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Windows Live® Suchergebnisse CumbriaEnzyklopädieartikel
Cumbria, Grafschaft im Nordwesten von England, die im Westen an die Irische See, im Nordwesten an die schottischen Regionen Dumfries and Galloway und Borders, im Nordosten an Northumberland, im Osten an die Grafschaft Durham, im Südosten an Nord-Yorkshire und im Süden an Lancashire grenzt. Cumbria wurde 1974 gebildet, indem die ehemaligen Grafschaften Cumberland und Westmorland mit kleinen Gebieten Lancashires und Nord-Yorkshires zusammengefasst wurden. Die Fläche der Grafschaft beträgt 6 809 Quadratkilometer, Verwaltungssitz ist Carlisle. Cumbria ist einer der landschaftlich reizvollsten Verwaltungsbezirke in England. Innerhalb der Grafschaftsgrenzen liegen der Lake District Nationalpark, ein Teil des Yorkshire Dales Nationalparks, die nördlichen Pennines und die Küste am Solway Firth. Die Landschaft hat viele Dichter inspiriert, so z. B. die Lake Poets (William Wordsworth, Samuel Taylor Coleridge und Robert Southey) und Beatrix Potter. Der Fremdenverkehr besitzt wirtschaftlich eine sehr große Bedeutung. Der überwiegende Teil von Cumbria wird vom Lake District eingenommen, einem Gebiet mit Bergen, Seen und Moorlandschaft. Die höchsten Erhebungen sind Helvellyn (978 Meter) und Skiddaw (935 Meter). Die größten Seen sind Windermeresee und Ullswater. Die Langdale Pikes östlich von Grasmere gehören zu den landschaftlich reizvollsten Teilen des Lake District. Im Norden entwässert der Eden, im Süden der Kent die Region. Im Osten hat Cumbria Anteil an den Pennines. Cumbria ist reich an Mineralen. Blei, Silber, Kupfer und Eisenerz werden hier seit dem 12. Jahrhundert abgebaut. In der Nähe von Keswick wurde bereits seit dem 16. Jahrhundert Graphit gewonnen, das u. a. für die Herstellung von Bleistiften benötigt wurde. Die Kohleflöze sind heute praktisch erschöpft, der Bergbau beschränkt sich auf das Tagebaugebiet bei Broughton Lodge an der Westküste. Cumbria ist die niederschlagsreichste Region Englands. Im Lake District betragen die durchschnittlichen Jahresniederschläge über 2 540 Millimeter. An der Saint Bee’s Heritage Coast liegt ein Seevogel-Schutzgebiet. Das Naturschutzgebiet Finglandriff Woods Nature Reserve weist eine große Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten auf. Die Einwohnerzahl von Cumbria beträgt etwa 490 000, die Bevölkerungsdichte rund 72 Einwohner pro Quadratkilometer. Damit ist Cumbria eine der am dünnsten besiedelten Regionen Englands. Der Verwaltungssitz liegt in Carlisle (99 800 Einwohner). Weitere wichtige Städte sind Barrow-in-Furness (71 900 Einwohner), Kendal (23 400 Einwohner) im Lake District und Workington (27 600 Einwohner). In Cumbria gibt es sechs Bezirke: Allerdale, Barrow-in-Furness, Carlisle, Copeland, Eden und South Lakeland. Zu den ersten Bildungseinrichtungen zählen die Sedbergh School (1525 gegründet) und die Saint Bee’s School (1583). Ein bekanntes Fest ist u. a. das Lake District Summer Music Festival, das jeden August an verschiedenen Schauplätzen stattfindet. Eine kulinarische Spezialität ist die Cumberland Rum Butter. Rum und Zucker wurden entlang der Küste von Cumbria häufig geschmuggelt. Angeblich suchten einige Schmuggler einmal in einer Höhle Schutz vor Zollbeamten. Während sie dort etwa zwei Wochen lang eingesperrt waren, hatten sie nur drei Lebensmittel bei sich: Rum, Zucker und Butter. Daraus stellten sie die Rumbutter her. Cumbria bietet viele Möglichkeiten, die Freizeit zu verbringen. Neben Wandern, Klettern und Bootsfahrten auf den Seen laden die historischen Sehenswürdigkeiten zu einem Besuch ein. Birdsowald ist eines der schönsten Römerkastelle am Hadrianswall. An Bord der MV Swift in Lakeside am Windermeresee befindet sich die Campbell Legend Bluebird Exhibition, die das Leben von Sir Malcolm Campbell und seines Sohnes Donald nachzeichnet. Wirtschaftlich große Bedeutung hat der Fremdenverkehr. Die traditionellen Industrien (Kohle, Eisen und Stahl) werden durch die chemische und die Elektronikindustrie verdrängt. Die neuen Betriebe sind hauptsächlich in Carlisle und in Barrow-in-Furness angesiedelt. In Barrow-in-Furness endet die Pipeline aus dem Morecambe-Erdgasfeld in der Irischen See. In Sellafield an der Westküste wurde 1956 das erste Atomkraftwerk Großbritanniens in Betrieb genommen. Heute wird dort der gesamte britische und auch ein Teil des ausländischen Atommülles wiederaufbereitet.
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