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Windows Live® Suchergebnisse Das BöseEnzyklopädieartikel
Das Böse, das dem Guten entgegengesetzte, dem Sittengesetz höhnende, schlichtweg Verwerfliche. Ursache von Leid und Unglück in der Welt. Die Frage, wie das Böse in die Welt gekommen ist, ist insbesondere für die Theologie aber auch für die Philosophie ein zentrales Problem. Dass in einem Universum, das von einem höchsten Wesen, das sowohl gut als auch allmächtig ist, geschaffen wurde und verwaltet wird, das Böse existiert, erscheint vielen als unglaublich. Bereits Epikur hat diese Problematik dahin gehend auf den Punkt gebracht, dass Gott das Böse entweder verhindern könne, es aber nicht wolle (und daher nicht gut sei), oder dass er es verhindern wolle, aber nicht könne (und daher nicht allmächtig sei). Theistisches Denken versucht jedoch zumeist, dem durch eine solche Argumentation bedrängten Gott gegen den Vorwurf der Verursachung des Bösen dadurch beizuspringen (Theodizee), das Wesen des Bösen als „nichtseiend” zu bestimmen. Eine solche Argumentation findet sich beispielsweise im Platonismus, bei Augustinus und Thomas von Aquin. Nach Augustinus kann zudem dasjenige, das zunächst als böse erscheint, sich auf Dauer dennoch als gut erweisen – aus der ewigen Perspektive Gottes ist alles gut. Auch nach der hinduistischen Lehre ist das Böse nicht wirklich vorhanden, sondern Teil der illusorischen Welt der Erscheinungen. In der antiken persischen Religion des Zoroastrismus und im Manichäismus wird das Böse auf die Existenz einer bösen Gottheit zurückgeführt, gegen die der gute Gott kämpfen muss. Im 17. Jahrhundert behauptete der deutsche Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz, dass Gottes Schöpfungsmacht auf die logisch möglichen Welten beschränkt und das Böse ein notwendiger Bestandteil selbst der „besten aller möglichen Welten” sei. In der Aufklärung wurden diese Behauptungen von den Skeptikern angegriffen. Sowohl der französische Philosoph Voltaire als auch der Brite David Hume lehnten den Gedanken ab, die große Menge an Schmerz und Leid im menschlichen Leben könnte dadurch gerechtfertigt sein, dass sie Teil eines gütigen göttlichen Planes sei.
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