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Zweiter Weltkrieg

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Zeittafel: Zweiter WeltkriegZeittafel: Zweiter Weltkrieg
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14

Kriegswende in Europa – der Verlust der deutschen Initiative auf dem östlichen Kriegsschauplatz

Die Niederlage der 6. Armee in Stalingrad verdeutlichte unzweifelhaft, wie sich die Gewichte zu Ungunsten der deutschen Wehrmacht verschoben hatten. Die Verluste im Osten waren kaum mehr durch Nachschub aufzuwiegen. So kamen alleine in Stalingrad von den etwa 250 000 Soldaten 91 000 in russische Kriegsgefangenschaft; 42 000 Verwundete konnten gerettet werden, alle übrigen waren gefallen. Die mangelnde Planung sowie die Überschätzung der eigenen und die Unterschätzung der gegnerischen Kräfte beendeten den Traum vom neuen „Lebensraum im Osten”. Mit zunehmender Kriegsdauer konnte die Rote Armee ihre anfänglichen Rüstungsnachteile ausgleichen, der Überraschungseffekt des Blitzkrieges hatte seine Wirkungskraft verloren, und auch die Organisationsfähigkeit der sowjetischen Militärs hatte entscheidend an Dynamik gewonnen. Trotz zunehmender Überlegenheit des Gegners schlug Hitler die im Frühjahr 1943 vorsichtig von sowjetischer Seite geäußerte Möglichkeit zu Friedensverhandlungen aus. Grund für die Wiederannäherung Stalins war der Tiefpunkt der diplomatischen Beziehungen zu den Westmächten gewesen. Doch in völliger Fehleinschätzung der eigenen militärischen und politischen Schwäche wies Hitler das Angebot nicht nur barsch zurück, sondern intensivierte sogar im Frühsommer 1943 seine Kriegsanstrengungen in Russland durch einen Zangenangriff auf den sowjetischen Frontbogen von Kursk. Am 5. Juli 1943 begann Hitler die Schlacht, um die sowjetischen Kräfte einzukesseln. Die russischen Generäle Schukow und Vasilyevsky hatten allerdings ebenfalls diese Gefahrenstelle erkannt und ihre Kräfte verstärkt. In der größten Panzerschlacht des 2. Weltkrieges konnte die Sowjetunion die deutschen Kräfte bis auf ihre Ausgangsposition zurückdrängen. Dann brach Hitler die Operation ab, um seine Divisionen in Italien verstärken zu können, denn inzwischen waren britische und amerikanische Einheiten auf Sizilien gelandet. Endgültig lag nun das Gesetz des Handelns in den Händen der Alliierten.

Hitler musste mit einer Invasion der Westmächte rechnen. Daher änderte er seine Strategie für den Osten: Im Rahmen einer defensiven Haltestrategie sollten offensive Teilschläge geführt werden.

Die sowjetischen Truppen führten trotz zahlenmäßiger Überlegenheit keine weiträumigen Umfassungsmanöver durch, sondern griffen unter rücksichtslosem Einsatz von Menschen jeweils an einem Schwerpunkt an, um ihn an eine andere Stelle zu verlegen, sobald die deutschen Kräfte gebunden waren. Durch derartig gestaffelte Offensiven drängte die Rote Armee die deutschen Verbände bis Ende September 1943 auf die „Pantherstellung” entlang Narva, Desna und Dnjepr zurück. Als Hitler am 15. September den Rückzug an den Dnjepr befahl, wandten die Deutschen die Taktik „der verbrannten Erde” an: Zerstörung aller Verkehrs- und Versorgungseinrichtungen, Zwangsevakuierung der arbeitsfähigen Bevölkerung sowie die Misshandlung und Ermordung der Zivilbevölkerung. Am 3. November gab Hitler Anweisung, den Westen personell und materiell bevorzugt auszustatten. Unter diesen Voraussetzungen erzielte die Rote Armee bis zum Jahresende 1943 tiefe Einbrüche in die Pantherstellung.

Trotz militärischer Erfolge gelang den sowjetischen Truppen der Durchbruch erst im Rahmen der Winteroffensive 1943. Aus dem Brückenkopf Kiew drang die 1. Ukrainische Front unter General Watutin am 24. Dezember 1943 bis über die ehemalige polnisch-sowjetische Grenze nach Kowel und Luzk vor. Damit bildete sie einen 300 Kilometer langen Keil zwischen den deutschen Heeresgruppen Süd und Mitte. Ende Januar 1944 schlossen 1. und 2. Ukrainische Front am Dnjepr 54 000 Deutsche ein. Nur unter Zurücklassen von Waffen und Verwundeten konnten 30 000 Mann nach Südwesten ausbrechen und die deutschen Linien erreichen. Auch am Nordflügel war die sowjetische Winteroffensive 1943/44 erfolgreich. Sie hatte die Bedrohung von Leningrad abgewehrt.

