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Dominikanische Republik

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Dominikanische Republik (Flagge und Hymne)Dominikanische Republik (Flagge und Hymne)
Artikelgliederung
8.2

Bedrohte Unabhängigkeit

Während des gesamten 19. Jahrhunderts blieb die Unabhängigkeit der Dominikanischen Republik gefährdet sowohl von außen, von Seiten Haïtis, als auch durch die hohe politische Instabilität im Inneren. Die zumeist diktatorisch regierenden Präsidenten der Dominikanischen Republik suchten das Problem auf unterschiedliche Weise zu lösen: Pedro Santana unterstellte die Dominikanische Republik 1861 spanischer Oberhoheit, 1865 trennte sich das Land aber wieder von Spanien; 1870 plante die Regierung eine Annexion durch die USA, das Vorhaben scheiterte aber. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts stabilisierte sich das Land innenpolitisch und begann, sich – nach Jahrzehnten der Stagnation – nun auch wirtschaftlich weiterzuentwickeln.

Den wirtschaftlichen Aufschwung verdankte die Dominikanische Republik u. a. Krediten aus dem Ausland. Als die Dominikanische Republik mit der Rückzahlung in Verzug geriet, übernahmen die USA 1905 die Kontrolle über die Finanzen, und nach neuerlichen Unruhen besetzten die USA von 1916 bis 1924 das Land und übernahmen de facto die Regierung.

8.3

Die Ära Trujillo

1930 riss der Diktator Rafael Leonidas Trujillo y Molina die Macht an sich. Er errichtete ein diktatorisches Regime und verschaffte seiner Familie praktisch alle Schlüsselpositionen in Politik und Wirtschaft. Zwar nahm die von Trujillo beherrschte Wirtschaft einen rasanten Aufschwung – allerdings teilweise aufgrund gewaltsamer Methoden; jegliche Art von Opposition aber wurde brutal unterdrückt. 1961 fiel Trujillo einem Attentat zum Opfer; seine Familie musste im Zuge der nun folgenden (versuchten) Demokratisierung das Land verlassen.

8.4

Bürgerkrieg

1962 wurde der linksorientierte Exilpolitiker Juan Bosch vom Partido Revolucionario Dominicano (PRD) zum Präsidenten gewählt. Er leitete eine Reihe von politischen und Sozialreformen ein, mit denen er jedoch auf den Widerstand der alten Eliten stieß. Nach nur siebenmonatiger Amtszeit wurde er 1963 gestürzt; die Macht übernahm nun eine Militärjunta. Die Auseinandersetzung um den innenpolitischen Kurs, die Richtung und das Ausmaß der Reformen eskalierte 1965 in einem Bürgerkrieg. Durch eine militärische Intervention zunächst der USA alleine, dann der OAS, wurde der Bürgerkrieg 1966 beendet; die Interventionstruppen zogen wieder ab.

8.5

Die Regierung Balaguer

1966 wurde Joaquín Balaguer vom konservativen Partido Reformista Social Cristiano (PRSC) zum Präsidenten gewählt; 1970 und 1974 wurde er im Amt bestätigt. Balaguer, der bereits unter Trujillo politische Ämter innehatte, stand für eine weitgehende Kontinuität der Machtstrukturen aus der Trujillo-Ära und blockierte mit seiner Regierung eine Fortführung des Demokratisierungsprozesses. Die noch 1966 verabschiedete Verfassung trug deutlich konservative Züge. 1972 wurde eine begrenzte Agrarreform eingeführt.

Ende der sechziger und Anfang der siebziger Jahre nahmen die Menschenrechtsverletzungen wieder zu, ebenso die politische Repression durch die Sicherheitskräfte und die staatlich tolerierten Todesschwadronen. Die Gewalt zwischen rechtsradikalen Todesschwadronen und Oppositionellen sowie linksgerichteten Terroristen eskalierte; 1973 wurde der Ausnahmezustand verhängt. Da die Opposition daraufhin die Wahlen 1974 boykottierte und sich die Wahlbeteiligung auf 50 Prozent reduzierte, schwand die Legitimität des Regimes Balaguer weiter.

8.6

Die Opposition gewinnt an Macht

Mit dem Amtsantritt Jimmy Carters als US-Präsident 1977 vollzogen die USA in ihrer Politik gegenüber der Dominikanischen Republik eine Kehrtwende. Sie setzten die Regierung Balaguer unter Druck, die Menschenrechte zu respektieren und politischen Pluralismus zu garantieren. Bei den Präsidenten- und Parlamentswahlen 1978 ging der Wahlsieg eindeutig an den PRD, Präsident wurde Silvestre Antonio Guzmán Fernández vom PRD. Die oberste Wahlbehörde fällte allerdings einen fragwürdigen Schiedsspruch, der Balaguers Partei die Mehrheit im Senat einräumte. War die Amtszeit Guzmáns (1978-1982) durch Reformansätze geprägt, so war die Präsidentschaft seines Nachfolgers Jorge Salvador Blanco (1982-1986), ebenfalls PRD, von einer massiven Wirtschaftskrise überschattet. Die Regierung Salvador Blanco sah sich nun gezwungen, einen autoritäreren Kurs zu steuern, der Streiks und Unruhen nach sich zog.

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