von der Art ihrer Speicherung – auf Metall, Film, Magnetband oder als mathematische Formeln in einem Computer. Siehe Drucktechniken

Eine Schriftart besteht traditionell aus allen Zeichen des Alphabets, jeweils als Groß- und Kleinbuchstaben, in einer Größe und Gestalt, mit Ziffern, Interpunktions- und Sonderzeichen. Der Begriff Schriftart bezieht sich heute auf alle diese Elemente, wobei zusätzlich jeweils eine Ausführung in Kursivschrift und Fettschrift mit der gleichen Gestalt besteht.

Die Schriftgröße wird durch die senkrechte Ausdehnung des Typenkörpers ausgedrückt (also die Entfernung von der Unterkante eines Buchstabens mit Unterlänge wie g oder p bis zur Oberkante eines Buchstabens mit Oberlänge wie b oder h). Die allgemeine Maßeinheit für Schrifttypen ist Punkt. In einigen europäischen Ländern (auch in Deutschland) gilt das Didot-System, wobei ein Punkt 0,376 Millimetern entspricht. In den Vereinigten Staaten ist ein Punkt kleiner, er beträgt 0,351 Millimeter. Texttypen liegen meistens im Bereich von acht bis zwölf Punkten.

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Geschichte

Die Praxis des Typendruckes war schon in früher Zeit bekannt, z. B. bei Stempeln und Siegeln. Bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts gab es jedoch keine zuverlässige Technik zur Herstellung einzelner, beweglicher Schrifttypen. Obwohl in China und Korea schon seit dem 14. Jahrhundert rudimentäre Schriftsatztechniken entwickelt wurden, wird im Allgemeinen dem deutschen Drucker Johannes Gutenberg das Verdienst zugeschrieben, eine zuverlässige Technik vervollkommnet zu haben. 1455, als seine berühmte 42-Zeilen-Bibel wahrscheinlich fertig gestellt wurde, bestand Gutenbergs Methode zur Schrifttypenherstellung aus dem folgenden Verfahren:

  • 1. Das gewünschte Zeichen wurde erhaben auf einem Ende des Stempels, eines Stahlstabes, eingraviert.
  • 2. Der Stempel wurde in eine Matrize, ein weicheres Metallstück (normalerweise Kupfer oder Messing) eingedrückt, so dass ein Abdruck des Zeichens entstand.
  • 3. Die Matrize wurde in einer Form platziert, die in ihren Ausmaßen verstellbar war, um sie den verschiedenen Typenbreiten einer bestimmten Schriftart anpassen zu können.
  • 4. Der Schriftsetzer goss geschmolzenes Typenmetall, eine Legierung aus Blei, Zinn und Antimon in die Form, wo es sich fast sofort zu einem rechteckigen Stück Metall verfestigte. Dieses stellte ein genaues Abbild jenes Zeichens dar, welches in den Stempel graviert worden war.
  • 5. Nach verschiedenen Feinarbeiten konnte die Schrifttype in den Setzkasten einsortiert werden.

Das Verfahren zur Herstellung der Typen war langsam und arbeitsaufwendig, aber wenn eine Type einmal gegossen war, konnte sie so lange gesetzt und gedruckt werden, bis sie zu verschlissen war, um scharfe Abbilder zu erzeugen. Über 400 Jahre wurden alle Schrifttypen auf diese Art als Typenguss hergestellt.

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Die Entwicklung der Schrifttypengestaltung

Die ersten Schrifttypenentwürfe wurden den kalligraphischen (die Schönschreibkunst betreffenden) Buchhandschriften nachempfunden und in Europa während des 15. Jahrhunderts bevorzugt. Als sich die Druckkunst rasch in Europa verbreitete, spiegelte die Gestalt der Schrifttypen nationale und sogar regionale Vorlieben wider, die aber unverändert den federgezeichneten Vorbildern folgten. Weil Dutzende von Ligaturen (gebundene Buchstaben wie Æ) und Kurzformen allgemein gebräuchlich waren, kam es nicht selten vor, dass eine Schriftart 200 bis 300 Zeichen enthielt; 299 verschiedene Zeichen wurden für die Herstellung der Gutenbergbibel benötigt.