Abgeschlossen wurde die sowjetische Frühjahrsoffensive 1944 mit der Rückeroberung der Krim. Die meisten der 150 000 deutschen und rumänischen Soldaten auf der Krim starben oder gerieten in sowjetische Kriegsgefangenschaft.

Die sowjetische Sommeroffensive 1944 brachte die Rote Armee bis an die Grenze Ostpreußens, an die Weichsel und an die Donau. Die deutschen Kräfte waren um diese Zeit durch die Landung der Westalliierten in der Normandie (6. Juni 1944) gebunden.

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Nordafrika als Kriegsschauplatz

Die sich abzeichnende Kriegsniederlage des Deutschen Reiches im Osten war begleitet von dem Verlust der Vorherrschaft in Nordafrika. Und ähnlich wie im Russlandfeldzug führte die Überschätzung der eigenen Kräfte und die ideologische Verblendung zum Zusammenbruch der Front. Bis zur Jahresmitte 1942 konnte das deutsche und italienische Afrikakorps strategisch wichtige Erfolge verbuchen. Ende Juni gelang den Truppen der Achsenmächte die Überschreitung der ägyptischen Grenze. Die Eroberung Kairos war das ehrgeizige Ziel. Doch im Gegensatz zu Großbritannien verfügte Deutschland nicht oder nur unzureichend über Nachschubkräfte. Die Angriffe der Achsenmächte konnten sich in den Wüstenschlachten gegen die immer stärker werdende britische Armee nicht durchsetzen. Am 23. Oktober begann bei El Alamein die groß angelegte Offensive der Briten. Die anhaltenden Luftangriffe auf die deutschen Basen schwächten zusätzlich die deutsche Offensive, so dass die Westmächte Stück für Stück in Nordafrika Land zurückgewinnen konnten. Ganz im Gegensatz zu den militärischen Notwendigkeiten stand der Befehl Hitlers an Rommel, „keinen Schritt zu weichen” und seiner Truppe „keinen anderen Weg zu zeigen als den zum Siege oder Tode”. Doch die verzweifelten Durchhalteparolen waren nicht mehr als verbale Realitätsflucht. Auch Rommel erkannte die Ausweglosigkeit und die Überlegenheit der amerikanisch-britischen Streitmächte, die seit der für Hitler überraschenden Landung in Marokko und Algerien (7. und 8. November 1942) ihren Druck weiter verstärkten. Auf eigenen Befehl hin ordnete Rommel den Rückzug an. Den Untergang des italienisch-deutschen Afrikakorps konnte er freilich nicht mehr verhindern. Durch seine Entscheidung, die Stellungen bis zum letzten Mann zu halten, hatte Hitler daran maßgeblichen Anteil.

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Konferenz von Casablanca

Nachdem die Alliierten um die Jahreswende 1942/43 die militärische Initiative an sich gerissen hatten, schien es nur einen Umstand zu geben, der den alliierten Sieg hätte gefährden können: den Bruch zwischen den Westmächten und der Sowjetunion. Daher war die Kooperation der drei im militärischen Bereich und die Einigkeit in Fragen der Nachkriegsordnung äußerst wichtig. Zunächst trafen sich Roosevelt und Churchill in Casablanca (Januar 1943). Die beiden Staatsoberhäupter beschlossen, vordringlich die deutsche U-Boot-Gefahr zu bekämpfen, da die Sicherheit des Schiffsverkehrs für alle Operationen in Europa und Ostasien die Voraussetzung war.

Während die amerikanischen Militärs einen direkten Vormarsch gegen Deutschland favorisierten, setzten sich die Briten für einen Vorstoß gegen den „weichen Unterleib” der Achsenmächte – Sizilien und Italien – ein. Roosevelt schloss sich schließlich der Ansicht der Briten an. Die amerikanischen Militärs konnten sich einige Monate später nur insofern durchsetzen, als keine weiteren Truppen in den Mittelmeerraum gebracht wurden, um alle zur Verfügung stehenden Kräfte auf den Britischen Inseln für die Invasion in Nordfrankreich zu sammeln. Als Zeitpunkt für eine Invasion in Nordfrankreich wurde August/September 1943 anvisiert. Die Westalliierten beschlossen eine gemeinsame strategische Luftoffensive gegen Deutschland. Allerdings konnte man sich nicht über die Methode einigen. Die Briten wollten schwere Nachtangriffe, d. h. Flächenangriffe fliegen, die Amerikaner setzten sich für Tagesangriffe auf strategische Ziele ein. Das Ergebnis war, dass beide Strategien angewandt wurden (Combined Bomber Offensive). Erstmals eingesetzt gegen die Küstenstadt Hamburg, kostete sie Ende Juli 1943 50 000 Menschenleben.

