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Sierra LeoneEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Physische Geographie; Bevölkerung; Bildung und Kultur; Verwaltung und Politik; Wirtschaft; Geschichte
Das von der Regierung betriebene Rundfunksystem, das sein Sendezentrum in Freetown hat, sendet in Englisch, Krio, Mende, Limba und Temne. Eine regierungseigene Fernsehstation wurde 1963 gegründet. Die einzige Tageszeitung des Landes, die Daily Mail aus Freetown, hat eine tägliche Auflage von 10 000 Exemplaren.
Nach der Verfassung von 1978 war Sierra Leone ein Einparteienstaat. Der Präsident wurde vom All People’s Congress (APC), der einzigen zugelassenen Partei, gewählt und durch eine Volkswahl bestätigt. Das Einkammerparlament setzte sich aus 105 Mitgliedern zusammen, die durch eine allgemeine Wahl bestimmt wurden, sowie aus zwölf Oberhäuptlingen, die von den Stammesräten der Distrikte ausgewählt wurden, und aus zehn vom Präsidenten ernannten Personen. Eine neue Verfassung, die ein Mehrparteiensystem sowie die Menschenrechte garantierte, trat 1991 in Kraft. Danach ist Sierra Leone eine Präsidialrepublik im Commonwealth. Staatsoberhaupt ist der für fünf Jahre direkt vom Volk gewählte Präsident, der zugleich die Spitze der Exekutive bildet. Die Legislative liegt beim Parlament, dessen 112 Abgeordnete ebenfalls jeweils für fünf Jahre gewählt werden.
Sierra Leone ist in vier Provinzen – Nord-, Ost- und Südprovinz und Westgebiet – gegliedert, die in zwölf Distrikte unterteilt sind. Die Distrikte wiederum sind in mehr als 140 Häuptlingstümer gesplittet, die jeweils einem Häuptling und einem Ältestenrat unterstehen; jene sind für die Erhaltung von Recht und Ordnung sowie die Rechtsprechung verantwortlich.
Ein Großteil des Wohlstandes von Sierra Leone geht auf die Bodenschätze des Landes zurück. Das Land zählt zu den weltgrößten Erzeugern von Diamanten, ferner ist es reich an Chrom, Bauxit, Eisenerz und Rutil (metallisch glänzendes Titanerz). Es werden auch geringe Mengen an Gold und Platin abgebaut. Die Wirtschaft von Sierra Leone basiert neben dem Bergbau auf der Landwirtschaft. Die Masse der Bevölkerung produziert jedoch ausschließlich für den Eigenbedarf (Subsistenzwirtschaft). Die Plantagenwirtschaft ist nur in den Küstengebieten von Bedeutung. Der Bergbau ist wichtig für den Exporthandel. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 1 450 Millionen US-Dollar (2006).
Die Hauptanbaufrucht Sierra Leones ist Reis. Weitere Anbaufrüchte sind Maniok, Hirse, Mohrenhirse, Erdnüsse und Zucker. Landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Palmöl, Palmkerne, Kaffee, Kakao, Ingwer, Kolanüsse und Piassava (Palmfasern) werden für den Export angebaut. Ferner werden Rinder, Ziegen und Schafe aufgezogen. Die Fischereiindustrie gewinnt zunehmend an Bedeutung.
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