Zwei Hauptrichtungen der Handschrift waren zum Ende des 15. Jahrhunderts in Europa entstanden. Im nördlichen Europa wurden gotische Buchstabenformen bevorzugt, die von formalen Texturahandschriften bis zu weniger formalen kursiven Lettre Bâtardes reichten. Der andere wichtige Handschriftenstil, oft humanistischer Stil genannt, fand seine größte Verbreitung in Italien. Mit Großbuchstaben, die auf römischen Inschriften basierten, und Kleinbuchstaben, welche die karolingische Minuskelform als Vorbild hatten, war diese Schrift die meistverwendete in handgefertigten Büchern der italienischen Renaissance.

Obwohl beide ästhetisch wirkten, wurden die humanistischen Buchhandschriften jedoch wegen ihrer guten Lesbarkeit weithin bevorzugt. Schriftbilder, die auf diesen Handschriften basierten, wurden als lateinische (römische, Roman) Schrift bezeichnet, ein Begriff, der immer noch zur Beschreibung dieser großen Designgruppe verwendet wird, die über fünf Jahrhunderte in der Buchherstellung eine führende Rolle spielte. Eine kennzeichnende Eigenschaft der lateinischen Schriftbilder ist die Serife, ein kleiner Abschlussstrich, der in einem rechten oder spitzen Winkel über dem Querstrich, dem Stamm oder der Rückseite des Buchstabens gezogen wird.

Zahlreiche Klassifikationssysteme wurden erstellt, um die Schriftbilder ihren Kennzeichen entsprechend einzuordnen. Die weitaus größte Zahl unterschiedlicher Gestaltungen fällt in die römische Kategorie, die wiederum in zahlreiche Untergruppen aufgeteilt ist. Die ersten römischen Stile, oft als alte venezianische Stile klassifiziert, wurden während des 15. Jahrhunderts entworfen und gehörten zu den ersten Interpretationen humanistischer Buchhandschriften. Sie sind als „Antiqua” („alte Schrift”) bis heute zum Sammelbegriff für Buchschriften mit geraden Schäften, runden Verbindungsstrichen und isolierten Lettern geworden. Die erste der erfolgreichen Antiquaschriften entstammte der Hand von Nicolas Jenson (gestorben etwa 1480), eines französischen Typenentwicklers und Druckers, der sich 1470 in Venedig niederließ. Venezianische Schrifttypen sind durch geringe Kontraste zwischen dicken und dünnen Teilen ihrer Buchstabenformen sowie den schrägen Querstrich beim kleinen e gekennzeichnet.

Im Jahr 1500 erschien eine andere Veränderung der humanistischen Buchhandschrift in den Schrifttypen. Klassifiziert als Aldin-französische alte Stile wurden die ersten dieser neuen Schrifttypen durch den großen venezianischen Gelehrten und Drucker Aldus Manutius in Auftrag gegeben. Die neue Schrifttype zeigte einen etwas größeren Kontrast, war regelmäßiger im Erscheinungsbild und besaß waagerechte Querstriche. Aldus gab außerdem den Auftrag zur ersten kursiven (Italic) Schrifttype, die erstmals 1501 für eine Taschenausgabe der Äneis des römischen Dichters Vergil verwendet wurde. Weitere Verfeinerungen des Aldin-französischen Modells folgten im 16. Jahrhundert mit den großartigen römischen Zeichen, die von Claude Garamond entworfen wurden, und den entsprechenden Kursivzeichen von Robert Granjon; beide waren Typengießer aus Paris. Am Ende des Jahrhunderts waren die römischen Zeichen von Garamond und verschiedene Versionen davon in ganz Europa tief verwurzelt.

