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Estland

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Estland (Flagge und Hymne)Estland (Flagge und Hymne)
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3

Bevölkerung

Estland hat etwa 1,31 Millionen Einwohner (2008) und damit die niedrigste Bevölkerungszahl aller ehemaligen Republiken der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken. Die Bevölkerungsdichte beträgt 30 Einwohner pro Quadratkilometer. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 72,6 Jahren (2008). Im Jahr 2008 betrug die Wachstumsrate der Bevölkerung -0,63 Prozent. Rund 65 Prozent der Bevölkerung sind Esten. Die Russen stellen mit 29 Prozent der Gesamtbevölkerung die größte Minderheit dar; weitere ethnische Gruppen sind die Ukrainer (3 Prozent), Weißrussen (2 Prozent), Finnen, Juden und Letten. Vor der Annexion durch die Sowjetunion 1940 waren nur 8,5 Prozent der Gesamtbevölkerung Russen; sie kamen während der Herrschaft von Stalin während einer Periode groß angelegter Industrialisierung und Umsiedlung nach dem 2. Weltkrieg nach Estland. Die Mehrzahl der in Estland lebenden Russen arbeitet im industriellen Sektor.

1992 wurden Gesetze erlassen, die das Erlangen der estnischen Staatsbürgerschaft erschwerten. Gemäß dieser Gesetze, die auf einem Gesetz von 1939 aufbauen, erhalten Einwohner, die vor 1940 im Land lebten und ihre Nachkommen automatisch die Staatsbürgerschaft ohne Berücksichtigung der Volksgruppe, der sie angehören. Alle anderen Einwohner müssen einen zweijährigen Aufenthalt vorweisen und eine Prüfung in Estnisch ablegen. Ehemalige Mitglieder des sowjetischen Sicherheitsapparates können die Staatsbürgerschaft nicht erhalten und somit auch nicht an den Parlamentswahlen teilnehmen. Nachdem das Gesetz über die Sprache verabschiedet worden war, übte die russische Regierung Kritik an angeblichen Menschenrechtsverletzungen gegenüber den in Estland lebenden Russen. Eine von der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) unterstützte Delegation wies die Diskriminierungsvorwürfe jedoch zurück, nachdem sie der Republik 1993 einen Besuch abgestattet hatte.

3.1

Wichtige Städte

Rund 70 Prozent der Bevölkerung leben in städtischen Siedlungen; knapp ein Drittel der Gesamtbevölkerung wohnt in Reval (Tallinn). Die Stadt hat etwa 391 000 Einwohner (2003); weitere bedeutende Städte sind Dorpat (Tartu; 101 000 Einwohner) und Pernau (Pärnu; 44 800 Einwohner). Die Russen leben insbesondere in den im östlichen Teil des Landes liegenden Städten; die im Nordosten gelegene Stadt Narva mit etwa 67 800 Einwohnern ist fast ausschließlich von Russen bewohnt. Die Beziehungen zwischen Estland und Russland sind wegen des ungeklärten Grenzverlaufs der Ostgrenze Estlands weiterhin angespannt.

3.2

Sprache und Religion

Amtssprache ist das Estnische, eine finnougrische Sprache, die mit dem Finnischen eng verwandt ist und auf dem lateinischen Alphabet basiert. Während der sowjetischen Ära waren die meisten Esten gezwungen, Russisch zu lernen, aber viele Russen in Estland sprechen kein Estnisch. Rund 60 Prozent der Bevölkerung bekennen sich zum Luthertum, der traditionellen estnischen Kirche. Darüber hinaus werden auch andere christliche Religionen in Estland praktiziert; die Russen sind überwiegend russisch-orthodox. Da die Religionsausübung während der Sowjetzeit verboten war, hat die Kirche heute in Staat und Gesellschaft keinen großen Einfluss.

3.2. 1

Feiertage

Neben den üblichen christlichen werden in Estland auch noch landeseigene Feiertage begangen. Da die Winter in Estland sehr schneereich sind, gibt es einen so genannten Schlittenfeiertag, den Vastlapäev. An diesem Tag werden bestimmte Gerichte zubereitet, und die Esten hoffen auf eine lange Schlittenfahrt, die eine gute Ernte im Herbst vorhersagen soll. Estland hat gleich zwei Gründe, seine Unabhängigkeit zu feiern. Am 24. Februar 1918 wurde Estland als souveräne Republik ausgerufen. Am 20. August 1991 konnte die staatliche Unabhängigkeit Estlands von der Sowjetunion wieder hergestellt werden. Das erste Datum wird auch heute noch mit sehr viel größeren Feierlichkeiten begangen. Im Juni erinnern zwei Feiertage an historische Ereignisse: Am 14. Juni wird der Esten gedacht, die unter Stalin 1949 nach Sibirien deportiert wurden, und der 23. Juni ist der Tag des Sieges von Võnnu. Jaanipäev (Mittsommernacht) wird am 24. Juni gefeiert. Mit den Feiern, die reich an Bedeutung und Ritualen sind, wird der Beginn der so genannten „Weißen Nächte” eingeläutet, in denen die Sonne nachts nur für wenige Stunden untergeht.

3.3

Soziales

Die medizinische Versorgung der Bevölkerung ist in den Städten ausreichend; auf dem Land herrschen in einigen Regionen jedoch Mangel an medizinischem Personal und Engpässe bei der Ausstattung mit Medikamenten. Durchschnittlich steht ein Arzt für 300 Einwohner zur Verfügung. Die Arbeitslosenquote liegt bei 9,6 Prozent (2004).

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