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Knochen

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Fraktur eines WadenbeinsFraktur eines Wadenbeins
Artikelgliederung
1

Einleitung

Knochen, skelettbildendes, stützendes Bindegewebe der Wirbeltiere. Knochengewebe schützt die inneren Organe und dient als Widerlager für die Muskulatur. Darüber hinaus spielt Knochengewebe eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung des Calciumspiegels im Körper. Man unterscheidet zwischen dem kompakten Lamellenknochen und Röhrenknochen (siehe Skelett). Die andere Form des Bindegewebes ist der Knorpel.

2

Zusammensetzung

Knochengewebe besteht aus einer Mischung von anorganischen Salzen (65-70 Prozent) und verschiedenen organischen Substanzen (30-35 Prozent). Die Härte des Knochens wird durch die Menge an Calciumphosphat und Calciumcarbonat sowie durch kleinere Anteile von Fluoriden, Sulfaten und Chloriden bestimmt. Für die Elastizität des Knochens sind organische Substanzen wie Gelatine, Kollagen, Spuren von Elastin, Zellmaterial und Fette verantwortlich. Das Knochengewebe wird durch ein eigenes Blutgefäßsystem versorgt. Die Gefäßkanäle (Havers-Kanäle) durchziehen den Lamellenknochen in Längsrichtung. Diese sind konzentrisch von Bindegewebslamellen eingefasst. Zwischen den Lamellen und den Höhlen aller Skelettknochen befindet sich das Knochenmark, ein lockeres Maschenwerk von Bindegewebe. Dieses macht etwa zwei bis fünf Prozent des Körpergewichts aus und besteht aus dem gelben Knochenmark, das zur Fettspeicherung dient, sowie dem roten Knochenmark, in welchem rote und weiße Blutkörperchen sowie die Blutplättchen gebildet werden. Das Mark ist umgeben von hartem und kompaktem Knochengewebe. Der Knochen ist in der Regel von der feinen, durchbluteten Knochenhaut (Periost) umgeben.

3

Erkrankungen

Der Knochen unterliegt einem ständigen Ab- und Aufbau. Dieser Umbau wird durch verschiedene Faktoren gesteuert: Mineralien aus dem Blut, insbesondere Calcium und Phosphor, Hormone sowie spezialisierte Knochenzellen, die knochenabbauenden Osteoklasten sowie die knochenaufbauenden Osteoblasten. Dabei spielt auch die mechanische Beanspruchung des Knochengerüsts durch körperliche Bewegung und statische Belastung eine Rolle. Bei der Rachitis wird der Knochen in Folge eines Mangels an Vitamin D nicht ausreichend mit Mineralien versorgt. Dadurch verformen sich die Knochen der Beine, es kommt zur Bildung von X- oder O-Beinen und anderen Skelettverformungen. Ab einem bestimmten Lebensalter überwiegt der Knochenabbau den Knochenaufbau, was zu einer erhöhten Brüchigkeit der Knochen und einer Verringerung der Körpergröße führt. Diesen Knochenschwund bezeichnet man als altersbedingte Osteoporose.

Das Knochenmark reagiert empfindlich gegen radioaktive Strahlung. Eine einmalige Bestrahlung mit 25 Röntgen führt bereits zu einem spürbaren Verlust an weißen Blutkörperchen (Leukozyten) im Blut. Bei akuter Strahlungsschädigung findet nach der Abnahme der weißen Blutkörperchen auch eine Abnahme der roten Blutkörperchen statt. Beide Befunde hängen unmittelbar mit der Wirkung der Strahlung auf das Knochenmark zusammen, in dem sich das blutbildende Gewebe befindet. Siehe radioaktiver Fallout; Transplantation.

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