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BremenEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
In Bremen gibt es eine Universität, (siehe Universität Bremen) eine Hochschule für Künste, zwei Fachhochschulen und zahlreiche außeruniversitäre Einrichtungen, wie z. B. das deutsche Zentrum für Polarforschung im Alfred-Wegener-Institut Bremerhaven.
Die Freie Hansestadt ist ein Hafenplatz von Weltrang – nach Hamburg der zweitgrößte deutsche Seehafen –, ein Zentrum der Nahrungs- und Genussmittelproduktion und ein bedeutender Standort der Automobil-, Elektronik-, Stahl-, Werften- sowie der Luft- und Raumfahrtindustrie. Die Städte Bremen und Bremerhaven sind bedeutende Fischerei- und Kreuzfahrthäfen. Bremen ist eine Drehscheibe des internationalen Im- und Exports von Automobilen. Deutsche und italienische Modelle verlassen hier Europa, und nahezu alle japanischen Hersteller lenken ihre Europaexporte zentral über Bremerhaven.
Die Freie Hansestadt Bremen, ein Zweistädtestaat aus Bremen und Bremerhaven, ist seit 1949 Bundesland.
Bremen entwickelte sich aus einer friesisch-sächsischen Siedlung mit Fähr- und Umschlagplatz rechts der Weser. Willehad, ein Missionsbischof Karl des Großen, legte hier 789 den Grundstein für das Bistum Bremen. 848 mit Hamburg zum Erzbistum Bremen-Hamburg verbunden, wurde es zum Ausgangspunkt der Christianisierung Norddeutschlands und Skandinaviens. Während des Episkopats von Erzbischof Adaldag (937-988) erhielt Bremen 965 von Kaiser Otto I. das Marktrecht. Unter Erzbischof Adalbert (1043-1072), der Bremen zu einem „Rom des Nordens” machen wollte, erwuchs es zum geistigen und wirtschaftlichen Zentrum des nordischen Raumes mit Handelsverbindungen nach Skandinavien, England und Holland. 1186 erhielt Bremen von Kaiser Friedrich I. Barbarossa das Stadtrecht und errang nach 1250 unter seinem 1225 erstmals erwähnten Rat die Unabhängigkeit vom geistlichen Stadtherrn. In der Folge schloss Bremen selbständig Verträge, trat 1358 der Hanse bei, erwarb ab 1381 angrenzende Gebiete und zählte um 1400 etwa 17 000 Einwohner. Um 1400 blühten Handel, Schifffahrt und Schiffbau. Bremen entwickelte sich nach Lübeck, Köln und in Konkurrenz zu Hamburg zum drittstärksten Mitglied der Hanse. Ab Mitte des 15. Jahrhunderts verstärkte Bremen den Handel mit Island, den Färöer- und den Shetland-Inseln. Das neue Stadtrecht, das der Rat 1433 erließ und das 1534 erneuert wurde, sicherte die Herrschaft des Rats- oder Senatspatriziats bis ins 20. Jahrhundert
1522 schloss Bremen sich der Reformation und 1531 dem Schmalkaldischen Bund an. Nach erbitterten Glaubenskämpfen innerhalb der Stadt wandte Bremen sich Ende des 16. Jahrhunderts dem Calvinismus zu. Dies vertiefte auch die Handelsverbindungen nach Holland, die um 1600 einen wirtschaftlichen Aufstieg bewirkten; jetzt zählte Bremen etwa 20 000 Einwohner. Zwischen 1574 und 1590 entstanden die zentralen Hafenanlagen, die bis zur Eröffnung des Europahafens 1888 genutzt wurden. Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) nicht wesentlich beeinträchtigt, wurde Bremen 1646 freie Reichsstadt. Ab 1675 stagnierte die Wirtschaft, Lichtblicke waren um 1700 die steigenden Erträge aus dem Walfang vor Grönland und der ab 1705 auflebende Handel mit Frankreich und Spanien. Im späten 18. Jahrhundert begann die „Goldene Periode der bremischen Handlung”, als nach dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg der Handel mit den jungen amerikanischen Staaten immer größeren Umfang annahm. 1794 eröffneten die USA in Bremen ihr erstes europäisches Konsulat. Die Reedereien entfalteten sich und schickten ihre Schiffe bis nach Ostasien.
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