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Windows Live® Suchergebnisse KrishnaEnzyklopädieartikel
Krishna, gilt in der Mythologie des Hinduismus als Avatara, als achte Inkarnation des Gottes Vishnu, für die meisten seiner Anhänger jedoch einfach als der oberste Gott und universelle Erlöser, der keine Beschränkungen von Zeit und Ort kennt. Über Jahrhunderte vermischten sich eine Vielzahl von Krishna-Vorstellungen miteinander. Darunter Krishna der „Butterdieb”, ein ungezogenes, aber liebenswertes Kind (das mit der Stadt Vrindāvan, südlich von Delhi, in Verbindung gebracht wird), sowie Krishna der blauhäutige, flötenspielende Hirtengott (die wörtliche Bedeutung von Krishna ist „der Dunkle” bzw. „der Schwarze”). Seine zwei, für die Geschichte des Hinduismus bedeutendsten Verkörperungen sind allerdings Krishna der Kriegsheld des Mahabharata sowie Krishna der Gott der Kuhherde und Liebling der Hirtinnen. Der kriegerische Krishna des Mahabharata-Epos ist wahrscheinlich aus der Verschmelzung zweier Stammeshelden entstanden. Als König Arjunas Wagenlenker übernimmt er die Schlüsselrolle in der bekanntesten Episode des Mahabharata, dem „Gesang des Erhabenen” oder der Bhagavadgita. In dieser Rolle lehrt Krishna verschiedene Wege zur Erlösung und gibt sich als allmächtiger Gott zu erkennen. Er ist demnach der einzig wirklich Handelnde im Universum und somit der einzige Gegenstand, dem Liebe entgegengebracht werden kann, wobei er seinerseits die Liebe seiner Anhänger erwidert. Während die Bhagavadgita der körperlichen Liebe (siehe Bhakti) einen verhältnismäßig geringen Spielraum zuweist, wird diese im Fall des Kuhhirten Krishna zutiefst gefühlvoll und erotisch dargestellt. Die Liebesbeziehung zwischen Gott und den Gläubigen wird in den beliebten Geschichten von Krishnas Begegnungen mit der verheirateten Hirtin Radha dargestellt. Die Erzählungen wurden in umfangreichen Schriftwerken niedergelegt, vor allem in der Bhagawata Purana aus dem 9. Jahrhundert wie auch in Jayadevas Gitagowinda, dem „Gesang des Kuhhirten”. Mit der Verbreitung des Krishna-Kultes in ganz Indien wurden sie auch zum beliebten Thema künstlerischer Darbietungen und Theateraufführungen. Zwei wichtige Persönlichkeiten der späteren theologischen und religiösen Entwicklung des Krishna-Kultes, die beide im 16. Jahrhundert wirkten, sind der bengalische Caitanya und der aus Südindien stammende Vallabhacaraya. Die Hare-Krishna-Bewegung (Internationale Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein) geht unmittelbar auf die von Caitanya begründete Form der Krishna-Verehrung zurück.
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