Man einigte sich auf die „bedingungslose Kapitulation” der Dreierpaktmächte Deutschland, Italien und Japan als Kriegsziel. Diese Formel sollte auch der Sowjetunion beweisen, dass die Westmächte den Krieg an der Seite ihres sowjetischen Verbündeten bis zum Ende ausfechten würden, auch wenn die Eröffnung einer zweiten Front in Europa erst für später in Aussicht gestellt wurde. Stalin schloss sich der Forderung nach einer „bedingungslosen Kapitulation” an (Mai 1943).

Im Mai 1943 beendeten die westalliierten Streitkräfte durch die Eroberung der Hafenstädte Tunis und Bizerta die deutsch-italienische Militärpräsenz in Nordafrika. Ebenso schwer wie der strategische Verlust wog der personelle und materielle Aderlass der Achsenstreitkräfte: Mehr als 250 000 italienische und deutsche Soldaten gingen in alliierte Kriegsgefangenschaft, die Ausrüstung von acht deutschen und sechs italienischen Divisionen fiel in die Hände der Westmächte.

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Von der Peripherie ins Zentrum: der alliierte Vormarsch in Italien

Zur Vorbereitung der Landung auf Sizilien flogen die alliierten Streitkräfte ab Mai 1943 Luftangriffe gegen die Insel. Am 10. Juli begann die Landung alliierter Divisionen auf Sizilien unter dem Oberbefehl General George S. Pattons. Nach fünf Wochen hatten die Alliierten Sizilien in ihre Hand gebracht. In der Zwischenzeit hatte sich in Italien ein innenpolitischer Machtwechsel vollzogen: Die Faschisten hatten Mussolini am 27. Juli 1943 mit der Begründung entmachtet, dass er sich nicht in ausreichendem Maße von Hitler lösen hätte können. Die Macht wurde wieder auf die Verfassungsinstitutionen Krone, Regierung, Parlament und Korporationen verteilt. Der neue Staatschef Badoglio erklärte den Ausnahmezustand und die Auflösung der faschistischen Partei, gleichzeitig aber auch die Fortsetzung des Kampfes an der Seite des Deutschen Reiches. Insgeheim nahm aber der italienische General Castellono noch im August 1943 in Lissabon die Waffenstillstandsbedingungen der Alliierten für Italien entgegen. Am 3. September 1943 wurde das Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet.

Hitler reagierte auf die inneritalienischen Veränderungen mit der Verlegung von Truppen nach Oberitalien und mit Angriffen auf die italienische Flotte. Am 12. September befreite die deutsche Wehrmacht Mussolini, der kurz darauf eine faschistische Republik am Gardasee errichtete.

Im August 1943 landeten Einheiten der britischen und amerikanischen Armee auf dem italienischen Festland. Anfang November zogen sich die deutschen Verteidiger auf die so genannte „Gustavlinie”, ungefähr 100 Kilometer südlich von Rom, zurück. Trotz massiver Angriffe gelangen den Alliierten bis Mai 1944 nur einzelne örtliche Einbrüche.

Erst Mitte Mai 1944 durchbrachen alliierte Kräfte den Südflügel der deutschen Italienfront. Die Gustavstellung brach zusammen, und am 4. Juni fiel Rom kampflos in die Hände der Alliierten. Bis Ende August hatten sich die deutschen Verteidiger auf die „grüne Linie” im Apennin zurückgezogen. Die alliierte Offensive gegen diese Front wurde im November 1944 eingestellt. Die „dritte Front” im Süden Europas war damit zum Stehen gekommen. Der Stoß in den „weichen Unterleib” war für Deutschland nicht zum Verhängnis geworden. Allerdings war Italien für alle Beteiligten nur ein Nebenkriegsschauplatz. Die Entscheidungen sollten im Osten und Westen fallen.

