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Kanada

Enzyklopädieartikel
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Kanada (Flagge und Hymne)Kanada (Flagge und Hymne)
Artikelgliederung
5.4

Politik

Das politische Geschehen wurde lange Zeit von zwei großen Parteien bestimmt, der Liberal Party (Liberale Partei, LP) und der Progressive Conservative Party (Fortschrittlich-Konservative Partei, PCP). Beide lösten sich wiederholt in der Regierungsverantwortung ab. Während die LP ihre dominierende Rolle behaupten konnte, verlor die PCP nach der Schwächung durch interne Flügelkämpfe stark an Gewicht, und zwar zugunsten der Reform Party, die nun zur stärksten konservativen Gruppierung wurde. Die Reform Party löste sich jedoch im April 2000 auf und konstituierte sich – gleichsam als Sammelbecken für das zersplitterte konservative Parteienspektrum – zusammen mit abgespaltenen Gruppen der PCP unter dem Namen Canadian Alliance (CA) neu. 2003 fusionierten CA und PCP zur Conservative Party (CP). Der Bloc Québécois (BQ) ist als Abspaltung der Konservativen auf Quebec beschränkt und vertritt die Autonomie dieser Provinz. Die New Democratic Party (NDP) ist sozialdemokratisch orientiert.

6

Wirtschaft

Kanada war zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch ein typisches Agrarland, zählt inzwischen aber zu den höchstindustrialisierten Staaten der Erde. Das produzierende Gewerbe verarbeitet vorwiegend die ergiebigen Rohstoffe, die Land- und Forstwirtschaft, Fischerei und Bergbau liefern. Die Wirtschaft des Landes wird durch die engen Verflechtungen mit den USA gekennzeichnet. Jedes Land ist der wichtigste Handelspartner des anderen. Das kanadische Wirtschaftspotential ist regional sehr unterschiedlich verteilt. Das Bruttoinlandsprodukt beträgt 1 271 593 Millionen US-Dollar (2006).

6.1

Landwirtschaft

Der Agrarsektor stellt das Rückgrat der kanadischen Wirtschaft dar. Hauptanbauprodukt ist Weizen, der vorwiegend in den Provinzen Alberta, Manitoba und Saskatchewan kultiviert wird. Diese Region zählt zu den ausgedehntesten Weizenanbaugebieten der Erde und liefert 16 Prozent der weltweiten Weizenproduktion. Etwa drei Viertel der Ernte werden exportiert, womit Kanada nach den USA größter Weizenexporteur ist. Weitere Anbauprodukte sind Gerste, Mais, Kartoffeln, Raps, Zuckerrüben, Obst (vor allem Äpfel), Tabak und Sojabohnen. Milchviehwirtschaft in größerem Umfang wird in den Provinzen Quebec und Ontario betrieben, Viehzucht außerdem in Alberta. Auch die Pelztierzucht hat sich zu einem rentablen Wirtschaftsfaktor entwickelt. Vor allem in den nördlichen Landesteilen gibt es zahlreiche Nerz- und Fuchsfarmen. Zudem werden Biber, Kojoten und Sattelrobben wegen ihrer Felle gejagt.

6.2

Forstwirtschaft und Fischerei

Etwa 31,1 Prozent der Landesfläche sind waldbedeckt (2005), 90 Prozent davon befinden sich in Staatsbesitz. Kanada zählt zu den weltweit größten Produzenten von Holz und Holzerzeugnissen. Mehr als 150 Baumarten wachsen in den Wäldern. Rund 80 Prozent des Bestands sind Nadelhölzer wie Fichten, Douglasien und Zedern.

Die Gebiete vor der kanadischen Küste sind überaus ergiebige Fischgründe. Besonders mit Thunfisch, Kabeljau, Schellfisch, Makrele und Hummer werden hohe Fangquoten erzielt. Darüber hinaus wird Fischfang (vor allem Lachs) in den Seen und Flüssen betrieben.

6.3

Bergbau und Energie

Kanada verfügt über ein großes Rohstoffpotential. Bis auf wenige Erze wie Chrom und Mangan werden alle für die Industrie benötigten Rohstoffe gefördert. Bei einigen Bodenschätzen wie Nickel, Kupfer, Blei, Zink, Asbest, Platin, Gold und Silber gehört Kanada zu den bedeutendsten Förderländern. Darüber hinaus ist es weltweit führender Uranproduzent. Auch bei fossilen Energieträgern wie Erdöl und Erdgas gibt es vor allem in Alberta überaus reichhaltige Vorkommen.

Kanada ist weitgehend unabhängig von Energieimporten. Die Energieversorgung beruht vorwiegend auf Erdöl und Erdgas. Daneben spielt die Energieerzeugung durch Wasserkraftwerke eine wichtige Rolle, während die Bedeutung der Kohle als Energieträger rückläufig ist. In den Provinzen Quebec und Newfoundland and Labrador wird fast der gesamte benötigte Strom in Wasserkraftwerken erzeugt. Die Kernenergie deckt ungefähr 19 Prozent des landesweiten Energiebedarfs. Zwei der insgesamt 22 Kernreaktoren stehen in Ontario.

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