Die Abhängigkeit des Typendesigns von federgezeichneten Modellen verminderte sich allmählich gegen Ende des 16. Jahrhunderts. Drucker hatten keinen Anlass mehr, den Wettbewerb mit den Schreibern zu scheuen. Und Schrifttypenentwickler entdeckten schnell, dass die starre Metalloberfläche eines Stahlstempels fast unbegrenzte Möglichkeiten zum Prägen von Buchstaben bot, die eine Feder niemals erreichen würde. Zusammen mit der zunehmenden Anwendung geometrischer Prinzipien erreichte das Schriftgießen eine eigene, weniger nachahmende, sondern schöpferische Technik.

Während des 17. Jahrhunderts wurden signifikante Änderungen an den alten Stilentwürfen durch niederländische Schriftgießereien vorgenommen. Obwohl sie von den Garamond-Modellen abgeleitet wurden, waren die niederländischen Schrifttypen kräftiger. Die niederländischen Entwürfe beeinflussten die Arbeit des ersten wichtigen englischen Schriftgießers, William Caslon. Caslons Schrifttypen waren alten Stils, lesbar und angenehm, allerdings ohne die eleganten Linien der Garamond-Typen.

Die Qualität der Druckpressen und des Papiers verbesserte sich im 18. Jahrhundert, so dass es möglich wurde, Schriftbilder mit Feinheiten im Design zu gießen, die vorher unerreichbar waren. Diese Schriftbilder wiesen größeren Kontrast und eine Betonung der Senkrechten auf sowie eine entsprechend feinere Serifenkonstruktion. Der englische Drucker und Schriftgießer John Baskerville war eine treibende Kraft bei der Abkehr vom Design der Modelle alten Stils während dieser Übergangszeit. Zwar war er nicht der erste, der diese neuen Merkmale darstellte, doch waren Baskervilles Schrifttypen sehr schön proportioniert und wurden in Europa sowie Nordamerika sehr bewundert; auch Benjamin Franklin war ein früher Verfechter dieser Schriften. Wie ähnliche Entwürfe galten diese Schrifttypen als Übergangsschriftbilder.

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Moderne Schriftbilder

Ende des 18. Jahrhunderts begann die Ära der so genannten modernen Schriftbilder, wie sie sich beispielsweise in den Gestaltungen des französischen Schriftgießers Firmin Didot und denen des italienischen Druckers und Schriftgießers Giambattista Bodoni zeigen. Moderne Schrifttypen sind gekennzeichnet durch flache, ungeklammerte Serifen und hohe, manchmal übertriebene Kontraste. Während der meisten Zeit des 19. Jahrhunderts waren die modernen Schrifttypen bei den meisten Druckern sehr beliebt, so dass Schriftbilder des alten Stils und sogar die Übergangsschriftbilder fast ausgeschlossen wurden. Das 19. Jahrhundert war zudem eine Periode des außerordentlichen Wachstums der Zeitungs- und Anzeigenindustrie.

Mechanische Druckpressen, ausreichende Versorgung mit billigem Papier und die Zunahme der Zahl Lesekundiger erzeugte einen enormen Bedarf an Lesestoff. Schrifttypenentwickler reagierten mit der Erzeugung vieler neuer Textschriftbilder und, was noch wichtiger war, einer großen Menge von Typen für Plakate und andere Formen von Anzeigen, viele davon mit neuen Effekten. Es war schwierig, Typen zu gießen, die größer waren als 96 Punkte, so dass die Plakattypen aus Holz geschnitten wurden.

Ende des 19. Jahrhunderts ähnelten die meisten Schriftbilder nicht mehr den Buchstabenformen der Manuskripte des Mittelalters. Der englische Künstler William Morris löste eine Bewegung aus, um die Buchdruckideale der ersten Tage des Druckwesens wieder einzuführen. 1890 gründete Morris eine private Druckerei, in der er Bücher herstellte, die kompromisslosen Standards folgten. Seine Schriftgestaltung war den klassisch proportionierten Schrifttypen der ersten Drucker nachmodelliert.