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Konzentrischer Sturm auf die „Festung Europa” – Planungen zur Landung in der Normandie

Ende 1941 hatten sich in Washington Roosevelt und Churchill auf die „Germany first”-Strategie geeinigt. Seither spielte die Planung einer Landung an der französischen Kanalküste eine zentrale Rolle in den Überlegungen der Alliierten. England und Amerika hatten allerdings unterschiedliche Vorstellungen von einer solchen Aktion. Während die Briten eine Landung als letzten tödlichen Stoß für das durch Wirtschaftsblockade und Abnutzungsoperationen geschwächte Deutschland ansahen, wollten die Amerikaner möglichst bald einen Hauptschlag zur militärischen Niederwerfung Deutschlands führen. Bereits im März 1942 begann der amerikanische General Eisenhower mit dem Aufbau einer Invasionsstreitmacht von einer Millionen Soldaten in England. Als Zeitpunkt für die Operation in der Normandie wurde zunächst das Frühjahr 1943 ins Auge gefasst. Auch die sowjetische Öffentlichkeit glaubte, dass die Westmächte nun bald eine zweite Front in Europa eröffnen würden. Die mehrfache Verschiebung des Invasionstermins schürte Enttäuschung und Misstrauen bei den Sowjets. Ein erstes Landungsmanöver kanadischer Truppen im französischen Dieppe im August 1942 scheiterte, veranlasste Hitler aber zum Ausbau des „Atlantikwalles”.

Auf der Washingtoner Konferenz vom Mai 1943 verschoben die Westmächte den Zeitpunkt der Invasion ein letztes Mal. Verzögerungen beim Feldzug in Nordafrika und die bevorstehenden Operationen in Italien veranlassten die Alliierten, die Invasion in Frankreich auf das kommende Frühjahr festzulegen. Diese Entscheidung führte zu einem Tiefpunkt der Beziehungen zwischen den Westmächten und der Sowjetunion.

Im November 1943 trafen sich in Teheran die drei Staatschefs der alliierten Mächte – Roosevelt, Churchill und Stalin – zum ersten Mal zu einer gemeinsamen Konferenz. Entgegen den britischen Vorstellungen, die auf einen Nebenkriegsschauplatz am Balkan spekulierten, setzten sich hier die amerikanischen und sowjetischen Interessen durch, eine Zersplitterung der alliierten Kräfte zu vermeiden und möglichst bald eine Invasion in Frankreich durchzuführen.

Hitler erwartete die Invasion in Nordwesteuropa im Frühjahr 1944. In seinen Augen bot sich damit die Chance, den Krieg doch noch zu gewinnen: Falls es gelänge, die britischen und amerikanischen Truppen wieder von den Küsten zurückzuwerfen, würde es so bald keinen weiteren Invasionsversuch geben. Dann, so meinte Hitler, hätte er alle Kräfte frei für einen entscheidenden Kampf gegen die Sowjetunion.

Der für die Invasion vorgesehene Küstenbereich war von den Deutschen kaum befestigt, da es dort keine Häfen gab und man deshalb nicht mit einer Großlandung rechnete. Im Frühjahr 1944 stand in England unter dem Oberbefehlshaber Eisenhower eine Invasionsstreitmacht von 37 Divisionen bereit. Weitere 40 Divisionen sollten aus den USA nachrücken. Nach einer wochenlangen Luftoffensive, deren Ziel das Eisenbahnnetz und die Brücken in Nordfrankreich waren, landeten am 6. Juni 1944 („D-Day”) 3 100 Landungsfahrzeuge gedeckt von 1 200 Kriegsschiffen in der Normandie. Die Amerikaner gingen an der Ostküste der Cotentin-Halbinsel und bei Vierville, die Kanadier und Briten östlich der Ornemündung an Land.

Gegen diesen massiven Angriff war die deutsche See- und Luftwaffe machtlos. Da den Alliierten ein Überraschungsangriff gelungen war, hing für die Wehrmacht alles davon ab, ob sie schnell Verstärkung zum Gegenangriff heranführen konnte. Die Luftherrschaft der Alliierten erschwerte es, die begrenzten Kräfte unter dem Kommandanten Rommel zu bewegen. Hitler weigerte sich zudem bis in den Juli hinein, alle verfügbaren Truppen im Norden zusammenzuziehen, da er eine zweite Invasion der Alliierten nördlich des Flusses Seine erwartete. Aufgrund der schleppenden deutschen Verteidigungsstrategie traf die Verstärkung nur verzögert und tropfenweise ein. Die Deutschen leisteten zwar heftigen Widerstand, ein Offensivschlag gegen die Alliierten wurde aber nicht geführt. Schon im Juni hatten die Alliierten einen Landekopf mit einer Länge von 100 Kilometern und einer Tiefe von 30 Kilometern errichtet. Ende Juli hatte Eisenhower 850 000 Mann und 150 000 Fahrzeuge in der Normandie stehen.

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