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Ojibwa

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Ojibwa, nordamerikanisches Indianervolk aus der Algonkin-Sprachfamilie, das zu den Kulturen der östlichen Waldgebiete gehört. In den USA nennt man sie Chippewa, sie selbst nennen sich Anishinabe. Früher lebten die Ojibwa in einem riesigen Gebiet, das bis in den Süden Kanadas reichte, und zwar vom Huronsee bis zu den Turtle Mountains (Schildkrötenbergen) in North Dakota. Nach eigener Überlieferung stammten sie ursprünglich aus dem Gebiet des Sankt-Lorenz-Stromes im Osten und zogen gemeinsam mit den Ottawa und Potawatomi von dort fort. Die Ojibwa ließen sich an den Ufern des Oberen Sees nieder, von wo aus sie sich ausbreiteten. Ottawa und Potawatomi zogen weiter nach Süden. Ursprünglich waren die Clans der Ojibwa in fünf Phratries oder Gruppen aufgeteilt, aus denen dann über 20 Clans entstanden. Einer der Clans beanspruchte die Herrschaft über das gesamte Volk und einen erblichen Häuptlingsposten. Ein anderer Clan beanspruchte den Oberbefehl über den Kriegsrat.

Die Ojibwa lebten vorwiegend von der Jagd, dem Fischfang, der Landwirtschaft sowie vom Sammeln wilder Früchte und von wildem Reis. Außerdem stellten sie Zucker aus Ahornsirup her. Ihre Häuser bestanden aus Stangengerüsten, die mit Birkenrinde gedeckt waren. Die Ojibwa verwendeten die Birkenrinde auch dazu, Ereignisse des Stammeslebens in einfachen Bildern festzuhalten. Auch besaßen sie eine komplexe Mythologie und ausgeprägte religiöse Rituale.

Mitte des 17. Jahrhunderts wurden die Ojibwa durch Angriffe der Sioux und der Fox auf ein schmales Territorium an den Ufern des Oberen Sees zusammengedrängt. Um 1690 erhielten sie von den Franzosen Feuerwaffen. So gelang es ihnen, Sioux und Fox zurückzuschlagen und ihr Gebiet wieder zu vergrößern. In zahlreichen nordamerikanischen Kriegen (King William’s War, Queen Anne’s War, King George’s War und im Siebenjährigen Krieg) unterstützten die Ojibwa die Franzosen gegen die Engländer. Im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und im Englisch-Amerikanischen Krieg (1812) kämpften sie auf britischer Seite. 1815 unterzeichneten die Ojibwa und andere Indianervölker einen Friedensvertrag mit der Regierung der USA. Sie wurden gezwungen, einen Großteil ihres Landes zu verkaufen. Heute leben die Ojibwa in Großstädten (Chicago, Milwaukee etc.) und in Reservaten in Michigan, Minnesota, Wisconsin, North Dakota und Montana. In den USA gibt es noch 100 000 Ojibwa, in Kanada noch 65 000.

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