Eine Anzahl amerikanischer und europäischer Schriftgießereien kopierte nicht nur Morris’ Schrifttypen, sondern man gründete eigene Wiedereinführungsprogramme. Diese erreichten die Verwendung neuer Versionen der Schriftbilder alten Stils und der Übergangszeit, die lange mit Geringschätzung bedacht worden waren. Führend bei dieser Wiederbelebung waren die American Type Founders Company und die amerikanischen und englischen Zweigstellen der Monotype Corporation. Letztere war – unter der typographischen Leitung des Historikers und Gelehrten Stanley Morison – verantwortlich für die Wiedereinführung vieler fast vergessener Schriftbilder, die heute für die Buchgestaltung von großer Bedeutung sind. Dazu gehörten Bembo, Poliphilus, Baskerville und Fournier. Die sehr erfolgreiche Wiederbelebung der venezianischen Schrifttypen Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts umfasste auch die Golden Type von William Morris, den Goudy Old Style von Frederic Goudy, den Cloister Old Style von Morris Fuller Benton und den Centaur von Bruce Rogers.

Die Mergenthaler Linotype Company und die Ludlow Typograph Company vermarkteten außerdem eine breite Palette von Schriftbildern, die auf historischen Modellen basierten. Mergenthaler hatte großes Interesse an gut lesbaren Schriftbildern, da die Linotype-Maschinen sich ideal zur Zeitungsherstellung eigneten. Diese Schrifttypen wurden speziell dazu entworfen, dass sie leicht lesbar und nicht ermüdend waren, auch wenn sie in den geringen Größen, die bei Zeitungen üblich sind, erschienen. Der Entwurf leserlicher Schriftbilder wurde außerdem durch die Druckbedingungen gefördert, unter denen Zeitungen produziert wurden: Hochgeschwindigkeitspressen, flüssige Druckfarben und raues, poröses Papier. Schrifttypen wie Excelsior, Ideal und Corona mit ihren offenen Gegenlinien und den kräftigen Serifen fanden weite Verbreitung. Times Roman, das bekannteste aller gut lesbaren Schriftbilder, wurde von der Monotype Corporation 1923 herausgegeben. Die Schrift war ursprünglich für die Londoner Times in Auftrag gegeben worden, war aber schon bald kommerziell erhältlich.

Eine große Veränderung in der Anatomie der Schriftbilder kam mit der Einführung der Sans-Serif-Designs („ohne Serifen”). Die ersten Sans-Serif-Schriften, auch als Grotesk oder Gothik bezeichnet, waren von relativ monotoner Gestalt. Sie erschienen zuerst 1816 in einem Musterheft der Schriftgießerei Caslon Typefoundry. Sans-Serif-Zeichen fanden nur langsam Anklang, Anfang des 20. Jahrhunderts gab es aber viele Variationen; zwei der erfolgreichsten waren Akzidenz Grotesk und Franklin Gothic.

Mit dem Erscheinen der geometrisch proportionierten Erbar 1924 und Futura 1926 (von Paul Renner entwickelt) waren die Sans-Serif-Schriften akzeptiert und von einer neuen Generation von Typographen hoch geschätzt, dazu gehörten diejenigen, die der Bauhaus-Bewegung nahe standen. Die klaren Linien dieser Gestaltungen und ihre Entfernung von kalligraphischen Formen wirkten anziehend in einer Zeit, in der viele typographische Experimente stattfanden. Die berühmtesten Sans-Serif-Schriften des 20. Jahrhunderts sind Helvetica, entwickelt von Max Meidinger, und Univers, entworfen von Adrian Frutiger.

Eine andere Gruppe von Schriftbildern, die zuerst im 19. Jahrhundert erschienen, gehörten zu einer Klasse, die als ägyptisch bekannt wurde. Sie war ebenfalls in der Typographie des 20. Jahrhunderts weit verbreitet, vor allem mit der Einführung von Designs wie Memphis und Stymie. Diese Schriften sind gekennzeichnet durch ihre einlinige Struktur und ihre rechtwinkligen Serifen.

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